Dänemark mit Kindern // Elefanten in Dänemark? Ob wir wohl gekentert sind? Und warum fahren die hier so komische Fahrräder? Kurztrip nach Limfjord – 2. Tag

Heute nehme ich Euch mit auf die zweite Etappe unseres wunderschönen Dänemark-Kurztrips in die Region Limfjord. Nach einem reichhaltigen Frühstück im Hotel Nørre Vinkel hieß es Koffer einladen und weiter ins 30 Minuten entfernte Holstebro.

Kanutour auf der Storå – ein Abenteuer!!

Holstebro ist besonders bei Shoppingliebhabern beliebt. Es gibt eine hübsche Fußgängerzone mit allerlei Geschäften und hübsche kleine Cafés. Wir sind heute allerdings nicht zum Shoppen hier, sondern haben etwas Wagemutiges vor. Etwas, dass wir noch nie gemacht haben. Was? Wir starten auf in das Abenteuer Kanutour 🙂

Vorher holen wir noch schnell unser fertig gepacktes Lunchpaket im – unglaublich hübschen – Café Aas ab. Schade, dass wir hier nicht verweilen können. Alles sieht so nett aus. Haben wir nicht Zeit für einen schnellen Kaffee? Nein – der Blick auf die Uhr verrät: wir müssen weiter!

Mitten durch Holstebro fließt das kleine Flüsschen Storå, ideal geeignet für Kanuanfänger wie uns. Ein bißchen mulmig ist uns schon. Was wenn wir kentern? Weit und breit ist kein Guide zu sehen, der uns eine kurze Einweisung gibt. Das Kanu samt Schwimmwesten liegt friedlich im Gras.

Mmmh, was nun? Trauen wir uns? Während wir noch Warten und alles ausgiebig untersuchen starten mehrere Familien, auch mit ganz kleinen Kindern, vom Ufer mit dem Kanu. Das scheint also hier in Dänemark so gang und gäbe zu sein. Na, gut, wir wagen es. Wir schultern das Kanu und lassen es am Ufer vorsichtig zu Wasser. Noch schnell ein letzter Check ob die Schwimmwesten sitzen und los geht´s…

Die Enten begleiten uns…

Zu Beginn noch etwas unsicher haben wir dann bald raus wie es sich am besten paddelt. Also lassen wir uns treiben, genießen die traumhaft schöne Natur und das wunderbare Wetter.

An dieser Stelle ein kleiner Tipp, für alle die ebenfalls so eine Kanutour planen: unbedingt vorher Mückenschutz auftragen! Bleibt man einmal in der Uferböschung hängen, scheucht man gefühlt 10 000 Mücken auf. Außerdem gibt es Stechfliegen, also besonders die Kinder sollte man gut schützen. Ach ja, Sitzkissen, eine kurze Hose und FlipFlops (oder Gummistiefel) sollten auch ins Gepäck und eine wasserdichte große Tüte, in der man sein gesamtes Zeug verstauen kann das nicht nass werden soll.

Kanutour Storå

Die Tour von Holstebro nach Vemb dauert insgesamt 3 Stunden. Für ungeübte Paddler wie uns aber etwas länger. Nach ca. 1,5 Stunden gibt es die Möglichkeit anzulegen und eine kleine Pause zu machen. An der Station Naur gibt es Tische und Bänke sowie eine kleine Feuerstelle wo man sehr gut picknicken kann. Wir haben dort unsere unglaublich leckeren Sandwiches ausgepackt und die Sonne genossen.

Die Landschaft ist wirklich wunderschön. Eben noch in der Stadt befindet man sich plötzlich völlig abgeschieden von all´dem Trubel inmitten der Natur. Die Stille ist einfach herrlich! Für Kinder gibt´s am Wegesrand viel zu sehen. Allerlei Getier tummelt sich an den Uferböschungen, viele Vögel und immer wieder auch große Weiden mit Schafen und Kühen rechts und links des Flusses.

Sobald man in Vemb angekommen ist, kann man mit dem Zug und Bus zurück nach Holstebro fahren. Das dauert ungefähr 30 Minuten. Ein toller Tagesausflug, für alle die gern in der Natur aktiv sind. Wir jedenfalls waren am Ende der Tour mächtig stolz, dass wir ohne zu Kentern am Ziel angelangt sind. Nur den Muskelkater am nächsten Tag, den hätten wir nicht unbedingt gebraucht 🙂

Zurück in die Vergangenheit: das Freilichtmuseum Hjerl Hede

Zurück am Auto in Holstebro angekommen, fuhren wir weiter Richtung Struer Grand Hotel, wo wir übernachten sollten. Das Hotel gehört der Vereinigung Small Danish Hotels an und liegt im Zentrum von Struer. Die Zimmer sind zweckmäßig eingerichtet, alles ist sauber. Lediglich das Bad ist recht klein, für eine Nacht aber völlig ok und durchaus zu empfehlen. Sehr schön mutet der Frühstücksraum bzw. das Restaurant an. Alles ist in edlem Schwarz gehalten und die Lichtquellen schaffen eine gemütliche Atmosphäre. Außerdem gibt es eine kleine Bar in der abends auch Piano-Musik gespielt wird. Wir wurden sehr nett empfangen, und nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, hieß es gleich weiter zum nächsten Programmpunkt.

