Die Boberger Dünen in der Boberger Niederung – Hamburgs spannendstes Naturschutzgebiet

Boberger Dünen

Echte Dünen gibt es nur an der norddeutschen Küste? Mitnichten! Auch Hamburg hat mit den Boberger Dünen eine imposante Wanderdüne zu bieten. Die liegt im Osten der Stadt. Genauer gesagt im Naturschutzgebiet Boberger Niederung, dass man in ca. 30 Minuten vom Zentrum erreicht.

Boberger Dünen

Die Boberger Dünen: was vom Naturwunder übrig blieb…  

10 cm bewegen sich die Boberger Dünen pro Jahr durch das Naturschutzgebiet. Aber heute ist nur noch ein sehr kleiner Teil der Dünen übrig. Vor ungefähr zwei Jahrhunderten zog sich die Sandlandschaft nämlich tatsächlich vom Berliner Tor bis nach Bergedorf. Damals wehten regelmäßig starke Winde am Nordufer des Elbstromtals. Dort wo die Marsch auf die Geest trifft. Im 19. Und 20. Jahrhundert musste der Großteil der Sandfläche leider Bauland weichen.

Boberger Dünen

Um zu vermeiden, dass auch der letzte übrig gebliebene Teil versandet, wurde Strandhafer gepflanzt um die Landschaft zu erhalten.

Viele Hamburger kommen allein wegen der Dünen hierher. Kein Wunder, denn ein bisschen fühlt es sich an wie Urlaub ohne Meer, wenn man barfuß die Sandberge erklimmt, sich ein schönes Plätzchen sucht und dann in der Sonne chillt.

Boberger Dünen

Die Boberger Niederung: viel Abwechslung auf 350 Hektar

Dabei ist das 350 Hektar große Naturschutzgebiet drumherum mindestens genauso sehenswert. Für den 6 km langen Rundweg braucht Ihr ungefähr 1,5 Stunden – das ist auch für kleine Kinderfüße gut zu schaffen. Außerdem ist der Weg sehr abwechslungsreich. Denn seid Ihr eben noch durch den Sand gestapft, steht Ihr plötzlich in einer wunderschön blühenden Heidelandschaft (Tipp: die Heide blüht im August am schönsten). Ein paar Meter weiter wechseln sich Moorgebiet, Marschland und Geest ab. Aufgrund der vielen verschiedenen Naturformen hat sich eine riesige Pflanzenvielfalt entwickelt und viele, teilweise seltene, Tiere haben sich angesiedelt.

Im Sommer solltet Ihr zu Eurer Wanderung Badesachen ins Gepäck stecken. Denn auf dem Rundweg kommt Ihr an einem Badesee vorbei, der Abkühlung an heißen Tagen bietet. Aber auch im Frühling, Herbst oder Winter könnt Ihr Kletterbäume erobern, Steinchen-Weitwurf am See üben oder den Segelfliegern hinterherschauen, die fast lautlos durch den Himmel gleiten und zur Landung auf dem benachbarten Segelflugplatz ansetzen.

Wann ist der Besuch am schönsten?   

Ein Ausflug in die Boberger Niederung ist eigentlich zu jeder Jahreszeit schön und lohnend. Meiden würde ich sehr warme Wochenenden, dann ist es meist überfüllt und man bekommt auch am Badesee keinen Platz mehr.

Besonders toll ist ein Spaziergang im August, denn dann blüht die Heide wunderschön lila. Aber auch an einem sonnigen Spätsommer-Nachmittag im September oder im Herbst, könnt Ihr Glück haben und es ist nur wenig Andrang.

Alternativ empfehle ich Euch auch den Besuch der Holmer Sandberge, die in Schleswig-Holstein liegen, aber im Nordwesten unmittelbar an Hamburg grenzen. Die Sanddünen sind genauso schön, aber meist deutlich weniger besucht als die große Schwester im Hamburger Osten.

Boberger Niederung Boberger Dünen

Die Boberger Dünen: wie komme ich hin und was muss ich wissen?

  • Mit dem Auto erreicht Ihr das Naturschutzgebiet vom Hauptbahnhof innerhalb von 20 Minuten (Achtung: besonders an sonnigen Tagen sind die Parkplätze begrenzt). Mit Öffentlichen steigt Ihr am Hbf. in die S21 bis zur Haltestelle Mittlerer Landweg. Von dort fährt der Bus bis zur Boberger Furt. Nach 200 Metern Fußweg erreicht Ihr das Boberger Dünenhaus, von wo aus Ihr Euren Rundweg starten könnt.
  • Besucher, die das Naturschutzgebiet gern auf einer geführten Tour erleben wollen, können diese im Boberger Dünenhaus buchen. Das Informationszentrum bietet außerdem einen guten Einblick in die Geschichte und Artenvielfalt des Gebiets. Der Eintritt ist frei!
  • Einkehr nach dem Spaziergang: in unmittelbarer Nähe zur Boberger Niederung gibt es keine große Auswahl an Cafés oder Restaurants. Am Segelflugplatz gibt es ein Café mit Kaffee und Kuchen, das ist allerdings nur sehr unregelmäßig geöffnet. Gegenüber des Dünenhaus gibt es das Restaurant „Dorfkrug“ mit Terrasse, dass eine Auswahl an deftigen Speisen anbietet. Wir sind nach dem Besuch in den Boberger Dünen 1,5 km entfernt in der „Alten Deichkate“ eingekehrt. Dort sitzt man auf der lauschigen Terrasse, es gibt frische und megaleckere belgische Waffeln und für die Kids: unmittelbaren Blick auf die Pferdekoppel 😊

 

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