Holland mit Kindern // Unser Kurzurlaub im Landal Miggelenberg ODER warum es nicht immer die Küste sein muss!

Eigentlich hätten wir bei den diesjährigen nicht enden wollenden eisigen Temperaturen für die Hamburger Märzferien ein Ziel im Süden aussuchen sollen. Aber wer konnte schon ahnen, dass fast ganz Deutschland in der zweiten März-Woche noch mit Schnee kämpft? So entschieden wir uns Mitte Januar für einen Kurzurlaub im Ferienpark Landal Miggelenberg. Was wir dort erlebt haben erzähle ich Euch heute.

Landal Miggelenberg

Luxuriös & gemütlich: unser Ferienhaus mitten im Wald

Der Park Landal Miggelenberg liegt in der niederländischen Veluwe, einem wunderschönen Waldgebiet in der Provinz Gelderland. Die nächstgrößeren Städte sind Apeldoorn und Arnheim. Die 270 modern eingerichteten Ferienhäuser stehen im Wald verteilt – mit sehr angenehmen Abstand zueinander – so dass man nie das Gefühl hat man sitzt seinen Nachbarn „auf der Pelle“.

Wir haben Glück, dürfen eines der freistehenden Luxushäuser für 8 Personen beziehen und sind beim Betreten erstmal sprachlos. Alles so geschmackvoll eingerichtet und sooo viel Platz! Vier geräumige Schlafzimmer, zwei große Bäder inklusive Sauna, zwei WCs, eine Küche mit großzügigem Essplatz und ein gemütliches Wohnzimmer mit Kamin, Terrasse und Blick in den Wald. Herrlich ruhig ist es hier. Leider sind die Bäume noch nicht grün, aber mein Mann und ich betonen während unseres Aufenthalts mehr als einmal, wie wunderbar idyllisch es hier wohl im Sommer sein muss. Die Kinder begeistern sich vor allem über die zwei Hasen, die jeden Tag direkt vor unserem Wohnzimmerfenster vorbeihoppeln und sich scheinbar nicht aus der Ruhe bringen lassen. Einer sitzt jeden Tag mehrere Stunden unter einem Baum und mümmelt vor sich hin.

Die Kinder nehmen erstmal die Zimmerverteilung vor. Für die Motte und die Minimotte ist schnell klar: wir schlafen zusammen und der Floh nebenan. Joa, ich kanns irgendwie verstehen. Schließlich ist der Floh der einzige der nachts ab und zu noch aufwacht und sich dann lautstark bemerkbar macht. Die Mädels wollen also ihre Ruhe 😊

Während ich unsere Koffer auspacke, versucht der Mann das Häuschen zu heizen. Denn das ist wohl der einzige Kritikpunkt, den wir während unseres Aufenthalts haben: es ist relativ kalt in der Unterkunft. Die Heizung wird zwar warm, trotzdem schafft sie es nicht die Räume ausreichend aufzuheizen. Nachts kühlt sie automatisch auf 17° runter, was aus Nachhaltigkeitsgründen sicher sinnvoll ist, uns aber morgens ziemlich frieren lässt. Einzige Ausnahme: der Wohnraum. Dort ist der Kamin im Dauereinsatz und wir haben es immer muckelig warm.

Alles nur keine Langeweile: das Parkgelände des Landal Miggelenberg

Nach dem Auspacken drehen wir eine Runde übers Gelände. Bis zum Hauptgebäude mit Rezeption, Restaurant & Bar sind es ca. 10 Minuten Fußweg durch den Wald. Auf dem Weg merken wir schnell: langweilig wird uns hier sicher nicht werden.

Es gibt ein kleines Schwimmbad, einen großen Outdoor- & Wasser-Spielplatz, einen Abenteuerhof mit Streichelzoo, eine kleine Indoor-Spielecke, ein Hüpfkissen, den Bollo-Kinderclub mit täglichem Animationsprogramm, einen Fahrradverleih, Bogenschießen, Bowling, Minigolf und Billard. Sogar ein kleines Wellness-Programm können gestresste Eltern hier buchen.

Wer vorab nicht selbst einkaufen oder kochen will: Landal bietet als Service ein großes oder kleines Einkaufspaket an, dass bei Ankunft schon in der Unterkunft wartet. Außerdem kann man natürlich beim Take away bestellen oder gemütlich in der Brasserie speisen.

Wir haben uns für einen Abend ein Raclette-Arrangement gebucht. Dazu stellt Landal das Equipment und viele kleine Leckereien zusammen und man muss zu Hause nur noch den Tisch decken. Das Fleisch war köstlich mariniert und die Kinder haben richtig reingehauen.

