Mal ehrlich Mama…Heute zu Gast: Lina von „hhjournal“ #malehrlichmama

Ihr habt vielleicht bemerkt, dass es letzten Samstag gar kein #malehrlichmama-Interview gab. Ich habe es unter der Woche einfach nicht geschafft das Interview vorzubereiten und das Wochenende stand ganz im Zeichen meines Geburtstags, den ich dann einfach mal genossen habe ohne ans Bloggen zu denken.

Heute ist meine Interviewreihe aber zurück und mein heutiger Gast ist die liebe Lina, die aus meiner wunderschönen Heimatstadt Hamburg stammt, jetzt aber mit ihrer Familie in Hannover lebt. Wenn Ihr auf ihren Blog „hhjournal klickt, überkommt Euch glatt das Fernweh, denn Lina bloggt in erster Linie über die Reisen mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn. Besonders die Berichte aus ihrem 2-monatigen Elternzeit-Trip um die Welt sind absolut lesenswert. Wenn ihr also mal Lust auf Urlaubsfeeling habt, könnt Ihr Euch bei Lina inspirieren lassen…

Über die Mama und den Blog

Bildrechte: hhjournal

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Bitte stelle Dich kurz vor und erzähle, was uns auf Deinem Blog erwartet

Ich bin Lina, 30 Jahre alt, verheiratet und seit Dezember 2013 Mutter eines Sohnes. Ursprünglich komme ich aus Hamburg, wohne nun aber mit meiner Familie, für mein Master-Studium in Hannover. Den Blog (https://hhjournal.wordpress.com) startete ich kurz vor unserer gemeinsamen Elternzeit in der wir 2 Monate durch die Welt flogen: New York, Hawaii, Neuseeland, Australien. Es war wunderschön und viel zu kurz. Zurück zuhause erzähle ich von unseren Ausflügen, raus aus dem Alltag, raus aus der Stadt und ich berichte von Camping-Touren mit unserem VW-Bus.

Muttersein ist für mich…

…anstrengend, schön, aufregend, abwechslungsreich, bereichernd.

Wenn ich mal nervlich am Ende bin, dann tanke ich neue Kraft am besten beim…

…Kaffee trinken & klönen.

Jetzt mal ehrlich liebe Lina…

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Welche Eigenschaft als Mama kannst Du an Dir nicht ausstehen? Und welche magst Du ganz besonders?

Ich bin sehr geduldig geworden, eine Eigenschaft, die ich vorher an mir nicht kannte und nun sehr mag. Allerdings lasse ich mich immer noch von Dinge, die nicht mein Kind betreffen unnötig stressen – das nervt mich und ich arbeite daran gelassener zu werden – auch wenn es nicht um meinen Sohn geht.

Bist Du spießiger geworden, seit Du Mama bist? Und wenn ja: in welchen Dingen?

Ich achte noch mehr auf gesunde Ernährung – das ist aber nicht spießig. Oder? Der Geschirrspüler ist mir mit Kind noch wichtiger geworden und manchmal hätte ich auch gerne einen Trockner und unseren Roboter-Staubsauger liebe ich. Geräte, die ich vorher unnötig fand. Einen Thermomix finde ich allerdings immer noch überflüssig. Um Zusatzversicherungen und eine Altervorsorge müsste ich mich auch kümmern – oder eben auch nicht. Gerade heute habe ich einen Artikel dazu gelesen: „Little Years“ http://www.littleyears.de/blog/die-beiden-grosten-irrtumer-rund-ums-muttersein/ Ein Kind macht einen eben nicht auf einmal Erwachsen und spießig. Ein Kind verändert zwar auf der einen Seite alles, irgendwie verändert es aber auch wieder nichts.

Wie bringt Dich Dein Kind am schnellsten zur Weißglut? Welche Eigenschaften Deines Kindes bringen Dich auf die Palme?

Meist ist es der Quatsch abends im Bett, der mich wütend werden lässt. Wobei ich mich sehr oft zusammenreissen muss nicht lachen zu müssen. Im Bett lässt sich der kleine Herr die lustigsten Dinge einfallen, um nicht schlafen zu müssen.

