Manchmal wär´ich gern entspannter…

Der ganze Morgen: ein einziger Wutanfall…Jetzt sitze ich hier – die Maus ist inzwischen in der Kita und spielt sicher bereits fröhlich. Aber ich sitze hier und heule, weil ich mich über mich selbst ärgere, weil ich mich schäme und ich das Gefühl habe, dass mir die Kraft fehlt.

Eigentlich begann das Szenario bereits gestern Abend. Wir waren den ganzen Nachmittag bei einer Kita-Freundin der Motte. Als wir um 18.00 Uhr wieder zu Hause waren, habe ich eigentlich schon gemerkt: die Motte war längst drüber und völlig übermüdet. Also schnell Abendbrot gegessen. Dann sollte sie den Schlafanzug anziehen. Nein, wollte sie nicht. Erster Tobsuchtsanfall. Meine Nerven sind sowieso sehr dünn im Moment, aber EINEN Wutanfall steht man ja noch irgendwie durch. Außerdem war der Papa ja auch noch da. Irgendwann war der Schlafanzug dann endlich angezogen. „So, Maus, jetzt geht´s ins Bett“ – nächster Tobsuchtsanfall: „NEEEEIN – ich will nicht ins Bett“.

Ok, ich hab´ mich dann einfach mal aufs Sofa gesetzt und versucht sie zu ignorieren – klappt aber nicht so gut, wenn das Kind einem hinterherläuft – egal in welches Zimmer man geht – und einem am Bein hängt. Schreiend und tobend selbstverständlich. So laut, dass es eigentlich die ganze Nachbarschaft hören müsste. Nach gefühlt einer Stunde hatte sie sich dann endlich beruhigt – meine Versuche sie zwischendurch in ihr Zimmer und Bett zu manövrieren hat sie hartnäckig mit „ich steh´ einfach immer wieder auf“ zunichte gemacht.  Aber gut, sie hat sich beruhigt. Ich sie also fest in den Arm genommen, noch kurz mit ihr gekuschelt – schwupp schon war sie eingeschlafen. Dann diese Welle von Liebe, die einen durchströmt, wenn man sein schlafendes Kind betrachtet. Kurz gedacht: „eigentlich ist sie so ein Seelchen, der Trotzanfall war ja gar nicht so schlimm“. Kennt Ihr das? Der Anfall war SCHLIMM – defintiv. Aber wenn man die Mäuse dann so schlummernd betrachtet – wunderschön, verletzlich, auf einmal wieder so klein – dann erscheint es einem plötzlich doch nicht mehr so schlimm.

Quelle: Pixabay
Quelle: Pixabay

Heute Morgen begann dann alles ganz wunderbar. Die Maus kommt um 6.00 Uhr in mein Bett gekrochen. „Kuscheln, Mama“ fordert sie und schlingt ihre kleinen Ärmchen um meinen Hals. „Soll ich Dich mal feste drücken?“ fragt sie. Und dann: „Ich hab´Dich lieb“. Ach mein Herz, meine geliebte Maus, ich hab Dich auch lieb.

Nach einer großen Portion Kuscheln stehen wir also auf. Die Motte läuft gleich in ihr Zimmer und ruft: „ich ziehe mich an“. ´Uiii, das scheint ja ein guter Morgen zu werden´ denke ich noch. Auch als die Maus mit großer Begeisterung ihre Hose, Longsleeve, Unterhose und Socken selbst aussucht, wähne ich mich in der Annahme, wir würden einen entspannten Morgen verbringen.