Traditionell gönnen mein Mann und ich uns nach Ankunft am Urlaubsort erstmal einen Willkommensdrink.

Das gehört für uns irgendwie zum Urlaubsstart dazu. Idealerweise liegt die schnuckelige kleine Bar mit großem Kamin direkt neben dem Kinderspielbereich mit Maltisch, Bällebad und Kletter-Turm. So können wir in Ruhe unser Alster trinken, während die Kinder sich ein wenig austoben.

Ausflugstipp (auch) bei Regen: Burgers´Zoo in Arnheim

Der nächste Tag startet mit Regen (aber dafür mit Schokomel zum Frühstück 😊 ). Die Kinder wollten eigentlich auf den großen Spielplatz. Das fällt jetzt flach, also entscheiden wir uns für einen Ausflug in den nahe gelegenen Burgers Zoo. Ich bin als Jugendliche schon einmal dort gewesen und hatte den Zoo in guter Erinnerung. Außerdem sind große Teile des Geländes überdacht und deswegen auch bei schlechtem Wetter eine gutes Ausflugsziel.

Burgers Zoo liegt etwas außerhalb nördlich des Stadtzentrums von Arnheim und somit ca. 20 Minuten Autofahrt von Landal Miggelenberg entfernt. Er ist gut ausgeschildert und direkt neben dem Eingang befindet sich ein großer (gebührenpflichtiger) Parkplatz. Eintritt und Parkgebühren sind recht hoch, kauft Ihr Euer Ticket online könnt Ihr ein paar Euro sparen.

Am Tag unseres Besuchs ist der Zoo fast menschenleer. Das liegt aber nicht daran, dass er nicht sehenswert ist, sondern ist wohl dem schlechten Wetter und dem Besuch mitten in der Woche geschuldet. Die Kinder bleiben direkt am Pinguingehege stehen und wir studieren erst mal den Parkplan. Das riesige Gelände ist in 7 verschiedene – sehr schön gestaltete – Themenwelten aufgeteilt. Safari, Bush, Ocean, Park, Desert, Rimba und Mangroven. Alle Tiere leben in sogenannten Ökodisplays, d.h. sie werden in einem möglichst natürlichen Lebensraum gezeigt und es gibt keine Gitter. So laufen, fliegen und kriechen tatsächlich die allermeisten Tiere frei herum und oftmals (z.B. im Bush) muss man kräftig suchen um überhaupt welche zu entdecken.

Da es zu regnen beginnt starten wir unsere Reise durch die Klimazonen im Bush. Hier ist es tropisch warm, also alle Jacken ausziehen und rein in den Dschungel. Kleine Wasserfälle, exotische Blüten und riesige Dschungelpflanzen erwarten uns. Überall zwitschern Vögel, verschlungene Wege führen über kleine Brücken und durch dichtes Geäst.

Aber wo sind bloß die Tiere? Wir sehen ein paar bunte Vögel, keine Spur aber von den Reptilien, Seekühen oder Erdferkeln.

Eigentlich wollen wir jetzt weiter in den Ozean, nehmen aber den falschen Ausgang und landen in der Wüste.

Die Kinder sind beeindruckt. Karge Felsen, Wüstensand und riesige Kakteen. Dazwischen Dickhornschafe, Nabelschweine und sogar eine Klapperschlange. In den Höhlen betrachten wir fasziniert und angeekelt dicke Vogelspinnen und große Echsen.

Jetzt aber wirklich: ab zum Lebensraum Ocean. Doch irgendwie ist die Ausschilderung im Park verwirrend und auch der Zooflyer gibt nicht so richtig Auskunft. Nicht alle Wege führen dahin wo man es erwartet und wir verlaufen uns ein paar Mal. Irgendwann aber finden wir ihn doch. Den Eingang in die farbenfrohe Unterwasserwelt.

Vor dem ersten Aquarium lassen wir uns auf einer Bank nieder und legen eine kleine Pause ein. Die Kinder haben Hunger und Durst. Nachdem alles verspeist ist, wagen wir uns tiefer in den Ozean. Und sind fasziniert. Hinter den Glasscheiben befindet sich eines der weltweit größten lebenden Korallenriffe in einem Aquarium. Zahlreiche Korallen und Fische gibt es zu bewundern. Highlight ist das Haifischbecken und der Glastunnel am Ende des Ozeans, in dem riesige Haie und Mantas zum Greifen nah an uns vorüberziehen.

Als wir wieder nach Draußen kommen regnet es noch immer. Also lassen wir das Safari-Gelände, Rimba und den Park heute aus und gehen gleich weiter zu den Mangroven.

In der Mangrovenhalle empfangen uns bunte Schmetterlinge und eine wunderschöne tropische Naturlandschaft.