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Was magst Du nicht an Deinem Kind und was besonders?

Gibt es Dinge nicht man so gar nicht an seinem Kind mag? Ist man von der Liebe nicht total geblendet? – ich bin es. Manchmal denke ich, dass mein Sohn etwas forscher sein könnte, besonders auf dem Spielplatz unter anderen Kindern. Ich möchte nicht, dass er untergebuttert wird – wobei ich mir darüber nicht wirklich Sorgen mache. Ich liebe seinen Charme, mein Sohn ist ein kleiner Schauspieler, er weiß wie man eine gute Show hinlegt und wie man flirtet.

Hat Dich Dein Kind schon mal in eine peinliche Situation gebracht? In welche?

Bisher waren wir in noch keiner peinlichen Situation – zumindest keine, die mir peinlich war. Ich verzeihe Kindern ziemlich viel!

Welcher ist der beste Ratschlag, den Du jemals als Mama bekommen hast? Und auf welchen hättest Du gern verzichtet?

Ratschläge, die ich als unnötig empfand, habe ich sofort wieder vergessen. Der beste Ratschlag war und ist „Höre auf deinen Instinkt, vertraue deiner Intuition, deinem Bauchgefühl und vor allem deinem Kind“.

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Dein ultimativer Tipp gegen Trotzanfälle in der Öffentlichkeit?

Wir stehen kurz vor der Terrible Two. Echte Trotzanfälle gab es in der Öffentlichkeit noch nicht. Toi, toi, toi.

Wie überredest Du Dein Kind wenn es etwas nicht will?

Ich versuche ihm mein Anliegen in Ruhe zu erklären, tatsächlich klappt das oft sehr gut. Zuhause kann ich ihn im Zweifel mit Milchschaum locken und unterwegs mit seinem Schnulli oder einem Spielzeug. Ablenkungen unterwegs, wie ein Bagger oder eine Baustelle helfen auch immer ungemein.

Welche Sorte Eltern nervt Dich so richtig?

Eltern die mich nerven ignoriere ich – ich glaube manchmal, dass sie mir deswegen kaum auffallen. Ich persönlich finde es schrecklich, wenn alles nach einem perfekten Zeitplan läuft und kein Raum für Spontanität bleibt. Ansonsten finde ich Assi-Eltern schrecklich (darf man das so sagen?): Wenn eine Mutter ihr Neugeborenes mit einer Zigarette im Mund vor sich her schiebt, kriege ich die Krise.

Findest Du andere Kinder manchmal nervig und warum?

Alle Kinder nerven manchmal, finde ich. Klugscheißer-Kinder nerven mich besonders. Leider glaube ich, dass jedes Kind mal in so eine Phase kommt.

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Glaubst Du manchmal, dass Du eine schlechte Mama bist? Warum/in welcher Situation?

Eine so richtig schlechte Mama bin ich nicht – denke ich – hoffe ich. Wenn dem so wäre, wäre mein Sohn sicherlich unzufriedener. Wahrscheinlich mache ich tausend Dinge falsch, aber im Großen und Ganzen fühle ich mich mit dem was ich tue sehr wohl.

Hast Du Dein Kind schon mal als Ausrede benutzt? Wann?

Mein Mann und ich wollten das nie tun und lieber immer ehrlich absagen. Als wir aber zu einer Feier eingeladen waren und länger hätten dort hinfahren müssen, haben wir unser „krankes“ Kind als Ausrede benutzt. Erspart Diskussionen – das war aber ehrlicherweise auch das einzige Mal.

Was willst Du in der Erziehung Deines Kindes auf keinen Fall so machen wie Deine Eltern? Und was auf jeden Fall genauso?

Meine Eltern waren für mein Empfinden sehr streng, was die Nachhaus-Komm-Zeiten angingen. Ich würde mir wünschen in dieser Hinsicht entspannter zu sein. Das sehen wir dann, wenn es so weit ist – ich spucke hier lieber nicht zu große Töne. Meine Eltern habe uns Kinder immer als gleichberechtigte Personen behandelt, das finde ich sehr wichtig und handhabe es genauso.

