Vom Fuchs der ein Reh sein wollte – das neue Kinderbuch von Kirsten Boie

*Werbung / Buchrezension* Wahrscheinlich gehöre ich zu den ganz wenigen Menschen, die bisher keinen richtigen Zugang zu den Büchern und dem Erzählstil von Kirsten Boie gefunden haben. Doch dann erschien im Frühjahr ihr brandneues Buch „Vom Fuchs, der ein Reh sein wollte“ und beim gemeinsamen Lesen mit meiner Großen geschah etwas Seltsames: ich war ganz und gar gefangen und sehr berührt von dieser großartigen Geschichte über Toleranz und Freundschaft.

Vom Fuchs der ein Reh sein wollte: worum geht es?

Als im Wald ein großes Feuer ausbricht, rennen die Tiere um ihr Leben. Endlich in Sicherheit, versammeln sich schließlich Familie Reh, Familie Dachs, Familie Waldmaus, Familie Wildschwein, Familie Igel und Familie Kaninchen am Rande der Wiese unter den Heckenrosensträuchern. Aber wo ist Familie Fuchs? Als die Tiere ein jämmerliches „Mama“ hören, entdecken sie das kleine Fuchskind, dass bei der Flucht seine Familie verloren hat. Aber keiner will es bei sich aufnehmen. Schließlich fasst sich Mama Reh ein Herz und verspricht, dass Blau-Auge (wie es fortan heißen soll) so lange bei ihnen bleiben kann, bis er seine Familie wiedergefunden hat.

Vom Fuchs der ein Reh sein wollte

Aber: lebt seine Familie überhaupt noch? Und wie soll ein Fuchs sich bloß wie ein Reh verhalten? Blau-Auge gibt sich alle Mühe, doch eines Tages verschwindet ein kleines Waldmausjunges und Blau-Auge wird verdächtigt, etwas mit dem Verschwinden zu tun zu haben. Denn „ein Fuchs bleibt schließlich immer ein Fuchs“ sagen alle Tiere…

Warum es so wichtig ist zu sein wie man ist

Die Geschichte in „Vom Fuchs der ein Reh sein wollte“ wird aus Sicht der Tiere erzählt, was ich sehr originell finde, denn so kann man sich wirklich in die Gedanken und Gefühlswelt der Tiere hineinversetzen. Dennoch: auch in diesem Kirsten Boie – Buch fiel mir der Einstieg etwas schwer. Doch je tiefer man in die Geschichte eintaucht, desto weniger kann man sich dem Zauber des Buches entziehen. Dafür sorgen die liebevoll gezeichneten Charaktere, originellen Einfälle (oder wusstet Ihr was ein Donnerflügel oder ein Rundfüßler ist?) und eine scheinbar nebenbei einfließende Botschaft: „sei genau so wie Du bist, denn Du bist genau richtig“.

Kluge Botschaften ohne erhobenen Zeigefinger   

Man sollte meinen, dass es bereits zahlreiche Geschichten zu Themen wie Toleranz, Freundschaft, Mut und Zuversicht gibt. Warum also schon wieder eine neue?

Vom Fuchs der ein Reh sein wollte

Weil es gerade in Zeiten von Flüchtlingsströmen und Globalisierung so wichtig ist, dass schon die Generation unserer Kinder lernt: Ausgrenzung, Vorurteile und Intoleranz sollten keinen Platz in unserer Gesellschaft haben. Wir sind alle verschieden – und das ist ganz normal.

Aber bevor das auch wirklich alle Tiere begriffen haben, gibt es natürlich zahlreiche Abenteuer zu bestehen. Wir erfahren, welche Bedrohung die Menschen für viele Tiere darstellen. Und warum es am Ende nur gut ausgeht, weil alle an einem Strang ziehen – ungeachtet ihres Aussehens oder ihrer Herkunft.

Ach ja, und ein klitzekleines bisschen traurig wird es auch. Aber beides: Spannung und Dramatik bleibt immer so verpackt, dass niemand Angst haben muss. Dafür sorgen auch die wahnsinnig liebevoll gezeichneten Illustrationen von Barbara Scholz.

Vom Fuchs der ein Reh sein wollte

Unser Fazit   

Kirsten Boie – Du hast mich schlussendlich doch gekriegt 😊 „Der Fuchs der ein Reh sein wollte“ ist spannend, lustig und voller Herz! Wir haben beim Lesen gelacht, Tränchen verdrückt, immer wieder mitgefiebert und den kleinen Blau-Auge fest in unser Herz geschlossen. Ein Buch für die ganze Familie, dass in keinem Bücherregal fehlen sollte!

Der Verlag empfiehlt das Buch ab einem Vorlesealter von 6 Jahren. Wenn man kein allzu ängstlicher Charakter ist, findet man sicher auch schon früher Gefallen an der Geschichte. Genrell würde ich dem Verlag aber mit dieser Alterseinschätzung Recht geben. Zum Selberlesen sollte man bereits zu den fortgeschrittenen Lesern gehören, denn die Schrift ist nicht sehr groß und es gibt auf jeder Seite viel Text.

 

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2 Comments

  • Kathi

    31. Juli 2019 at 21:08

    Ich musste beim Lesen und Anblick der Zeichnungen sofort an die Sendung „Als die Tiere den Wald verließen“ denken! 🙂 Auch wenn ich selbst (noch) keine Kinder habe, würde ich mir das Buch schon allein deshalb durchlesen! 😀

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