So richtig genießen können wir das irgendwann aber nicht mehr. Die ständige Temperaturveränderung macht uns müde und wir beschließen den Heimweg anzutreten.

Der Tag war trotz Mistwetter dennoch richtig schön. Wer in der Nähe ist oder im Rheinland wohnt, sollte Burgers Zoo auf jeden Fall einmal besuchen. Aufgrund der extrem großen Gehege und der vielen offenen Flächen bekommt man manche Tiere zwar nicht oder nur weit entfernt zu Gesicht, aber schon die liebevoll angelegten Themenwelten selbst sind einen Besuch wert. Und dass solch großen Areale für die dort lebenden Tiere super sind brauchen wir wohl nicht zu erwähnen.

Endlich: Ein Treffen mit Bollo Bär

Zurück im Ferienpark Landal Miggelenberg wollen die Kinder noch eine Runde in der Kinderspielecke toben. Aber bis dorthin kommen wir gar nicht. Denn Bollo – das bärige Maskottchen des Landal Parks – kommt persönlich zur Vorlesestunde. Die Minimotte ist hin und weg. Sie hatte bereits die große Bollo-Figur am Eingang des Parks ins Herz geschlossen. Und jetzt ist er also leibhaftig da. Sie strahlt übers ganze Gesicht. Dass die Geschichte auf Niederländisch erzählt wird stört die Kids nicht die Bohne. Wichtig ist nur, dass sich danach alle zum Knuddeln und Abklatschen mit Bollo anstellen dürfen.

Nach so einem aufregenden Tag sind wir froh, dass wir in unserem Ferienhäuschen nur noch den Raclette-Grill anschmeißen und den Tisch decken müssen. Wir sind nämlich alle ganz schön hungrig. Nachdem die Kids endlich selig in ihren Betten schlummern, machen der Mann und ich noch eine Flasche Wein vor dem Kamin auf. Aber auch ich bin so geschafft, dass ich schon während des Films auf dem Sofa einschlafe.

Eine Radtour durch den Nationalpark De Hoge Veluwe

Der kommende Tag begrüßt uns mit Sonnenschein und ein paar Grad mehr. Genau so hatten wir uns das vorgestellt, denn wir haben eine kleine Radtour durch den nahegelegenen Nationalpark De Hoge Veluwe geplant.

De Hoge Veluwe ist ein 5400 Hektar großer Naturpark, der mit Wäldern, Mooren, Heide und sogar Sanddünen viel abwechslungsreiche Natur bietet. Er liegt im Nordwesten von Arnheim und kann über drei Eingänge betreten werden. Wir parken unser Auto am Eingang Hoenderloo, zahlen eine kleine Parkgebühr und Eintritt für uns Erwachsene und die Motte. Die Zwillinge dürfen kostenlos mit rein.

An allen Eingängen des Parks stehen zahlreiche kostenlose weiße Leihfahrräder zur Verfügung. Fast alle davon mit Kindersitz und in verschiedenen Größen – selbstverständlich auch Kinderfahrräder. Die Räder sind zweckmäßig und ohne jeglichen Schnickschnack ausgestattet. Gangschaltung und Klingel sucht man vergeblich. Auch angeschlossen sind sie nicht. Man sucht sich einfach ein passendes Rad aus und fährt los.

Da wir unsicher sind wie lange die Kinder die Tour mitmachen – es ist schließlich nur knapp 10 Grad – setzen wir uns das Besucherzentrum in der Mitte des Parks zum Ziel. Auf dem Weg dorthin nehmen wir prompt die falsche Abzweigung und verlängern damit ein wenig unfreiwillig unsere Tour. Egal, die Sonne scheint, wir genießen die langsam erwachende Frühlingsnatur und die Kinder sind auch gut drauf.

Als wir das Besucherzentrum erreichen legen wir erstmal eine Essenspause ein. Radeln und die frische Luft machen hungrig. Die Minimotte möchte am liebsten gar nicht absteigen. Aber wir wollen uns ein wenig im Besucherzentrum umschauen und auch das Museonder – das erste unterirdische Museum der Welt – besuchen.

Das Besucherzentrum ist nicht besonders groß, hält aber viel Wissenswertes über die Natur, Kultur und Geschichte des Parks bereit.

Dabei gibt es auch viele interaktive Stationen. Im Nachtsaal zum Beispiel wird lebensecht simuliert, was in der Natur passiert, wenn die Sonne auf oder untergeht. Der Minimotte war das allerdings nicht so richtig geheuer, damit steckte sie auch den Floh an (der bis dato völlig unbeeindruckt blieb), weshalb wir den Raum ziemlich schnell wieder verließen.