Für den Nachmittag war nämlich einen Besuch des Freilichtmuseums Hjerl Hede geplant. Hjerl Hede ist eines der größten Freilichtmuseen Dänemarks und liegt mitten im Naturschutzgebiet.

Immer im Sommer schlüpfen viele, viele Schauspieler in Trachten und alte Gewänder und lassen das Leben in diesem mittelalterlichen Dorf lebendig werden. Dabei kann man in verschiedenen Häusern mittelalterliche Handwerksberufe wie Müller, Schmied, Kaufmann, Schuster, Bäcker und vieles mehr kennenlernen.

Alles in Hjerl Hede ist originalgetreu nachgebaut und bewirtschaftet. Es ist für Kinder und Erwachsene gleichermaßend spannend zu entdecken und erleben, wie die Menschen früher gelebt und gearbeitet haben.

Das weitläufige Gelände ist liebevoll angelegt, wunderschön und es gibt unglaublich viel zu sehen.

Neben den Handwerkshäusern gibt es eine Schule, eine Schankwirtschaft (die bei unserem Besuch allerdings gerade renoviert wurde und daher geschlossen war), eine Kirche und auch viele Wohnhäuser, die man besichtigen kann.

Wusstet Ihr zum Beispiel, dass die Fahrräder früher so aussahen??

Freilichtmuseum Hjerl Hede

In der Steinzeitsiedlung von Hjerl Hede kann man sehen, wie Feuersteinwerkzeuge, Tonkrüge und Kleidung hergestellt wurde.

Und wer mag kann eine Runde mit der Kutsche fahren (kostet extra).

Hjerl Hede lässt Geschichte lebendig werden. Für Kinder ist es oft schwer vorstellbar, dass die Menschen früher viel einfacher und weniger luxuriös gelebt haben. An diesem Ort wird das auf sehr anschauliche Weise gezeigt. Alles darf angefasst werden und auch mitmachen ist ausdrücklich erwünscht. Ich rate Euch: bringt viel Zeit mit, denn eigentlich kann man hier ohne weiteres einen ganzen Tag verbringen um wirklich alles zu sehen.

Idylle wie im Bilderbuch: Borbjerg Mølle Kro

Nach einem aufregenden Tag voller Höhepunkte waren wir ganz schön hungrig. Zum Abendessen war ein Tisch für uns reserviert im kleinen Gasthaus Borbjerg Mølle Kro, dass übrigens auch ein paar Zimmer vermietet. Selten habe ich eine solche Idylle erlebt. Das Restaurant liegt malerisch an einem See inmitten fast unberührter Natur.

Borbjerg Mølle Kro

Ein kleines, verstecktes Paradies. Nach dem Besuch dort stand für mich fest: hier müssen wir nochmal hin, wenn wir das nächste Mal in Dänemark sind. Abgesehen von dem unglaublich netten Personal und dem wirklich guten Essen (für uns gab es nach dem anstrengenden und erlebnisreichen Tag ein leckeres Stück Fleisch mit Pommes 🙂 ) gibt es so viel zu entdecken, dass ein Abend dafür gar nicht ausreicht.

Einfach auf der schönen Terrasse sitzen und aufs Wasser schauen. Oder ein Boot leihen und damit über den See rudern.

Auf den Liegestühlen am kleinen Strandufer chillen, während die Kinder auf dem Spielplatz toben.

Die kleine, alte Wassermühle bestaunen und die Tiere im Streichelzoo besuchen. Joa, so kann man einen Tag schon mal verbringen 🙂

Schade, dass wir vom Tagesprogramm so müde waren, dass wir eigentlich möglichst schnell ins Bett wollten. Wir hätten sonst sicher noch einmal den kleinen See umrundet. Das wurde uns nämlich von den netten Inhabern des Lokals sehr ans Herz gelegt. Beim nächsten Mal. Wir kommen hier defintiv wieder her!

Viel zu schnell ging dieser Tag zu Ende. Ich bin wirklich erstaunt, was die Region am Limfjord alles zu bieten hat. Schließlich haben wir noch längst nicht alles gesehen.

Morgen nehme ich Euch dann mit auf die dritte und letzte Etappe unseres Kurz-Trips. Ich hoffe sehr, es hat Euch bis hierher gefallen und Ihr habt richtig Lust bekommen mal selbst nach Dänemark an den Limfjord zu fahren? Ich lese auf anderen Blogs Reise- und Ausflugsberichte immer am liebsten. Auch wenn mich danach meist sofort das Fernweh überkommt. Geht Euch das auch so?

Eure Anna

Ihr habt den ersten Teil unseres Trips verpasst? Dann könnt Ihr hier nochmal nachlesen!

 

*Vielen Dank an VisitDenmark für die freundliche und großzügige Unterstützung dieser Reise – unsere positive Meinung bleibt davon unberührt!

 

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