Meine Hoffnungen verpuffen in dem Moment, in dem die Motte beginnt sich anzuziehen. Das will sie – wie eigentlich jeden Morgen – gern allein machen. Und ich lasse sie auch- schließlich soll sie ja lernen wie es geht. Aber dann: der Socken will nicht an den Fuß, zwei Beinchen sind zu viel für ein Unterhosen-Bein und überhaupt klappt das alles heute nicht. Wutanfall…noch bin ich ganz ruhig. Versuche sie zu beschwichtigen. „Du machst das toll, komm wir versuchen es nochmal“. „NEIN“ schreit die Maus. Ok, also erstmal in Ruhe lassen. Da war er wieder dieser Plan von einfach mal kurz allein in einen anderen Raum gehen. Funktioniert nicht. Die Motte kommt laut zeternd hinterher. „Mama, Du sollst mir helfen“. Ja, ok mache ich ja gern. Also zurück in ihr Zimmer. Kaum will ich versuchen sie anzuziehen, wieder: „NEIN, ich will nicht“. Ich also wieder raus. Ich erspare Euch die kommenden fünf Anläufe. Nach dem vierten Mal war ich bereits so weit, dass ich mich einfach gern im Bad einschließen wollte. Ich hab´ es bloß nicht getan, weil ich wußte, dass die Motte noch lauter schreit, wenn sie merkt, dass ich hinter mir die Tür abgeschlossen habe.

Irgendwann – nach einer gefühlten Ewigkeit – hat sie sich dann doch angezogen. Mit ein bißchen Hilfe, aber doch fast alleine. Puh, geschafft dachte ich noch. Zähne putzen verlief ohne große Vorkommnisse, dann Frühstück. Sie will Müsli. Ok, kein Problem. Sie schüttet also Müsli in ihre Schale, Rosinen rein, Milch dazu und fängt an zu löffeln. Zaubersüß – als könnte da gar kein Wutanfall rauskommen aus diesem zarten Persönchen.

Ich schmiere mir ein Brot mit Marmelade. Sie will auch. Marmelade ist leer, also biete ich ihr an, ein Stück von meinem Brot abzuschneiden…ahh, böser Fehler! „NEIN, ich will mein eigenes“. Aber Maus, die Marmelade ist leer. NEEEEIIN, ich will mein eigenes. Ihr ahnt was passiert? Richtig: der nächste große Wutanfall folgt auf dem Fuß. Selbst wenn ich ihr in diesem Moment mein Brot überlassen hätte – hätte nix genützt. Ich hatte ja schon abgebissen…

Meine Nerven sind mittlerweile völlig im Eimer. Der ganze Morgen ist bereits ein einziges Schreien, Weinen und Quengeln. Und dann tue ich es – dass was ich eigentlich nicht will: ich schreie sie an! Ich will daß sie aufhört. Versuche verzweifelt sie zu beruhigen und ihr klar zu machen, dass sie ein Riesentheater um Nichts macht. Natürlich bringt das nichts und natürlich hört sie mir nicht zu.

Irgendwann – nach der nächsten gefühlten Ewigkeit – hat sie sich beruhigt. Spielt in ihrem Zimmer mit der Puppe. Hat schon den Koffer mit den Puppensachen rausgeholt und will die Puppe anziehen. Zieht ihr Socken an, setzt ihr eine Mütze auf, zieht das Kleidchen an. Aber das Kleidchen hat oben Knöpfe. Die müssen zu sein, damit es nicht wieder runter rutscht. Aber die Motte kann noch keine Knöpfe zumachen. Es kommt was kommen muss: sie ärgert sich, dass es nicht klappt – Wutanfall! Bäm – schon wieder!

Ich gebe auf. Ich kann nicht mehr. Mir fehlt die Kraft. Mein Kopf brummt schon vom ganzen Geschrei, meine Nerven haben sich bereits verabschiedet. Ich reiße die Jacke vom Haken, grabsche mir ihre Mütze und fordere: „Los geht´s – ab in die Kita“

Zu meiner Überraschung lässt sich die Motte – zwar immer noch brüllend, aber egal – Jacke und Mütze problemlos anziehen. Wir verlassen die Wohnung – ich schimpfe noch: „jetzt hör´endlich auf mit der Heulerei“. Im Hausflur: Schuhe anziehen. Die Maus schnieft: „Mama Du sollst meine Schuhe anziehen“. Ok, ich will kein Theater mehr, also schnappe ich mir die Schuhe. „NEEEIN, die anderen“ tobt die Motte. Nächster Wutanfall.

