Vom ersten Lächeln, einem unruhigen Floh und viel Schlafentzug – die Zwillinge sind 2 Monate alt!

Am vergangenen Freitag sind die Zwillinge genau zwei Monate alt geworden. Einerseits habe ich das Gefühl, dass die Zeit wahnsinnig schnell vergangen ist, andererseits aber auch, dass die beiden schon ewig bei uns sind.

Ich bekomme immer noch extrem wenig Schlaf und schleppe mich manchmal – mit tiefen Augenringen – regelrecht durch den Tag. Die Nächte sind wirklich hart. Das liegt aber weniger an der Minimotte, die eine wirklich grandiose Schläferin ist, sondern eher am kleinen Floh. Über das Schlafverhalten der Zwillinge möchte ich aber in den nächsten Tagen nochmal seperat berichten, das würde hier sonst den Rahmen sprengen.

Fremde könnten außerdem – beim Betreten unserer Wohnung – den Eindruck bekommen, dass wir in naher Zukunft umziehen, denn überall – wirklich überall – liegen Sachen verstreut und die Wäsche türmt sich. Die Küche ist chronisch unordentlich, ebenso das Kinderzimmer und der Flur. Das Wohnzimmer wird regelmäßig notdürftig aufgeräumt, was sich aber als wahre Sysiphos-Aufgabe herausstellt. Habe ich es tatsächlich mal geschafft am Vormittag Ordnung zu machen, verstreut die Motte am Nachmittag wieder großzügig all´ihre Sachen…..oh je, wie das wohl mit drei Unordnung machenden Kindern wird??  Haushalt, Aufräumen und Wäsche waschen sollte doch zu schaffen sein mit zwei Babys? Ha, ha: guter Witz! Ein bißchen nervt mich die Unordnung hier, aber ich habe gelernt mich da zu entspannen: wo Kinder wohnen herrscht eben Chaos.

Die Zwillinge halten uns ordentlich auf Trab. Vieles bleibt liegen. Und manchmal nervt es auch, dass man nichts zu Ende bringen kann, weil immer einer irgendwas hat. Dennoch kann man den beiden kaum böse sein, denn sie entwicklen sich ganz prächtig, und irgendwie weiß man ja, dass alles nur eine Phase ist (Gott sei Dank).

Beide lieben Geräusche und Musik und lauschen ganz aufmerksam sobald man die Spieluhr aufzieht oder die Motte und ich singen. Der Greifreflex hat bei beiden schon deutlich nachgelassen, während der Floh erst seit kurzem immer öfter seine Fäustchen öffnet und die Fingerchen bewegt, macht die Minimotte das schon fast einen Monat lang.

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Besonders die Minimotte guckt schon sehr lange und intensiv in der Gegend herum. Hierbei gilt: kurz Ablegen ist ok, am liebsten aber wird vom sicheren Arm der Mama (oder des Papas) die Welt bestaunt. Während der Floh fast die kompletten ersten zwei Monate mit sich und seiner Verdauung beschäftigt schien, ist er nun seit gut zwei Wochen auch viel aufmerksamer geworden. Beide studieren konzentriert unsere Gesichter und Lippenbewegungen. Die Minimotte guckt mir auch bereits jeden Bissen in den Mund beim Essen, so dass man das Gefühl hat sie würde am liebsten schon mitessen. Aber auch Bäume, sich bewegende Blätter, Lichtquellen und bunte Bilder werden mit Vorliebe intensiv betrachtet.

So mussten wir bei der Minimotte auch nicht lange auf das erste Lächeln warten. Sie strahlt bevorzugt über das ganze Gesicht wenn sie das bunte Bild im Wohnzimmer oder das Mobile über dem Wickeltisch sieht. Aber auch die Fotos von der großen Motte und Mama und Papa werden jetzt mit dem fröhlichsten Lächeln bedacht. Das ist wirklich zauberhaft und entschädigt für jegliche Strapazen.

Der Floh lächelt seit ungefährt zwei Wochen. Zuerst nur zaghaft und kaum zu erahnen, mittlerweile mit kleinen Juchzern und ebenfalls über das ganze Gesicht. Auch er liebt das Mobile über dem Wickeltisch und seine Mama (jaaa, wenigstens freut er sich bei mir am meisten wenn er mich sieht, wenn ich schon den ganzen Schlafentzug in Kauf nehmen muss).