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Mit wem kommt das Kind dreckiger vom Spielplatz? Wer ist ängstlicher? Wer konsequenter? Wer sorgt eher für gesunde Ernährung: Mama oder Papa?

Dreckiger: mit Papa

Ängstlicher: Papa

Konsequenter: Mama

Gesunde Ernährung: Mama, wobei der Papa immer kocht

Was kannst Du von Deinem Kind lernen?

Die kleinen Dinge im Leben zu sehen und immer wieder Neues zu entdecken. Wenn wir zu dritt spazieren gehen, sehen mein Kind und auch mein Mann viel mehr Details der Umwelt als ich – diesen Blick dafür zu haben finde ich total schön.

Rechnest Du insgeheim manchmal zwischen Dir und Deinem Partner auf: so nach dem Motto: warum muss ich das eigentlich immer alles allein machen?

Insgeheim? Ganz öffentlich. Das Thema führt häufig zu Diskussionen. Ich habe mal von einem Vorschlag gelesen, alle Tätigkeiten zu notieren und nach vier Wochen untereinander zu vergleichen. Vielleicht sollten wir das mal probieren!?

Die Mama-Pflichten sind manchmal lästig: stillen, wickeln, anziehen etc. – für welche findest Du Ausreden, damit sie Dein Partner übernimmt, wenn es möglich ist?

Gestillt habe ich sehr gerne, die Pflichtpausen habe ich genossen. Am Anfang hat mein Mann das Kind gewickelt, das ist irgendwann weniger geworden und in jedem Fall eine Tätigkeit die ich sehr gerne abgebe. Wer das Kind ins Bett bringt ist auch ein ständiges Thema. Eine Gute-Nacht-Geschichte vorlesen, kuscheln, das Kind ins Bett legen kann sehr schön sein – wenn die Einschlaf-Prozedur aber eine Stunde dauert ist es anstrengend.

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Die größte Lüge seit ich Mama bin ist…

Es gibt so viele Lügen wenn es um die Schwangerschaft, das Kinderkriegen und das Muttersein geht. Alles wird anders und Nichts verändert sich. Irgendwie verändert sich alles und irgendwie bleibt alles beim Alten. Es ist unbeschreiblich. Für mich wird das Muttersein immer anstrengender und immer schöner. Mein Sohn wird immer anstrengender und ich liebe ihn jeden Tag mehr. Das ist eine sehr clevere Kombination von der Natur. Vorher dachte ich, dass man sein Kind von Anfang an über alles lieben wird und die großen Muttergefühle direkt nach der Geburt einsetzen. Bei mir war das nicht so. Mein Mutterinstinkt hat natürlich sofort alles für mein Kind getan, trotzdem musste ich meinen Sohn erst kennenlernen und meine Liebe musste wachsen und wächst noch immer. In meinen Augen ist eine Geburt auch nicht romantisch und nicht schön, so wie man sich eben „schön“ vorstellt. Es ist der Wahnsinn, aber klassisch schön, würde ich es nicht beschreiben. Und an alle frisch gebackene Mamas: Ihr werden den Schmerz vergessen. Auch das habe ich direkt nach der Geburt nicht geglaubt.

Was hast Du in der allerersten freien Zeit ohne Kinder gemacht?

Am allerersten Abend ohne Kind war ich auf dem Geburtstag einer sehr guten Freundin. Ich habe Milch abgepumpt, einen Cocktail getrunken und bin ohne Windel und Schnuller aus dem Haus gegangen. Ein tolles Gefühl.

Was ist Familienglück für Dich (neben den allgemeingültigen Dingen wie Gesundheit o.ä.)?