Und soll ich Euch was sagen? In diesem Moment ist mein Geduld endgültig am Ende. Ich schnappe mir die Motte – noch in Socken – und die Schuhe und trage sie dann eben ohne Schuhe zum Auto. Rein in den Sitz. Sie schreit und tobt: „NEIN, ich will laufen“. Den Rest des Weges ignoriere ich ihr Gezeter bis zur Kita. Natürlich total verheult gebe ich sie dort ab.

Kaum sitze ich wieder im Auto heule ich los. Weil ich mich schäme: dafür dass ich nicht einfach tiefenentspannt sein kann. Dafür dass ich sie angeschrien habe. Dafür, dass ich manchmal einfach keine Kraft habe jeden Trotzanfall gelassen durchzustehen.

Natürlich habe ich sie fest in den Arm genommen, bevor ich sie der Erzieherin überlassen habe. Ihr einen dicken Kuss gegeben und ihr gesagt, dass ich sie sehr liebe. Aber das macht es nicht besser. Ich habe sie angeschrien. Weil ich hilflos war. Weil ich manchmal nicht verstehe, warum sie wegen einer Nichtigkeit ausflippt. Und weil auch ich nur ein Mensch bin, der Fehler macht.

Ich hasse es sie anzuschreien. Ich will es nicht. Und trotzdem kann ich manchmal nicht anders. Mir bricht es das Herz sie wütend und hilflos zu sehen, weil etwas nicht so läuft wie sie es sich vorgestellt hat. Ich weiß, dass sie in diesem Moment – in dem sie so von ihren Gefühlen übermannt wird und nicht weiß wohin damit – gerade verzweifelt ist, weil ihre kleine Welt durcheinandergeraten ist. Und natürlich weiß ich, dass das zum Leben dazu gehört und dass sie es nicht tut, um mich zu ärgern.

Aber es kostet manchmal so viel Nerven. Und ich kenne all´ die schlauen Ratgeber, die dann sagen: nicht selbst schreien, ruhig bleiben, tief atmen, den Raum verlassen. Leicht gesagt, wenn der Arbeitgeber erwartet, dass man pünktlich im Büro ist und das Kind möglichst angezogen in die Kita gehen sollte.

Ich bin keine Schrei-Mama. Eigentlich bekomme ich sogar ziemlich oft von fremden und auch bekannten Leuten um mich herum gesagt, wie wunderbar ruhig ich in stressigen Situationen bleibe. Vielleicht wirft es mich gerade deshalb so aus der Bahn, wenn ich dann doch mal laut werde.

Und dieses schlechte Gewissen sitzt tief. Ich fühle mich so, als wäre ich die einzige Mama auf der Welt, die ihr Kind mal anschreit. All´ die anderen Mütter machen alles immer so perfekt. Haben Verständnis für jeden Trotz- und Wutanfall, lassen sich nie aus der Ruhe bringen und haben immer Nerven wie Drahtseile. Wie machen die das nur?

Am Ende des Tages hoffe ich, dass mir die Maus verzeiht, wenn ich mal zu wenig Verständnis hatte. Dass sie versteht, dass auch ich ein Mensch bin, dessen Nerven eben manchmal stärker und manchmal dünner sind. Und dass ich sie immer lieb habe – mehr als alles andere auf der Welt.

 

P.S.
Dies ist mein bester Beitrag des Jahres 2014. Gelistet bei der Blogparade von der Kellerbande mit Herz und Seele #mbBdJ

28 thoughts on “Manchmal wär´ich gern entspannter…

  1. Oh je, da bist du wirklich nicht allein! Das kenne ich auch und das ganze noch mal zwei… Ich frage mich immer, ob ich auch so schnell die Fassung verloren habe, als ich nur einen kleinen Zwerg hatte. Mittlerweile ist er 4 und die kleine Maus 2 – Emotionen werden ständig zwischen den beiden gespiegelt… eine Freude! 🙂 Wünsche dir weiterhin starke Nerven, Du machst das toll!

