Momente die nur Zwillingsmamas erleben – ich bin verzaubert: Die Zwillinge sind 4 Monate alt!

Ich bin schon wieder spät dran: die Zwillinge sind eigentlich am 4. November schon 4 Monate alt geworden, aber wie immer schaffe ich es einfach nicht den entprechenden Entwicklungspost pünktlich fertig zu haben. Heute gebe ich Euch mal wieder ein kleines Update darüber, wie es den Zwillis geht, welche Fortschritte sie machen und was es besonderes Neues gibt.

Ich bin immer wieder erstaunt, wie unterschiedlich die beiden sind. Und das, obwohl sie am selben Tag geboren sind und die selben genetischen Voraussetzungen mitbringen. Sie entwickeln sich völlig verschieden und auch die beiden Charaktere könnten unterschiedlicher nicht sein. Die Minimotte ist das ausgeglichenste Baby das ich je gesehen habe. Sie ist einfach immer fröhlich und zufrieden, hat die Ruhe weg und meckert eigentlich nur, wenn sie müde oder hungrig ist. Der Floh ist nach wie vor sehr unruhig, streckt sich immer noch oft durch und hat noch einen sehr ausgeprägten Moro-Reflex. Er erschreckt sich schnell und weint und quengelt auch noch oft. Aber es wird stetig besser. Die Physio hilft ihm sehr. Wenn es ihm gut geht ist er aber ein Sonnenschein: er lacht und strahlt dabei übers ganze Gesicht. Dabei sprüht er nur so vor Charme.

Fremde Menschen sagen mir oft was für ein ausgesprochen süßes Baby er ist und wie verzaubert sie sind, wenn er sie anlächelt. Die Physiotherapeutin sagte sogar gestern: „also wenn er mal was anstellt später und dann um die Ecke kommt und loslächelt, dann muss man sich bestimmt anstrengen um ernst zu bleiben. Er hat ja sowas von Schalk im Nacken sitzen.“ Und da hat sie Recht – er ist defintiv ein kleiner Flirter 🙂

Auch optisch ähneln sich die beiden nur wenig. Der Floh wiegt mit 5,5 kg immer noch ein gutes Kilo weniger als die Minimotte. Speckfalten muss man an ihm suchen, während wir die Minimotte liebevoll auch mal als kleinen Buddha bezeichnen 🙂

Der Lieblingsplatz des kleinen Floh ist immer noch auf Mamas oder Papas Arm, aber mittlerweile lässt er sich auch mal für eine Weile ablegen und schaut dann neugierig in der Gegend rum. So habe ich dann doch zwischendurch mal 10-15 Minütchen Zeit ein paar Sachen wegzuräumen oder mal eine Maschine Wäsche anzuschmeißen. Auf dem Bauch liegt er immer noch ungern, aber er meckert zumindest nicht mehr gleich los. Er bemüht sich fleissig seinen Kopf oben zu halten und auf den Ärmchen abzustützen. Sein – auf der einen Seite abgeflachter – Kopf ist besser geworden, seine Lieblingsseite verschwindet langsam.

Die Minmotte liegt hingegen sehr gern auf der Decke oder in der Wippe. Sie beschäftigt sich dann ausgiebig mit O-Ball oder Ringrassel und begutachtet auch sonst sehr ausgiebig, konzentriert und im Detail alles was man ihr in die Hand gibt. Auch die Bauchlage liebt sie nach wie vor. Sie stützt sich bereits mit beiden Ärmchen ab und streckt den Po nach oben. Es sieht fast so aus, als ob sie jeden Moment loskrabbelt, aber natürlich schafft sie es noch nicht die Arme nach oben zu stemmen. Aber sie übt fleissig und beweist dabei eine enorme Ausdauer. Und selbst wenn es zu anstrengend wird, hört man sie nie meckern. Außerdem versucht sie bereits Spielzeuge zu greifen, die vor ihrer Nase liegen wenn sie auf dem Bauch liegt. Schafft das aber noch nicht immer.

In Rückenlage schafft sie das Greifen immer besser. Sobald man ihr etwas vor die Nase hält greift sie sofort danach. Manchmal hat sie noch Schwierigkeiten die Entfernung richtig abzuschätzen, und steckt die Dinge auch bisher nur zaghaft in den Mund. Spielzeug findet sie interessant, am liebsten spielt sie aber mit meinen Händen oder betastet mein Gesicht. Außerdem liebt sie ihre Oberschenkel. Ständig fummelt sie daran herum während sie ihre Beinchen in die Höhe streckt.