Ein entspanntes Wochenende ohne Verpflichtungen (arbeiten, Wäsche waschen, putzen o.Ä.) gemeinsam zu verbringen. Dabei ist es egal, ob wir mit den Bulli unterwegs sind, in der Stadt in einem Café sitzen, auf dem Spielplatz toben oder zuhause auf dem Sofa liegen. Am allerschönsten finde ich die Morgende an denen wir zusammen lange im Bett liegen und kuscheln, ich mit meinem Kaffee, das Kind mit seinem Milchschaum.

Dein bisher schönstes Mama-Kind-Erlebnis war…

Als mein Sohn das erste mal klar und deutlich „Mama“ gesagt hat. Wir saßen auf dem Sofa, kurz vor dem Schlafen gehen, haben gekuschelt. Er hat seinen Schnulli aus dem Mund genommen, mich angeschaut und „Mama“ gesagt. Da liefen mir Tränen. Zufällig hat mein Mann das sogar gefilmt.

Wann hast Du Dir das letzte Mal die größten Sorgen um Dein Kind gemacht?

Als er die Treppen runter gefallen ist. Zum Glück haben wir eine Holztreppe im Hausflur. Als er schreiend Stufe für Stufe auf dem Rücken runterfiel habe ich mich aber trotzdem sehr erschrocken. Bis auf einer Beule am Kopf ist allerdings nichts passiert.

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Welche Werte/Leitsätze o.ä. willst Du Deinem Kind mit auf seinen Weg geben?

„Du bist wunderbar, so wie du bist.“ Offenheit, Freundlichkeit, jede Menge Selbstbewusstsein und gerne auch ein wenig Eigenartigkeit, möchte ich meinem Kind mit geben.

Nenne eine Sache (materiell), die aus Deinem Mama-Alltag nicht mehr wegzudenken ist, weil sie den Alltag erleichtert, schöner macht etc., und die Du jeder Mama ans Herz legen möchtest

Mein Concealer, um die Augenringe weg zu schminken. Ich schminke mich im Alltag nicht viel, den Abdeckstift benutze ich aber jeden Morgen – ich muss ihn jeden Morgen benutzen.

Wenn Ihr ein ganzes Wochenende so viel Zeit und Geld hättet, wie Ihr wollt, was würdet Ihr machen/unternehmen?

Am liebsten reisen, am liebsten natürlich länger als nur ein Wochenende. Ich denke wir würden mit unserem VW-Bus irgendwo hinfahren: erst Tiere auf dem Land gucken, Abends lecker essen gehen, irgendwo am Wasser Weinschorle trinken, am nächsten Morgen frische Brötchen frühstücken, vorher vielleicht sogar irgendwo ins Meer springen und dann den Tag mit Stadtbummel, neuen Entdeckungen und Kaffee trinken genießen. Vielleicht können wir das im Frühling so oder so ähnlich in Kopenhagen oder Stockholm umsetzen.

Wenn Du Lust hast, hinterlasse hier noch den witzigsten “Kindermundspruch“ Deines Kindes

Mein Kind spricht bisher nur sogenannte 1-Wort-Sätze. Ich freue mich schon auf lustige Kinder-Versprecher. Ein tolles Erinnerungsbuch dazu gibt es übrigens von „Wasfürmich“: Frischlingsflausen. Ich liebe es aber schon jetzt seine Stimme zuhören, mag aber auch seine Zeichensprache – am Besten gefällt mir seine Drehung mit der Hand, wenn er von einem Windrad oder einem Ventilator spricht.

 

Liebe Lina, herzlichen Dank für Deinen Besuch und Deine ausführlichen Antworten. Ich hoffe Du hattest genauso viel Spaß beim Antworten wie ich beim Lesen.

Ein paar Eindrücke und Bilder aus Linas Alltag und ihren Reisen mit ihrer Familie gibt es auf Instagram oder Twitter. Schaut doch mal bei ihr vorbei.

Nächste Woche folgt an dieser Stelle das nächste Mama-Interview! Ihr habt auch Lust mitzumachen und Rede und Antwort zu stehen? Dann schickt mir eine kurze Mail an familiemotte@email.de – ich freu´ mich auf viele spannende Antworten

Habt ein schönes Wochenende

Eure Anna

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