  2. Ach, du liebe Anna..ich kann das alles soooooooooooooooooo gut nachvollziehen….wie oft sitze ich abends aufm Sofa und hab sooooooooooooo ein schlimmes Gewissen, weil ich ihn angeschrien habe…ich glaube, alle Mamis machen das schon mal, nur wenige geben es zu …wir sind einfach Menschen!! Beim Hauen sehe ich das anders. Das darf einfach nicht passieren. Aber in einer Wut mal schreien – das tut doch in dem Moment auch mal gut und eigentlich soll man seinen Ärger doch rauslassen. Wir hatten mal eine super schwierige Phase, wo ich jeden 2.Tag geschrien habe und auch immer wieder grübelte, dass das doch total daneben ist. Ich hab dann angefangen mit der Hand auf den Tisch oder Sofa oder so zu hauen. Also auf diese Weise meine Wut rauszulassen – halt an einem Möbelstück. Hilft mir genau so wie Schreien und ist besser für meinen Schatz. Vielleicht suchst du dir auch so eine Alternative. Aber die Wut muss raus. Das finde ich auch wichtig für’s Kind. Also, dass es auch lernt, dass es nicht gut ist, was in sich hineinzufressen. Außerdem kann ein Kind ruhig sehen, dass es unterschiedliche Emotionen gibt. So, ich muss leider los…Bussi an dich! Nadja

    1. Ach Du Liebe, danke für Deine aufmunternden Worte. Es beruhigt mich, dass ich wohl doch nicht allein bin 🙂 Und ich bin absolut Deiner Meinung: Schlagen geht überhaupt nicht. Wer ein Kind auch nur in irgendeiner Art körperlich misshandelt ist das Allerletzte. Dafür gibt es keine Entschuldigung – niemals. Und das käme mir – selbst in der allergrößten Wut – auch nie in den Sinn. Und auch Schimpfworte oder Beleidugungen gehen in meinen Augen gar nicht. Aber die Idee aufs Sofa oder vielleicht auch in ein Kissen zu schlagen ist gut – vielleicht probiere ich das beim nächsten Anfall mal aus. Liebste Grüße, Anna

  3. Hallo, ich lese eigentlich nicht oft auf deinem Blog, aber dass musste mal gelesen werden. Ich hab mich so sehr wieder erkannt in deiner Geschichte. Und ich finde es so sehr mutig von dir darüber zu schreiben.

    Wünsche dir auch weiterhin viel Kraft. Das braucht man echt mit Kleinkindern.

    Liebe Grüße

  4. Oh Anna. Wir anderen Mütter schreien genauso unsere Kinder an. Nur selten sind wir stark genug, es auch anderen zu „beichten“. Und ich finde es zeugt von Stärke seine Gefühle zu artikulieren und damit zu reflektieren. Das ist wichtig und fehlt manch anderer Mutter, die ihr Kind vielleicht auch anschreit.
    Du hast in der Situation deinen Gefühlen freien Lauf gelassen hast, so wie es unsere Kinder ja tagein tagaus tun. Was ist so verkehrt daran den Kindern zu zeigen, wie sich die Mutter dabei fühlt? Klar sollte das nicht zur Regeln werden. Aber sie müssen doch auch verstehen, dass ihr Verhalten auch für uns Konsequenzen hat.
    Was ich bisher von Dir mitbekommen habe war alles andere als eine „Rabenmutter“. Mach Dir keine Sorgen. Ich bin mir sicher, dass Du das packst und dass eure Beziehung genau in den Momenten, in denen ihr euch gegenseitig „anhimmelt“ (wenn sie kuscheln kommt oder du sie beim Schlafen beobachtest) wächst!
    Ganz lieben Gruß, Wiebke

    P.S. witzigerweise hat Grummelmama vor einer Stunde auf Facebook das Thema „Kind anschreien“ angesprochen…