IMG_0468

Der kleine Floh hingegen macht noch keine Anstalten zu greifen. Oft hält er seine Arme noch vor seine Brust und hält die Händchen zusammen. Früher hat er dabei seine Arme noch extrem angespannt, nun lässt er sie zumindest die meiste Zeit locker und ballt auch keine Fäustchen mehr. Er zeigt großes Interesse an Spielzeug wenn man es ihm hinhält, und obwohl er noch nicht selbst danach greift, packt er sofort kräftig zu, wenn man es ihm in die Hand legt und befördert es dann auch sofort in den Mund.

Beide spielen extrem viel mit ihren Fingern und Händen, stecken sie in den Mund und lutschen ausgiebig daran. Beide sabbern außerdem wie verrückt, machen gern Spuckebläschen und fummeln stetig auf der unteren Kauleiste herum. Ich vermute, dass sich hier die Zähne bereits ankündigen. Meist dauert das ja aber ewig, bis die erste Spitze rauslugt…

Die Minimotte hat sich in den letzten paar Tagen bereits das eine oder andere Mal gedreht. Sowohl vom Rücken auf den Bauch als auch andersrum. Leider hat keiner von uns das so richtig gesehen. Plötzlich lag sie einfach andersrum. Dennoch glaube ich, dass das bisher mehr Zufall ist.

IMG_0466

Der Floh dreht sich immer noch mit Begeisterung auf die linke oder rechte Seite und versucht dann mit seinem Beinchen Schwung zu nehmen um sich zu drehen, was er aber noch nicht schafft.

Beide machen aber fleissig Bauchmuskel-Training in dem sie immer wieder den Kopf anheben, wenn sie auf dem Rücken liegen und man sie an den Händchen hält.

Überhaupt habe ich das Gefühl, dass beide es unheimlich genießen, wenn man sich mit ihnen beschäftigt. Sie lieben Krabbelspiele, gucken freudig, wenn ich Geräusche mache und Grimassen ziehe und mit ihnen „turne“. Dabei kann es für die Minimotte nicht wild genug zugehen: Beinchen hoch und bis über den Kopf oder zur Nase, Ärmchen hoch, hin und her schaukeln – je wilder je besser, sehr zur Freude der großen Motte, die das täglich ausnutzt und die wildesten Dinge mit ihr veranstaltet. Manchmal denke ich: „das muss ihr doch zu viel sein“…aber nein: die Minimotte lacht laut und quietscht vor Vergnügen. Der Floh mag Toben auch und lacht ebenfalls laut, allerdings muss man bei ihm etwas behutsamer sein. Er spuckt meist in hohem Bogen einen Schwall Milch aus wenn es zu heftig wird. Außerdem lässt er sich einfach nicht so „betoben“, weil er seinen kleinen Körper insgesamt viel steifer macht. Außerdem lieben sie beide Baden, Vorsingen und ihre Spieluhr, der sie immer sehr aufmerksam lauschen.

Brabbeln, brummen, juchzen und prusten steht hier außerdem ohne Unterlass auf der Tagesordnung. Beachtet man sie mal nicht, wird sofort protestiert oder versucht, die Aufmerksamkeit mit vielen unterschiedlichen Geräuschen und Lauten auf sich zu lenken. Das klappt meist sehr gut, weil es einfach zu süß ist, sich mit den beiden zu „unterhalten“.

IMG_0488

Und dann sind da diese ganz besonderen Moment. Die zauberhaften Momente die nur Zwillingseltern erleben und die so schön sind, dass man sie am liebsten für immer festhalten möchte. Die beiden haben nämlich nun angefangen sich gegenseitig zu entdecken. Sie liegen sich gegenüber und lächeln sich an, betasten gegenseitig ihre Händchen und das Gesicht oder die Kleidung des anderen. Und beobachten vor allem auch ganz genau was der andere tut. Ich schmelze regelmäßig dahin wenn ich sie bei so einem Moment beobachte.