Das Museonder – eine Reise zum Mittelpunkt der Erde

Wir alle aber waren total beeindruckt vom Museonder. Der Eingang befindet sich im Besucherzentrum und der Besuch ist im Preis der Eintrittskarte zum Park enthalten.

Geht man den Gang hinunter ins unterirdische Museum, wird es mit jedem Schritt merklich kühler. Immer tiefer geht es hinunter – bis man schließlich zum Mittelpunkt der Erde gelangt.

Unterwegs gibt es viel zu entdecken: über unseren Köpfen schwebt ein komplettes Wurzelsystem eines 135 Jahre alten Baumes. Alte Steine und zahlreiche Knochen von ausgestorbenen Tieren, die zu früheren Zeiten in diesem Gebiet gelebt haben gibt es zu bestaunen. Und sogar ein Wasserlabor.

Bevor wir zurückradeln, wollen die Kinder noch auf den schönen großen Spielplatz hinter dem Besucherrestaurant. Leider ist der abgesperrt, also entschließen wir uns zurückzufahren und stattdessen den Spielplatz im Landal Ferienpark Miggelenberg unsicher zu machen.

Wäre es ein wenig wärmer gewesen, hätten wir gern noch einen Abstecher zur Dünenlandschaft „De Pollen“, einem Landstrich voller Flugsand, gemacht. Aber wir merken, dass bei der Motte langsam die Luft raus ist mit Radeln, und wir müssen ja noch zurück zum Auto.

Die letzten Meter spiele ich dann auch die gesamte Palette an Tricks aus, damit die Motte nicht in den Quengel-Modus verfällt. Ihre Beine sind müde und sie will eigentlich nicht mehr. Aber mit der Aussicht auf einen großen Kakao im Ferienpark schafft sie es dann doch noch tapfer ins Ziel.

Herrlich war es – für uns alle! Wir konnten den Frühling förmlich riechen und haben die frische Luft und die Sonne in vollen Zügen genossen. Ich kann Euch einen Besuch im Nationalpark De Hoge Veluwe auf jeden Fall sehr empfehlen. Am Eingang bekommt ihr eine Radkarte, auf der verschieden lange Strecken eingezeichnet sind und einige sind auch für kleinere Kinder wirklich prima zu schaffen.

Vom besten Kakao den wir jemals getrunken haben

Zurück im Ferienpark Landal Miggelenberg besuchen wir die Ziegen im Streichelzoo und entern danach den großen Spielplatz und das riesige Hüpfkissen.

Eigentlich wollten wir auch noch in das kleine Schwimmbad und eine Runde Bowling spielen, aber die Kinder sind so beschäftigt, dass wir das kurzfristig ausfallen lassen.

Stattdessen bestellen wir ein Stück leckeren Apfelkuchen, Milchkaffee und den besten Kakao den wir jemals getrunken haben und halten unsere Nasen in die Sonne.

Wie immer hätte der Urlaub gut und gern ein paar Tage länger dauern können. Es gibt noch so viel zu sehen und zu erleben. Das Konzept der Landal-Ferienpark-Kette hat uns – wie beim letzten Mal im Harz – auch dieses Mal wieder überzeugt. Die zahllosen Parks in Holland, Deutschland und Dänemark haben sich Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben und bieten naturverbundenen Urlaub für die ganze Familie. Alle sind umsichtig integriert in wunderschöne Landschaften, der Abfall wird getrennt, es gibt elektrische Firmenfahrzeuge und ein gutes Energiekonzept. Lediglich bei den Plastikverpackungen um die Hand- und Spültücher gäbe es noch Verbesserungsbedarf.

Dass wir uns rundum wohl gefühlt haben zeigt schon allein die Reaktion der Minimotte, die seither regelmäßig nachfragt, wann wir denn wieder in „unser Ferienhaus“ fahren 😊. Müssen wir wohl mal wiederkommen. Gibt ja wirklich Schlimmeres 🙂

 

Ward Ihr schon mal im Gelderland? Habt Ihr noch tolle Tipps für die Region?

 

*Zum Kurzurlaub im Landal Miggelenberg wurden wir eingeladen. Unsere Meinung bleibt davon unberührt. Herzlichen Dank für die Unterstützung!

 

Wer länger im Gelderland ist, dem empfehlen wir einen Besuch im Freizeitpark de Efteling. Er liegt etwas südlicher, aber nahe der deutschen Grenze. Wir waren im vergangenen Jahr dort und einfach verzaubert. Efteling ist nicht einfach ein Freizeitpark – Efteling ist eine märchenhafte Welt, die Ihr nicht mehr vergessen werdet. Unseren Bericht aus dem Park lest Ihr hier.

 

 

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