  5. Ich glaube das ist so ein allgemeines Problem von Eltern 🙂 Es gibt Situationen und Tage, an denen man einfach nicht ruhig bleiben kann. Mama darf auch mal laut werden! – Finde ich zumindest, denn es gibt nicht nur Friede-Freude-Eierkuchen und es gibt Situationen, da kann man einfach nicht mit einem Kleinkind diskutieren. Hinterher tut mir das dann auch immer leid, aber niemand ist perfekt. Ich glaube auch nicht, dass es Eltern gibt, die nie laut oder böse werden!
    Kurz laut werden ist auch besser als die Hand ausrutschen lassen, was in meinen Augen so gar nicht geht. Lieber schreie ich die Motte mal an, denn die Hand würde ich niemals gegen sie erheben.
    Augen zu und durch und runterkommen – Morgen ist ein neuer Tag 🙂

  6. Ach Mensch – weißt Du eigentlich wie sehr Du gerade einen unserer Morgende beschrieben hast… hier geht es oft so zu und ich schreie natürlich nicht so oft wie es hier so läuft, aber auch ich kann manchmal einfach nicht mehr.
    Der Druck, die eigenen Gefühle, die Verzweiflung….manchmal knallt es eben – aber eines mache ich IMMER! Ich entschuldige mich bei ihr! Das hilft ihr – das hilft mir und wenn sie mir dann fest um meinen Hals geschlungen ins Ohr ruft: „Aber Mama Du bist doch meine beste Freundin, mein Mamilein“ – dann tut das dem Gewissen erst noch mehr weh, aber dann auch gut…..

    Aber ich kenne dieses wahnsinnige Gefühl des „versagt habens“ und es macht mich wahnsinnig – und das erhöht dann wieder den Druck welcher sich auf das Nervenkostüm setzt…. und dann werden … Du kennst das sicherlich…..
    Es macht mich fertig und irgendwie beruhigt es ein Wenig, zu sehen, man ist nicht allein damit. Jeder Artikel darüber beruhigt ein Bisschen mehr, denn manchmal braucht es mehr als das Wissen, manchmal muss man es sehen oder lesen oder darüber hören….
    WIR SIND NUR MAMAS!!!! NUR MENSCHEN!!!!! Leider….

    Liebste Grüße an eine tolle Mama, an DICH!!!!!!!!

    JesSi Ca

  7. Hallo…immer gut zu wissen das es auch anderen Müttern mal so geht.Sonst erntet man ja gern mal Blicke nach dem Motto“Oh nee,was ist denn DAS für Eine“ 🙁
    Ich gestehe:Ich schreie auch.Bei 4Kindern ab einer gewissen Lautstärke manchmal nicht anders möglich.Und ja,ich schmeisse auch mal mit Sachen(nicht in Richtung Kinder) und ich habe mir im Dezember den grossen Zeh gebrochen weil ich vor Wut gegen die Badezimmertür getreten habe :-S Und was sagt der Psychologe meines Grossen)(Nein,er ist nicht wegen mir dort) ???Das ist gut so!!!!Die Kinder müssen merken das sie Grenzen erreichen…solange man sich hinterher mit Ihnen hinsetzt und erklärt warum man gerade so überreagiert hat.
    Und wenn ich noch mehr ehrlich bin weiss ich warum meine Zwergin manchmal beim Anziehen so ausflippt.Wenn ich laufen gehe,dann zieh ich grundsätzlich den rechten Socken links an und mecker dann vor mich hin…glaub so etwas beobachtet sie sehr genau,toppt es dann allerdings wenn sie so etwas erlebt
    Kopf hoch!Die Phase geht vorbei..aber Achtung…sie kommt in Abständen wieder.Anders trotzig,aber nicht eben harmloser

    Glg,Sonja

  8. Diese Zeilen hätte ich schreiben können! Ich verstehe dich soooooo gut und du bist ganz, ganz sicher nicht allein!

    Meine Tochter wird in 2 Wochen 4 Jahre alt und wir machen grad eine schwierige Zeit durch (Kindergartenstart). Sie bockt und schreit und weint und macht einen Aufstand wegen jeder noch so kleinen Kleinigkeit und ich fühle mich, als müsste ich den ganzen Tag kämpfen und nichts was ich sage oder tue macht es besser.