Natürlich ist es auch schön wie sehr die beiden ihre große Schwester anhimmeln und wie zaubersüß die Motte mit den beiden umgeht. Und es ist auch zum Knutschen, wenn sie ihr Spiegelbild anlächeln. Aber dieses gegenseitige ist einfach besonders 🙂

Zum Schluss vielleicht noch ein Wort zum Schlafverhalten: ja, ich bin immer noch sehr müde. Und ich weiß jetzt auch, warum Concealer erfunden wurde. Dennoch kann ich mich nicht beklagen, zumindest nicht nachts. Beide schlafen wirklich gut und werden nachts maximal 1x wach um zu trinken. Meist legen wir sie abends zwischen 18.00 und 18.30 Uhr hin, der erste Trink-Stopp erfolgt eigentlich nie vor 3.00 Uhr. Meist schläft sogar einer der beiden durch bis morgens um 6.00 Uhr und nur der andere will nachts trinken. Das ist immer unterschiedlich. Dennoch: meist relativ viel Schlaf für uns.

Tagsüber sieht die Sache anders aus. Gemeinsam schlafen die beiden tagsüber nur äußerst selten. Meist ist einer von beiden wach. Beide wollen zum Einschlafen am liebsten getragen werden. Die Minimotte kann man dann problemlos in Bauchlage ablegen wenn sie eingeschlafen ist. Sie liebt es auf dem Bauch zu schlafen. Trägt man sie nicht herum, quengelt sie sich in den Schlaf, es dauert aber lange. Der Floh hat es in den letzten Tagen ab und zu mal geschafft auf dem Bauch einzuschlafen. Er legt dann einfach sein Köpfchen ab und schlummert langsam weg. Das ist aber die Ausnahme, eigentlich braucht er tagsüber Körperkontakt zum schlafen und lässt sich auch nicht ablegen. Im Schlafverhalten gibt es also noch Luft nach oben, beschweren können wir uns aber auch nicht.

So, wieder ganz schön lang geworden dieser Beitrag. Aber es gibt eben jeden Monat so viele wunderbare erste Male und neue Dinge, dass es mir einfach schwer fällt mich kurz zu fassen.

Und weil viele gefragt haben: der Floh spuckt leider immer noch wie verrückt und leidet darunter. Wir sind daher nächste Woche zu einem Termin im Krankenhaus. Unser Kinderarzt hat uns aufgrund der Heftigkeit zu einem Spezialisten überwiesen, der sich ihn mal anschauen soll. Ich bin gespannt ob das neue Erkenntnisse bringt oder dem Floh irgendwie geholfen werden kann. Drückt uns doch mal die Däumchen…übrigens an dieser Stelle vielen, vielen Dank an alle, die so liebe aufmunternde Worte für uns finden und so viel Anteil nehmen. Das rührt mich sehr und baut mich immer wieder auf!! Ihr seid wirklich toll!!

Habt einen schönen Donnerstagabend

Eure Anna

 

 

 

 

4 Comments

  • Julia

    15. November 2015 at 11:32

    Liebe Anna,

    ich verfolge deinen Blog erst seit kurzem. Unsere Zwillinge (die ersten Kinder) sind jetzt 9 Wochen alt. Nach deinem 3-Monats-Bericht war ich ziemlich niedergeschlagen und dachte „wann wird das denn mal besser mit schlafen, usw.?“ 🙂 und deswegen freut es mich sehr für euch, dass sich alles so gut entwickelt und dass ihr so eine glückliche Familie seid!
    Unsere sind ja etwas jünger, aber du hast mir bisher immer aus der Seele gesprochen und ich merke wir machen das ganz ähnlich durch. Naja, bis auf die Tatsache, dass du 3 Kinder hast. Echt Hut ab davor!! Mir verlangen die Zwillinge schon alles ab.
    Unsere Mäuse kamen bei 36+3 SSW zur Welt. Darf ich fragen wie das bei euch war?
    Ganz liebe Grüße! Julia

    Antworten
    • Mama Motte

      16. November 2015 at 20:46

      Hallo liebe Julia, ich freue mich immer, wenn andere Zwillingsmütter hier kommentieren – wir sitzen doch alle im selben Boot und es tut gut, dass es Gleichgesinnte gibt, die oft wissen wie man sich fühlt.
      Meine Zwillis kamen in 38+3 zur Welt. Sie wären auch noch länger drin geblieben, aber wir mussten einleiten, weil der Floh so klein war im Gegensatz zu seiner Schwester…
      Liebe Grüße, Anna

      Antworten

Schreibe einen Kommentar