Jetzt mal ehrlich Mama…Heute zu Gast: Mirjam von „perfektwir“ #malehrlichmama“

Heute etwas später als sonst, weil die Woche hier sehr stressig war und ich es einfach nicht früher geschafft habe, das Interview vorzubereiten. Dafür freue ich mich umso mehr, dass ich Besuch aus der schönen Schweiz habe, und Mirjam vom Blog „perfektwir“ alle meine Fragen ausführlich beantwortet.

„Perfektwir“ ist schon wieder so ein Blog, den ich erst über diese Interview-Reihe entdeckt habe, und der mir so gut gefällt, dass ich ihn gleich meiner Leseliste zugefügt habe. Mirjam schreibt nämlich sehr erfrischend über ihren Mama-Alltag und dazu gibt es bei ihr die Kategorie „Monatsmotto“, die ich so vorher noch auf keinem anderen Blog entdeckt habe und die mir sehr gefällt. Schaut doch einfach mal bei ihr vorbei.

Und jetzt: viel Spaß mit Mirjams „Mal ehrlich Mama“-Interview:

Über die Mama und den Blog

Bildrechte: perfektwir

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Bitte stelle Dich kurz vor und erzähle, was uns auf Deinem Blog erwartet

Ich bin Mirjam, 39 Jahre alt, verheiratet, Mami von zwei perfekten Kindern (5 und 7) und wohnhaft in der Schweiz. Ich bin Lehrerin, war die letzten fast drei Jahre „Nur-Hausfrau-Mutter-und-Bloggerin“ und plane einen beruflichen Neustart inkl. Ausbildung im Coachingbereich.

Auf meinem Blog „perfektwir“ schreibe ich über Alltägliches aus unserem Familienleben, über meine Gedanken als Mutter und Pädagogin, meine Sicht auf Erziehung und Bildung und vieles mehr, was mich bewegt.

Muttersein ist für mich…

…ein Grund für riesige Dankbarkeit!

Wenn ich mal nervlich am Ende bin, dann tanke ich neue Kraft am besten beim…

…Spazieren am Bach und im Wald.

Jetzt mal ehrlich liebe Mirjam…

Welche Eigenschaft als Mama kannst Du an Dir nicht ausstehen? Und welche magst Du ganz besonders?

Unausstehlich finde ich mich, wenn ich nörglig werde und ganz besonders, wenn ich zynisch werde meinen Kindern gegenüber. Dann ist es Zeit für einen Spaziergang!

Ich mag es, dass ich viel lache mit meinen Kindern und oft das Humorvolle einer Situation sehe.

Bist Du spießiger geworden, seit Du Mama bist? Und wenn ja: in welchen Dingen?

Im Gegenteil, ich bin weniger spiessig, seit ich Mami bin! Meine Kinder wollen sich in einigen Bereichen einfach nicht konform verhalten und lehren mich, das Leben freier und losgelöster von Erwartungen zu leben.

Beispiele: Als Kleinkinder waren sie überfordert von Menschenmengen und Lärm – ich lernte, nein zu sagen zu Familienfeiern; die perfekte Tochter hatte lange Angst vor ungewohnten Situationen – ich lernte, dem Kinderarzt zu sagen, sie entwickle sich normal, obwohl sie sich vor ihm hinter dem Vorhang verstecke; beide Kinder gehen später ins Bett als „Kinder in diesem Alter sollten“ – ich lernte, meine Erwartungen anzupassen; usw.

Wie bringen Dich Deine Kinder am schnellsten zur Weißglut? Welche Eigenschaften Deiner Kinder bringen Dich auf die Palme?

Zu viel vom Gleichen… Wenn ein Kind zum zehnten Mal am Tag das Gefühl hat, zu kurz zu kommen und jammert „immer mues ich… nie darf ich“. Wenn an jeder Ecke etwas liegt, das die Kinder (oder sonst wer…) nicht aufgeräumt haben. Wenn ich rede und rede und keiner scheint zuzuhören.

Was magst Du nicht an Deinen Kindern und was besonders?

Darüber mache ich mir keine Gedanken. Ich liebe sie einfach unendlich und manchmal nerven sie mich beinahe unendlich.

Haben Deine Kinder Dich schon mal in eine peinliche Situation gebracht? In welche?

Die ersten Trotzanfälle im Dorfladen waren mir noch peinlich…

Welcher ist der beste Ratschlag, den Du jemals als Mama bekommen hast? Und auf welchen hättest Du gern verzichtet?

Unser Sohn war als Baby und Kleinkind ein Schlecht- und Wenigschläfer und brachte uns damit an den Rand des Zusammenbruchs. Der einzige wertvolle Ratschlag, den wir in dieser Zeit bekommen haben, war: „Geht mit ihm in die Schlafberatung“. Alle anderen Ratschläge waren, soweit ich mich erinnere, tatsächlich Schläge an die empfindlichste Stelle.

Ich diskutiere extrem gern mit anderen Eltern, lasse mich immer mal wieder von Fachleuten beraten, schreibe in Foren und auf Blogs mit und finde dann gern unsere eigene passende Lösung.

Dein ultimativer Tipp gegen Trotzanfälle in der Öffentlichkeit?

