Lübeck mit Kindern // Von Marzipanschnuten, Strand und Regen, Regen, Regen…

Mitte Juli waren wir für ein Wochenende mit den Kindern in Lübeck. Mein Mann und ich waren schon oft dort, seltsamerweise aber noch nie mit den Kindern. Der letzte Besuch in der wunderschönen Hansestadt liegt also schon eine ganze Weile zurück wie Ihr erahnen könnt. Warum eigentlich haben wir uns gefragt? Denn wieder hat Lübeck uns mit seiner Schönheit verzaubert – und das trotz Dauerregen.

Lübeck

Obwohl nur eine knappe Autostunde von Hamburg entfernt, kamen wir am Ankunftstag erst relativ spät in Lübeck an. Schuld ist eine – gefühlt – dauerhafte Baustelle auf der Autobahn. Aber wir waren trotzdem guter Dinge. Denn die Sonne strahlte vom Himmel. Es war wunderbar warm und wir freuten uns auf die gemeinsame Zeit.

Deswegen stellen wir nach Ankunft auch nur kurz unsere Koffer im Hotel ab und schlenderten gleich weiter Richtung Lübeck Zentrum.

Wo man die Atmosphäre der Stadt am besten spürt

Die Altstadt von Lübeck liegt auf einem kleinen Inselhügel und ist mit ihren fast 100 historischen Bauten UNESCO-Kulturgut. Rundherum ist sie von Wasser umgeben. Egal von welcher Seite man den schmalen Gassen bergab folgt: immer landet man irgendwann an einem Teich, Graben, Kanal oder Fluss.

Wir blieben an der Wakenitz stehen und schauten den kleinen Booten hinterher. Überquerten die Straße zu Lübecks imposantem Wahrzeichen: dem Holstentor und bummelten schließlich an der Obertrave entlang.

Genau hier überblickt man fast den gesamten historischen Stadtkern. Die vielen Kirchtürme, die historischen Giebelhäuser und die vielen hübschen Gassen, die von der Flaniermeile abzweigen.

Lübeck

Über die Obertrave blickt man auf den historischen Stadtkern mit den vielen Kirchtürmen. Links: die Merienkirche, rechts: die Petrikirche

Das Holstentor fand die Motte richtig toll. Sie war beeindruckt von den beiden Türmen an der Seite und wollte unbedingt hindurch spazieren. Ehrlich gesagt gehört das zu einem echten Lübeck-Besuch auch dazu. Im Inneren des Holstentors gibt es ein Museum, dass über die Lübecker Stadtgeschichte informiert, welches wir wegen des schönen Wetters aber ausließen.

Holstentor

An der Obertrave waren die Kinder dann auch nicht mehr zu halten. Der große Brunnen mit den verschiedensten Wasserspielen war einfach zu verlockend. Sie zogen sich bis auf Windel und Unterhose aus und tobten unter den Wasserfontänen hindurch. An Weitergehen war erstmal nicht zu denken. Aber genau das macht das Reisen mit Kindern ja irgendwie auch besonders. Dass sie sich immer wieder an kleinen Dingen erfreuen können. Eben wie an diesem Brunnen an einem warmem Sommertag.

Anschließend hatten wir alle großen Hunger. Also besorgten wir uns bei der L´ Osteria eine große Pizza, ließen uns am Ufer der Trave nieder und picknickten im Gras. Es war ein herrlich entspannter Tagesabschluss.

Wenn man länger als einen Tag bleibt…

…dann sollte man unbedingt einen Abstecher ins 20 km entfernte Travemünde machen. Travemünde besuchen wir sehr oft, weil die Großeltern meines Mannes dort wohnen.

Travemünde

Da das Wetter am Samstagvormittag gut blieb, setzten wir uns nach dem Frühstück ins Auto und fuhren gen Ostsee. Wir freuten uns auf ein paar Stunden am Meer.

Wir parkten gegenüber der Seebrücke und marschierten los. Aufgrund der Travemünder Woche war Travemünde gut besucht. Zahlreiche Segler machten bereits ihre Boote für die anstehenden Regatten startklar. Diese starten zum Teil direkt von der Strandpromenade, was natürlich spannend für alle Zuschauer ist.