    Aber ich habe gelernt: Wenn ich denke, ich kann nicht mehr und keinen Ausweg mehr finde… wenn ich mich schon frage, ob ich wohl etwas falsch gemacht habe und was ich bitte noch probieren sollte… dann wird es meistens besser und es geht wieder bergauf. Und danach wird alles viel viel leichter, weil die Maus wieder was gelernt hat, etwas Neues kann und selbst eine Lösung gefunden hat.

    Man muss es nur so gut es geht durchstehen. Aber wir sind alle nur Menschen. Ich würde deiner Tochter das auch mal genau so sagen, wie du es geschrieben hast: Du bist auch ein Mensch mit Gefühlen und man darf sich ruhig mal streiten oder auch mal laut werden, solange man sich danach wieder verträgt. Und sag ihr, dass du sie immer lieb hast, egal was sie macht und egal ob ihr grad streitet oder nicht. Aber das hast du bestimmt schon!

    Kopf hoch! Die Zeiten werden wieder besser, versprochen!

    Lg,
    Josy

  9. Du schreibst mir aus der Seele!
    Meine Große ist 4, der Kleine fast 3 und wir haben quasi täglich genau diese Abläufe.
    Oft ist es so, daß ich mich schon freue, wenn es morgens mal ohne Gezeter und Gequengel und Geschrei (dann von meiner Seite) aus abläuft.
    Traurig.
    Aber ich bin auch entspannter geworden. Meinem Arbeitgeber ist es weitgehend egal, wann ich morgens aufschlage, so lange ich auf meine Stunden komme.
    Daher lasse ich auch mal „Fünf gerade“ sein, wenn ich statt um 8:30h erst um 9:30h auf der Arbeit bin…

  10. Wie wunderbar!!! Ich bin sooooooooo froh, dass es anderen auch so geht. Ich sitze gerade hier und heule fast, weil ich genau wie du diese Gefühle kenne: Diese Berg-und-Tal-Fahrt von total verliebt in die Kleinen sein weil sie so goldig sind, im nächsten Moment sich versuchen zusammen zu reißen, was aber auch nicht immer klappt und am Ende dazustehen und sich über sich selbst zu ärgern weil man es als Erwachsener und Mutter es doch besser wissen und machen müsste. Und wie kommt man zu mehr Gelassenheit? Kennst du Patentrezepte? Ich bin nur ein Mensch und habe leider einen recht kurzen Geduldsfaden – meine ich zumindest. Aber das ist kein Grund. Es erscheint mir für mich selber als Ausrede. Ich will es ja besser machen. Aber es gelingt mir nicht immer. Man muss doch da etwas machen können. Kann man Geduld und Gelassenheit lernen? Es gibt Zeiten, da glaube ich fest daran, weil es da funktioniert. Und dann gibt es Zeiten da klappt es vorne und hinten nicht. Und dann es darauf zu schieben, dass ich auch nur ein Mensch bin erscheint mir zu einfach. Oder ist es das? Bin ich mit mir auch zu streng? Klar müssen Gefühle auch mal raus. Aber wie doof ist es denn zwei Racker mehrfach zu bitten am frühen Morgen im Hausflur sich normal zu unterhalten um nicht alle Nachbarn zu wecken und dann nach der dritten Ermahnung selbst in den Flur zu brüllen. „Jetzt seid aber mal leise“ – Und sich dann direkt die Hand auf den Mund zu schlagen, weil man wieder mal mit „gutem Beispiel“ vorangegangen ist :-(. Aber wie gesagt, es ist schon mal gut zu wissen, dass man nicht alleine ist und es vielen, wenn nicht sogar allen so geht und trotzdem würde ich mich über mehr Geduld und Gelassenheit freuen. Mein nächster Weihnachtswunsch, mal schauen ob er in Erfüllung geht 🙂