Es -ist-nur-eine-Phase-es-ist-nur-eine-Phase-es-ist-nur…

Wie überredest Du Deine Kinder wenn sie etwas nicht wollen?

Überreden lassen sie sie nicht. Ich erkläre, warum ich es so möchte, und hoffe auf Kooperation. Und dann schleichen sich (leider) gern noch ein wenig Erpressung und Drohung mit rein.

Findest Du andere Kinder manchmal nervig und warum?

Klar – aus den gleichen Gründen, wie ich meine eigenen manchmal nervig finde.

Glaubst Du manchmal, dass Du eine schlechte Mama bist? Warum/in welcher Situation?

Ich hatte dieses Gefühl bei meinem Sohn. Weil ich mich ihm emotional weniger nahe fühlte als der Tochter, weil er mir immer wieder ein totales Rätsel war, weil wir viel stritten. Ich habe schliesslich mit einer Fachfrau (Kinesiologin, Coach) über mein eigenes Mutterbild nachgedacht und konnte mich von meinem schlechten Gewissen befreien. Unterdessen weiss ich, dass ich meinem Sohn eine gute Mama bin, auch wenn wir nicht dasselbe Verhältnis haben wie meine Tochter und ich.

Hast Du Deine Kinder schon mal als Ausrede benutzt? Wann?

„Tut mir leid, wir können nicht kommen. Es wäre einfach zu viel Programm für die Kinder.“ Respektive für mich… Aber eben – ich bin am Lernen, auch zu meiner eigenen Befindlichkeit zu stehen!

Was kannst Du von Deinen Kindern lernen?

Ich habe dank meiner Tochter wieder stricken gelernt! Sie liess es sich von einer Bekannten zeigen, und ich habe mitgemacht.

Rechnest Du insgeheim manchmal zwischen Dir und Deinem Partner auf: so nach dem Motto: warum muss ich das eigentlich immer alles allein machen?

Als ich berufstätig war, haben wir das gegenseitig ziemlich fest gemacht (und nicht nur insgeheim). Nun wo ich zuhause bin und die Aufgaben klar festgelegt sind, ist es kein Problem. Es ist aber das Thema, vor dem ich einen Riiiiiiiiiesenrespekt habe, wenn ich wieder zu arbeiten anfange.

Bildrechte: perfektwir

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Die Mama-Pflichten sind manchmal lästig: stillen, wickeln, anziehen etc. – für welche findest Du Ausreden, damit sie Dein Partner übernimmt, wenn es möglich ist?

Ich bin recht gut darin, mich nachts schlafend zu stellen, wenn ein Kind ruft.

Was hast Du in der allerersten freien Zeit ohne Kind gemacht?

Ausgiebig gebadet.

Was ist Familienglück für Dich (neben den allgemeingültigen Dingen wie Gesundheit o.ä.)?

Die ganze Familie in den VW-Bus packen und losfahren!

Dein bisher schönstes Mama-Kind-Erlebnis war…

Die Momente, als ich meine Kinder das erste Mal im Arm hielt. Diese Augenblicke sind für die Ewigkeit.

Wann hast Du Dir das letzte Mal die größten Sorgen um Deine Kinder gemacht?

Bevor die Tochter in die Schule kam. Ich konnte mir mein Mädchen einfach nicht vorstellen in diesem Haifischbecken! Die Sorge war übrigens total unbegründet, sie schwimmt fröhlich und selbstbewusst mit.

Welche Werte/Leitsätze o.ä. willst Du Deinen Kindern mit auf ihren Weg geben?

„Eigenverantwortung“ ist mir sehr wichtig, also die Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen für das eigene Verhalten. Ich glaube, dass man sich dann auch den Mitmenschen und der Umwelt gegenüber verantwortungsvoll verhalten kann.

Nenne eine Sache (materiell), die aus Deinem Mama-Alltag nicht mehr wegzudenken ist, weil sie den Alltag erleichtert, schöner macht etc., und die Du jeder Mama ans Herz legen möchtest.

Die Kaffeemaschine!

Wenn Ihr ein ganzes Wochenende so viel Zeit und Geld hättet, wie Ihr wollt, was würdet Ihr machen/unternehmen?

Da fällt mir nichts anderes ein, als das, was wir sowieso planen für die Schönwetter-Wochenenden: VW-Bus packen und an einem See campen gehen!

Wenn Du Lust hast, hinterlasse hier noch den witzigsten “Kindermundspruch“  Deiner Kinder

Einen, den wir immer wieder zitieren:

Die perfekte Tochter verwechselte einige Zeit lang die Farben. Eines Tages, als wir an der Ampel standen, rief sie plötzlich vom Rücksitz: „Mami, du kannst fahren, es ist blau!“

 

Liebe Mirjam, vielen Dank für Deinen Besuch und dafür, dass Du Dir die Zeit genommen hast meine Fragen zu beantworten.

Wie immer könnt Ihr auch bei facebook und Twitter vorbeischauen, wenn Ihr mehr über Mirjam und ihre Familie erfahren wollt.

Nächste Woche folgt an dieser Stelle das nächste Mama-Interview! Ihr habt auch Lust mitzumachen und Rede und Antwort zu stehen? Dann schickt mir eine kurze Mail an familiemotte@email.de – ich freu´ mich auf viele spannende Antworten

Habt ein schönes Wochenende

Eure Anna

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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