Die Kinder wollten natürlich sofort an den Strand. Ruck zuck hatten sie ihre Schuhe ausgezogen und liefen juchzend durch den Sand. Und auch wir genossen die Seeluft. So eine Auszeit am Meer – und sei sie noch so kurz – fühlt sich ja immer wie ein Urlaub an. Man kriegt den Kopf frei und genießt einfach den Blick aufs Wasser.

 

Ziel unseres kleinen Strandspaziergangs war die Nordermole mit ihrem kleinen grün-weiß geringelten Leuchtturm.

Travemünde

Hier liegt nämlich ein toller Abenteuerspielplatz direkt am Strand. Dort verbrachten wir die nächsten zwei Stunden.

Die Motte erkletterte den Ausguck des großen Piratenschiffs, der Floh konnte nicht genug bekommen von der Drehschaukel und die Minimotte könnte sowieso den ganzen Tag nichts anderes tun als Schaukeln.

 

Nebenbei hat man vom Spielplatz natürlich einen herrlichen Blick auf die vorbeifahrenden Schiffe: von kleinen Booten über große Kreuzfahrtschiffe und schwer beladene Containerschiffe ist alles dabei.

Das interessiert die Kinder nicht unbedingt. Uns Eltern aber schon 🙂

 

Ach so, und man kann auch prima in der Hängematte liegen…

Gegen Mittag zog es sich zu. Der Himmel wurde immer grauer. Also bummelten wir zwischen den vielen Buden der Travemünder Woche vorbei zu Fisch Paul. Die Kinder wollten Fischstäbchen, wir aßen ein Fischbrötchen auf die Hand und hofften, dass wir unser Auto noch trockenen Fußes erreichen.

Umsonst gehofft. Kurz nachdem unser Essen kam setzte der erste Schauer ein. Nach dem Essen wurde der Regen sogar noch stärker und es sah auch nicht so aus, als ob es zeitnah aufhören würde. Deshalb machten wir uns irgendwann trotzdem auf den Rückweg. Die Zwillinge, die es – dank Regenschutz – im Kinderwagen warm und trocken hatten, schliefen auf dem Weg ein. Da wir eh schon nass waren, ließen wir sie schlafen und erkundeten noch eine Weile das Kinder-Areal am Brügmanngarten.

So viel Zeit muss sein…

Zurück in Lübeck waren wir immer noch sehr nass und der Regen prasselte immer noch unaufhörlich herunter.

Wir zogen den Kindern trockene Sachen an und beschlossen: Kakao und Kuchen muss jetzt sein. Dafür ist – besonders wenn man das erste Mal in Lübeck ist – ein Besuch im berühmten Café Niederegger Pflicht. Man sollte etwas Zeit mitbringen, denn meist ist es brechend voll. Die Wartezeit kann man aber prima im angeschlossenen Shop verbummeln und sich mit vielen kleinen Köstlichkeiten für zu Hause eindecken. Wir fanden mit Glück sofort einen Platz im gegenüberliegenden Niederegger Arkadencafé.

Die Auswahl des Kuchens aus der großen Vitrine fällt richtig schwer. Sooo lecker sieht das alles aus. Wer auf Marzipan steht sollte unbedingt den Klassiker – die Marzipan-Nusstorte – bestellen. Da ich nicht so ein riesen Marzipan-Fan bin, gab es Erdbeerkuchen und einen Marzipan-Milchkaffee mit Blick auf den verregneten Rathausplatz.

Gut gestärkt besuchten wir anschließend noch das Marzipan-Museum im 2. Obergeschoss des Café Niederegger.

Der Eintritt ist frei und man erfährt dort viel über die Entstehung des 1806 gegründeten Marzipanhauses und die Marzipanproduktion. Dazu gibt es zwölf lebensgroße Persönlichkeiten, die ganz aus Marzipan gefertigt sind und natürlich gibt es auch das berühmte Holstentor aus der süßen Zuckermasse zu bestaunen.