Und wir Mamis sind ja so leicht zu kriegen, oder? Egal wie hart die Nacht war, wie ärgerlich wir gerade noch darüber waren, dass dieses Kind einfach nicht schlafen oder schon wieder herumgetragen werden will: ein Lächeln und der Ärger ist wie weggeblasen. 🙂

Beide Mäuse sind inzwischen ordentlich gewachsen. Der Minimotte passen nur noch die Sachen in Größe 56, die sehr groß ausfallen, der Floh füllt nun auch endlich die 56 gut aus. Bei ihm ist es weniger die Länge, die ihn klein wirken lässt (er ist nämlich eigentlich nur 3 cm kleiner als seine Schwester), sondern eher die Tatsache, dass er so schmal ist.

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Wenn sie wach ist liegt die Minimotte gern auf dem Bauch. Ihr Köpfchen kann sie schon erstaunlich lange und sehr gut halten. Sie streckt den Kopf richtig hoch und schaut in der Gegend rum. Der kleine Floh schafft das auch schon, allerdings nicht so lange und auch nicht so hoch wie seine Schwester.

Wenn sie auf dem Rücken liegen und über ihnen ein Spielzeug baumelt oder man ihnen etwas hinhält rudern beide mit den Ärmchen und versuchen gezielt das Spielzeug zu erreichen oder dagegen zu schlagen. Die Minimotte macht das sehr ausdauernd. Der kleine Floh lässt nach einer Weile ab und guckt nur noch. Auch ihre Händchen haben beide schon entdeckt. Die Minimotte hält ihre Hände oft auf Höhe ihres Gesichts und betrachtet sie ausgiebig. Auch in den Mund gesteckt werden beide Hände gern. Der Floh ist da noch zurückhaltender, führt aber gern beide Hände vor dem Bauch zusammen und befühlt sie gegenseitig.

Ganz besonders entzückt bin ich außerdem davon, wenn die Zwillinge sich mit mir „unterhalten“. Dabei machen sie ganz süße Freudenlaute, immer in unterschiedlichen Stimmlagen. So richtig als ob sie antworten auf das was ich ihnen erzähle. Und auch wenn sie unzufrieden sind, variiert das Schreien von wütend bis wehleidig.

Der Floh leidet leider immer noch unter heftigem Spucken und schlimmen Blähungen. An manchen Tagen ist es besser, aber oft spuckt er – auch noch Stunden nach dem Trinken – einen großen Schwall wieder aus. Davor schreit und jammert er meist so lange, bis es endlich raus ist. Ich weiß mir da langsam nicht mehr zu helfen – wir haben schon so viel ausprobiert – nichts hilft. Ich bin fest überzeugt, dass er nicht mehr so unruhig wäre, wenn wir das endlich hinter uns lassen könnten.

Letzten Freitag empfahl mir eine Mami einen Termin beim Osteopathen zu machen. Das hat ihrem Sohn – auch ein schlimmes Spuck-Kind – wohl sehr geholfen. Ich habe daher nun einen Termin ausgemacht und hoffe, dass es Besserung bringt. Außerdem habe ich heute von einer Bekannten gehört deren Sohn eine Milcheiweiß-Allergie hatte, die Symptome waren genau die die gleichen die der Floh auch hat. Auch dazu werde ich wohl unseren Kinderarzt nochmal konsultieren. Ich will einfach jede Möglichkeit ausschließen – der kleine Kerl leidet so sehr und ich fühle mich so hilflos, weil ich ihm – außer kuscheln, tragen und trösten – nicht helfen kann.

Insgesamt ist die Minimotte dem Floh immer einen kleinen Schritt voraus. Ich glaube, dass das vor allem damit zusammenhängt, dass er eben immer noch unter dem Spucken und den Blähungen leidet und daher oft mit sich selbst beschäftigt ist. So kann er sich nur in „beschwerdefreien“ Zeiten intensiv mit der Umwelt beschäftigen.

Bald haben wir die ersten anstrengenden 12 Wochen geschafft. Alles hat sich mittlerweile einigermaßen eingespielt. Wir haben eine gewisse Alltagsroutine entwickelt und besonders am Wochenende – wenn auch der Papa den ganzen Tag hier ist – läuft es immer reibungsloser. Dennoch: es ist und bleibt anstrengend. Zwei Babys zu haben ist einfach schon anders als eins. Allein schon logistisch ist es eine Herausforderung: man kann nur einen in die Trage nehmen wenn man allein ist, auch wenn beide auf den Arm wollen, man muss immer zwei tonnenschwere Babyschalen schleppen, muss einen MONSTRÖSEN Kinderwagen aus dem Auto befördern und bricht sich dabei fast das Kreuz und auch die Wickeltasche wiegt schwer….

Ach ja, und man muss wildfremden Leuten immer die gleichen Fragen beantworten und lernt sehr viele nette – aber auch dreiste – Menschen kennen wenn man unterwegs ist…aber darüber schreibe ich ein anderes Mal 🙂

TROTZDEM bin ich eine extrem stolze Dreifach-Mama: meine drei Mäuse sind einfach wunderbar, und trotz aller Augenringe und Anstrengungen bin ich überglücklich, dass sie bei uns sind. Gesund und munter. Und mit strahlenden Gesichtern – was gibt es Schöneres??

