Dänemark mit Kindern // Zum ersten Mal Camping, ein Besuch im Mittelalter und endlich MEER: Kurztrip nach Limfjord – 3. Tag

Hier kommt er nun endlich: der versprochene 3. Teil unseres Dänemark-Kurztrips nach Limfjord.

Nach einem schnellen Frühstück im Struer Grand Hotel, machten wir uns auf zu unserer letzten Etappe. Eine völlig neue Erfahrung für uns, denn wir übernachten auf einem Campingplatz in Spøttrup. Und gecampt habe – zumindest ich – noch nie.

Limfjord Camping & Vandland – endlich am Meer!

Ich gestehe: ich bin überhaupt kein Typ für Camping. Dicht an dicht mit Menschen die ich nicht kenne und eine Gemeinschaftsdusche? Nee, nee das ist nix für mich. Aber: ich wage das Experiment, denn Ausprobieren sollte man ja alles mal. Da wir kein Zelt oder Wohnmobil besitzen, bekommen wir ein schickes kleines Cottage zugeteilt (ok, das ist dann eher die Einsteiger-Camping-Version) und packen schnell aus. Denn bevor wir in unser Nachmittagsprogramm starten, wollen wir endlich ans Meer und den Campingplatz erkunden.

Unser Häuschen ist schlicht aber mit allem Nötigsten ausgestattet. Es gibt eine kleine Küche, Kühlschrank und Sitzecke sowie Schlafmöglichkeiten in einem kleinen Extra-Zimmer und auf dem Boden. Sogar ein eigenes Badezimmer mit Toilette und Waschbecken gibt es. Dazu müssen wir unser Cottage zwar verlassen, aber es sind nur ein paar Schritte bis zum Waschraum.

Der Campingplatz Limfjords Camping & Vandland ist sehr groß. Überall stehen Campingwagen und Wohnmobile und wir sind echt überrascht, wie luxuriös viele der Camper ausgestattet sind. Campen im Zelt war gestern. Die sanitären Anlagen sind sehr sauber. Ich bin sonst – ich gebe es zu – extrem pingelig wenn es darum geht irgendwo zu duschen, wo viele andere (fremde) Menschen auch duschen. Ich ekele mich ganz schnell. Aber hier ist es überraschend sauber und wirklich gut gepflegt.

Überhaupt ist das gesamte Gelände in einem extrem guten Zustand und es gibt jede Menge Freizeitmöglichkeiten für Kinder. Man kann Minigolf spielen, auf dem Spielplatz toben, GoKart fahren oder ins große Hallenbad mit 37m-Riesenrutsche, Kinderbecken, Solarium, Dampfbad und Sauna gehen. Zur Selbstversorgung gibt es außerdem einen Minimarkt und einen Imbiss auf dem Gelände.

Nur ein paar Schritte vom Campingplatz entfernt liegt das Meer. Zugegeben: es gibt deutlich schönere Strände in Dänemark. Dennoch ist es zum Baden für kleinere Kinder ideal, denn der Einstieg ist flach und ruhig. Rund um den Steg tummeln sich viele kleine und große Krebse. Während wir am Meer saßen, haben wir unzählige Kinder mit ihren Kechern beim Krebse fangen beobachtet. Ich musste oft daran denken, wie viel Spaß ich damals als Kind dabei hatte und dass wir uns damit stundenlang beschäftigen konnten.

Spøttrup-Burg: Willkommen im Mittelalter!

Zehn Minuten entfernt vom Campingplatz liegt Spøttrup-Burg, wo wir den Nachmittag verbringen wollen.

Die kleine Mittelalterburg liegt inmitten unberührter Natur direkt am Fjord und nimmt uns mit auf eine kleine Reise in die Vergangenheit Dänemarks.

Die Spøttrup-Burg gilt als besterhaltende Mittelalterburg Dänemarks. Zu seiner Zeit war der Burgherr der reichste Fürst Dänemarks. In den 1930ern ging die Burg in den Eigentum des Staats über und wurde aufwendig restauriert und wiederhergestellt.