  11. Hallo,

    du bist ganz sicher damit nicht allein. Du hast das sehr schön geschrieben und ich konnte mich ein ganz großes STück hineinversetzen, weil es bei uns auch manchmal so läuft. Ich habe vor einer Weile auch mal einen Blogeintrag dazu geschrieben, in dem ich an mir zweifle, vielleicht magst du ihn ja lesen, denn mir geht es genau wie dir.
    http://emmaundlukas.wordpress.com/2014/09/02/kindererziehung-wie-geht-das-denn-richtig/
    Lg und viel Spaß mit deiner Motte

  12. Danke! Danke, dass Du so ehrlich darüber geschrieben hast.
    Mir geht es ähnlich.
    Und auch das schlechte Gewissen ist da und die Unzufriedenheit das Heulen, Schreien, Toben und Ignorieren nicht immer locker, flockig und sanftmütig ertragen zu können.
    Die Story mit dem Marmeladenbrot -die Situation haben wir hier täglich….

    Und ich bin davon überzeugt, dass unsere Kinder garantiert besser mit einem Schreier von uns Mamas umgehen können, als wir uns vorstellen mögen.

    Liebe Grüße

  13. Weißt du was?
    Ich bin auch eine brüllende, zedernde, meckernde Mama und das viel öfter als ich will.
    Ja, da hat man Job, Haushalt, Familienangelegenheiten oder den Tagesplan im Kopf und das Kind bockt. Man merkt er (in meinem Falle ists ein ER) sitzt am längeren Hebel.
    Aber jeden Morgen diese Diskussionen darüber das man sich anziehen muss um raus zu können und nachm Kita gehts dann weiter: Mittagessen!
    Zähne putzen, Händewaschen, Fußnägel schneiden, Haare waschen, …. *schnauf*

    Kleine Kinder sind die miesesten Verhandlungspartner oder?

  14. Liebe Anna, ich musste gerade doch tatsächlich schauen ob mein Tagebuch noch in neinem Nachtschränkchen liegt. Zu 99% steht da genau deine Geschichte drin!! Unglaublich. Man denkt immer man ist allein damit, allen anderen geht es besser. Oder sie haben liebere Kinder, dabei ist das eigene doch perfekt und ein Strahlemann…. So ratlos und verloren fühle ich mich in den Momenten der Wutanfälle des Wirbelwindsohnes… Und wenn man sich mal traut und das so erzählt heisst es gleich: Schon auf ADHS getestet? Öhm nee. Der ist ha gerade vier und nicht immer so. So phasenweise eben… Seufz. Toll das du so offen darüber schreibst!! Und wie war das doch gleich mit der Krone richten?
    Liebe Grüße einer Gleichgesinnten
    Nadine

  15. Ein super Beitrag und Du hast meinen größten Respekt! Du glaubst nicht im Ernst, dass andere Mütter in der Situation gelassen bleiben;-) Das glaube ich kaum. Und solche quengelnden Nervensägen können einen wirklich an den Rand des Nervenzusammenbruchs bringen. Allerdings kann das meine fast 16jährige auch noch;-))) Ersetze das Quengeln dann durch stundenlang blockierte Bäder, freche Antworten und ein Zimmer, was man lieber nicht freiwillig betritt, irgendwie hat man immer Angst, es könnte da drin was leben;-)

    Aber sonst ist sie eigentlich sehr lieb und wenn sie schläft…. lach, da sie schon mein 3. Kind ist, bin ich vielleicht inzwischen etwas abgeklärter, aber laut werde ich trotzdem noch oft genug – und he, das war meine Mutter auch und sie war trotzdem die weltbeste Mama aller Zeiten!