Eine Frage habe ich aber noch an Euch und hoffe auf zahlreiche Antworten: ich plane demnächst nochmal einen seperaten Post zum Thema Schlafverhalten. Da gibt es ja die witzigsten Geschichten – Was habt Ihr so alles ausprobiert um Eure Kinder in den Schlaf zu begleiten? Ich würde mich freuen, wenn Ihr mir davon erzählt…

Alles Liebe,

Eure Anna

9 Comments

  • Maru

    8. September 2015 at 11:09

    Einschlaftrick vom Papa als die kleine Lady noch Baby war: Kind im Fliegergriff auf den Arm legen und sich mit ihm langsam im Kreis drehen. Irgendwann fallen beim ständig neu fokussieren ganz von allein die Augen zu.

    Mein Mama-Einschlaftrick: Kind warm einkuscheln und ans offene Fenster stellen und mit ruhiger Stimme erzählen was so den Tag über alles neues erlebt wurde. Zeigt einem auch selbst was da alles verarbeitet werden muss und das Einschlafen erschwert.

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  • Sabrina

    9. September 2015 at 11:54

    Leider kann ich da nicht viel erzählen. Beide Mädchen haben immer nach der Geschichte ganz schnell geschlafen und dann bis zum nächstes Essen auch durch geschlafen. Ab und zu sind sie mal zwischendurch wach geworden aber wirklich ganz selten. Na mal sehen ob das bei Nummer 3 auch so wird.

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  • Sabine

    9. September 2015 at 15:09

    Hi,
    ich habe meine Zwillingsmädels lange in den Schlaf getragen. Bevorzugt mit MaiTeis – eine Links, die andere rechts. So konnte ich die abendliche Schreistunde drastisch reduzieren und auch wenn mein Mann nicht daheim war, konnte ich beiden die Nähe geben, die sie brauchten.

    Mittlerweile sitze ich in einem Schaukelstuhl im Kinderzimmer und die Damen kuscheln sich auf meinem Schoß und schlafen ein. Die jüngere der beiden sagt jetzt schon immer öfter, wann sie ins Bett möchte und schläft dann auch wirklich gleich ein. Die Ältere braucht die Kuscheleinheiten noch sehr viel mehr – die bleibt bis zum „bitteren Ende“ auf meinem Schoß *ggg*

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    • Mama Motte

      9. September 2015 at 21:37

      Tragen mögen unsere auch gern. Gern auch zum Einschlafen. Oft geht es aber auch mit gemeinsamen Kuscheln im Bett. Dann lege ich sie ins Babybay. ich finde es wirklich schön, die Mäuse in den Schlaf zu begleiten. Das haben wir bei der Großen auch schon gemacht. Irgendwann wollen sie das ja nicht mehr. So lange sollte man die Kuscheleinheiten genießen…:-)

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  • Frauke

    9. September 2015 at 17:51

    Unsere zwerge waren auch zwei spuckkinder. Zu beginn hatten wie das gefühl, dass mehr wieder raus gekommen ist als sie getrunken haben. Und was wir uns immer anhören mussten „speikinder sind gedeihkinder“… Grrrrr!! Geholfen hat irgendwie nix, auf einmal ist es wie von selbst weniger geworden. Und inzwischen verstauben unsere 100 spucktücher im schrank :).
    Geschichten zum schlafverhalten kann ich keine zum besten geben, unsere beiden sind sehr gute schläfer (ok irgendwie klingt das wort schläfer ein bisschen seltsam, naja…).

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    • Mama Motte

      9. September 2015 at 21:38

      Oh, dann habe ich ja noch Hoffnung. Das gleiche Gefühl habe ich nämlich auch oft (dass mehr rauskommt als reinging 🙂 )
      ich hoffe bloß dass es ganz bald ein Ende hat…

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  • Wiebke (Verflixter Alltag)

    14. September 2015 at 21:06

    Das hört sich doch wirklich gut an (bis auf das Spucken, aber ich hoffe der Osteopath bringt neue Erkenntnisse!). Das Lächeln eines Babys ist wirklich herzerweichend 🙂

    Unsere „Zubettbring-Methoden“ sind derzeit noch recht vielfältig: Einschlafstillen, wenn das nicht funktioniert Herumtragen (mal im Fliegergriff oder einfach an mich gekuschelt) und in seltenen Fällen auch einfach ins Bett legen und rausgehen. Manchmal braucht sie einfach ihre Ruhe, so wie heute 😀

    Also einen ganz lieben Gruß, Wiebke

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