Spøttrup-Burg

Umgeben ist die Spøttrup-Burg – neben dem Fjord – von einem wunderschönen Garten mit mittelalterlichen Gewürz- und Heilpflanzen, einem kleinen Café sowie einer großen Grünanlage. Dort finden auch regelmäßig Mittelalterspiele statt. Als wir dort waren, wurden diese gerade aufwändg aufgebaut, sollten aber erst einige Tage später beginnen.

Für Kinder ist das Innere von Spøttrup-Burg sehr spannend. Man kann sich richtig vorstellen, wie die Menschen damals lebten. Einiges wirkt – wie zum Beispiel hier durch die Kleider auf dem Stuhl – fast so, als wären die Bewohner nur kurz ausgegangen.

Überall liegen Accessoires zum Spielen herum. Der Korb voller Armbrusten für kleine Ritter oder das witzige Bild, hinter dem man selbst zum furchtlosen Drachenkämpfer wird.

Hafenbummel durch Glyngöre

Nach so viel Kultur wollten wir ein bißchen Hafenluft schnuppern. Deshalb fuhren wir am späten Nachmittag weiter zum Hafen von Glyngöre. Eigentlich war geplant im Museum Glyngöre Kulturstation selbst Shrimps zu angeln. Man kann dort Netze und Anglerhosen ausleihen und dann direkt hinter dem Museum auf Shrimps-Jagd gehen. Ein Riesenspaß (übrigens nicht nur für Kinder)! Leider waren wir zu spät dran, das Museum sollte bereits eine Stunde später schließen. Es wäre also einfach nicht genug Zeit gewesen. Schade, aber wir haben uns das für den nächsten Dänemark-Besuch vorgemerkt 🙂

Also sind wir stattdessen durch den wunderschönen kleinen Yacht- und Fischerhafen gebummelt, haben den Kindern auf den Stegen beim Krebse fangen zugeschaut und die Sonne genossen.

Glyngöre Hafen

Gegen Abend haben wir im Limfjordens Hus  mit Blick auf´s Meer ganz wunderbar gegessen.

Das Limfjordens Hus ist nicht nur ein exzellentes Fisch-Restaurant, sondern gleichzeitig auch eine Räucherei. Am Eingang des Restaurants befindet sich ein kleiner Laden, in dem man Köstlichkeiten wie Fisch, Fleisch, Meeresfrüchte, Käse, Brot, Bier und Wein  kaufen kann.

Wieder zurück auf unserem Campingplatz, sind wir dann nochmal ins Meer gesprungen. So ganz ohne Baden im Meer wollten wir einfach nicht nach Deutschland zurück. Schließlich gehört das doch zu einem guten Urlaub dazu 🙂

Nach einem wirklich fantastischen und sehr liebevoll zubereiteten Brunch in der Caféteria des Campingplatzes am nächsten Morgen hieß es dann: ab zurück nach Deutschland!

Glyngöre

Als wir alles im Auto verstaut hatten hielten wir zum Abschied noch einen kurzen Schnack mit den Betreibern des Campingplatzes, die wirklich unglaublich nett waren. Während unseres kurzen Aufenthalts wurde uns jeder Wunsch stets mit einem Lächeln erfüllt und die Herzlichkeit war wirklich echt. Dafür an dieser Stelle nochmal ein extra dickes Dankeschön an das ganze Team von Limfjords Camping. Dann mussten wir aber wirklich los – auch wenn der Abschied schwer fiel.

Wir haben die noch weitestgehend unbekannte Region Limfjord in diesen paar Tagen lieben gelernt. Wir kommen sicher mal wieder! Und gehen dann hoffentlich mit einer großen Portion selbstgefangener Shrimps nach Hause 🙂

Eure Anna

 

Ihr habt die ersten beiden Teile verpasst? Dann könnt Ihr hier (Teil 1) und hier (Teil 2) nochmal nachlesen 🙂

*Vielen Dank an VisitDenmark für die freundliche und großzügige Unterstützung dieser Reise. Unsere positive Meinung bleibt davon unberührt!

 

 

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