    LG Antje

  16. Ich könnte mir vorstellen, dass Dir Jesper Juul helfen könnte bzw seine Ideen. Was Du beschrieben hast, würde er vermutlich so erklären: Deine Tochter trägt zuviel Verantwortung und flippt so sehr aus, weil sie diese Verantwortung eigentlich nicht tragen kann. Diese beschriebenen Szenen laufen so, wie es die Tochter will, sie hat die Führung – und eigentlich sollte der erwachsene Mensch die Führung haben. Und dazu würde auch passen, dass sie sich plötzlich friedlich anziehen lässt, wenn Mama mal ganz bestimmt sagt: „los geht’s, ab in die Kita!“.
    Ich kann nur auf Jesper Juul verweisen, finde ihn großartig, habe selbst kein Kind, aber „probiere“ Jesper Juuls Ideen zusammen mit meinem Freund am Kind meines Freundes aus, und dabei kommt was Gutes heraus.
    Nicht mit dem Kind diskutieren, denn das „kann“ es noch gar nicht… Und eine Diskussion ohne Ende bringt das Kind wieder in die führende Rolle, was wieder „zuviel“ für das Kind ist. Einmal sagen, wie die Sache laufen soll bzw was geht und was nicht geht, und dann etwas anderes machen/sagen oder aus dem Raum gehen…als Beispiel.

  17. Im übrigen finde ich es eine übermenschliche Forderung, wenn Du von Dir verlangst, immer tiefenentspannt zu sein, während Dein Kind sich aufregt und schreit und sonstwas anstellt. Warum sollte man denn immer tiefenentspannt sein? Das kann doch kein Mensch. Mal laut und bestimmt sein ist doch okay! Und dem Kind muss auch nicht immer alles nach dem Willen gehen… Ich glaube, Du solltest mehr auf Dich selbst achten, dann spürt wahrscheinlich auch Dein Kind, dass „alles in Ordnung“ ist.

  18. Ihr Lieben, ich bin total überwältig von dem ganzen Zuspruch der mich aufgrund dieses Artikels erreichte. Danke, danke, danke! Ich bin sehr gerührt…! Und gleichzeitig erleichtert, dass ich nicht die einzige Mama bin, die mal die Nerven verliert…Fühlt Euch alle sehr lieb gegrüßt, Eure Anna

  19. Ich glaube nicht daran, das es diese perfekten Mütter gibt.^^ Nach aussend hin sicher, aber im Grunde sind die meisten von uns gleich. Wir wollen nur das beste für unsere Kinder und tun alles dafür, die nerven zu verlieren und mal laut zu werden ist menschlich, auch wenn wir uns das gleich zu Herzen nehmen und ein schlechtes Gewissen bekommen. Es ist eben nicht immer leicht. 😉 Schön, das das kein Dauerzustand ist.

    LG Mel

  20. Liebe Anna,

    man könnte meinen, Du beschreibst unseren momentanen Haushalt… Da wurde heute morgen ein Tobsuchtsanfall herbeigeführt, weil Mama den von Töchterchen angeforderten Waschlappen (den diese zunächst mit „Nein, mach ich nicht!“ kommentierte) dann doch nicht mehr brauchte, als Töchterchen ihn ihr endlich gebracht hat… Drama…
    Ich kann so gut nachempfinden, wenn Du Dich so hilflos und auch wütend fühlst… Ich wäre auch gerne geduldiger und gelassener und würde gerne weniger „erpressen“. Beruhigend, dass es anderen Müttern auch so geht.
    Ich wünsche Dir, dass es bald wieder bergauf geht – die Zeit mit unseren Kleinen, die schon so groß sein wollen, ist so kostbar.

    Alles Gute
    Caro

  21. Danke für diesen ehrlichen Text! Habe jetzt ziemlichen Bammel vor der Trotzphase.. Habe heute den ersten Wutanfall meiner 10 Monate alten Tochter erlebt. Der war schon nicht ohne..

    1. Ich glaube alle Mamis haben Angst davor 🙂 Aber weißt Du was? Wir schaffen das schon…wir sind doch Supermamis 🙂 nur eben manchmal auch Menschen…Danke für Deinen lieben Kommentar!

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