Die Motte war besonders fasziniert von dem 3D-Marzipandrucker. Die Fertigstellung einer Figur dauert allerdings so lange, dass man nicht die ganze Zeit daneben stehen und zuschauen kann.

Und nachdem wir kaum noch dran geglaubt hatten, machte der Regen tatsächlich auf dem Rückweg ins Hotel eine kleine Pause. Also beschlossen wir spontan auf die Aussichtsplattform der St. Petri – Kirche zu fahren. Denn von dort hat man einen grandiosen Blick über ganz Lübeck.

Der Himmel war immer noch grau und schließlich fielen auch wieder ein paar Tropfen, aber die Auffahrt hat sich trotzdem gelohnt. Die Aussicht ist einfach fantastisch.

 

Was tun wenn es nicht aufhört zu regnen? Ab ins Museum für Natur und Umwelt

Auch der Sonntag bescherte uns ausschließlich Regen. Wir entschieden uns daher das Museum für Natur und Umwelt zu besuchen.

Das Museum bietet auf drei Etagen spannende Einblicke in die Tierwelt und Naturgeschichte Schleswig-Holsteins. Viele – bereits ausgestorbene – Lebewesen sind als Fossilien zu bewundern.

Kinder dürfen fasst alles anfassen und es gibt zahlreiche interaktive Mitmachstationen.

Bei diesem Puzzle zum Beispiel wurde deutlich, dass Lübeck früher noch von Meer und Flüssen bedeckt war.

Museum für Natur und Umwelt

Die Zwillinge fanden besonders die großen Vitrinen, in denen Tiere in ihren ursprünglichen Lebensräumen ausgestellt sind, toll. Und auch die lebenden Tiere in den Aquarien und Terrarien wurden begeistert bestaunt.

Museum für Natur und Umwelt

Die Minimotte ist wahnsinnig fasziniert von Schildkröten. Immer wieder wollte sie am Schildkröten-Aquarium gucken.

Im Obergeschoss kann man ein Bienenvolk bei der Arbeit beobachten und sogar mit Hilfe der Lübecker Bienentanzuhr die Bienensprache übersetzen. Und wie immer gibt es auch für uns Eltern noch viel Neues zu lernen. Wir waren vor allem überwältigt von dem riesigen Pottwal-Skelett im Domhof, den man über das Museumscafé erreicht. Guckt mal wie winzig die Zwillinge im Vergleich sind…

Im Museumscafé kann man hübsch unter den Arkaden sitzen wenn das Wetter besser ist. Vielleicht beim nächsten Mal…

Nach dem Museumsbesuch fuhren wir zurück ins Hotel, checkten aus und machten wir uns gegen frühen Nachmittag auf den Rückweg nach Hamburg. Wir hätten gern noch ein wenig mehr Zeit in Lübeck verbracht, aber das Wetter sollte auch für den Rest des Tages nicht besser werden.

Apropos: wo kann man als Familie in Lübeck gut schlafen?

Die größte Schwierigkeit bei Städtereisen mit Kindern ist es meist, eine geeignete Unterkunft mit viel Platz zu finden, die zentral liegt und möglichst nicht ein Monatsgehalt verschlingt. Wir haben im Hotel Lindenhof übernachtet. Dort hatten wir ein geräumiges Zimmer mit kleiner Küchenzeile und Sitzecke, in dem außerdem zwei Babybettchen bereit standen. Die Einrichtung ist etwas altbacken, aber es ist sauber und irgendwie auch gemütlich. Für die Kinder lag ein kleines Willkommenstütchen mit Kinder-Waschgel. Seife und einem lustigen Waschlappen bereit. Eine wirklich nette Idee, über die wir uns sehr gefreut haben,

Hotel Lindenhof Lübeck

Das Hotel liegt superzentral. Das Holstentor ist in wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen. So haben wir während unseres Aufenthalts das Auto meist stehen gelassen. Das Hotel bietet kostenloses WLAN, einen kleinen Loungebereich mit Kamin und Kaffeeautomat und sogar eine kleine Spielecke. Das Frühstück war gut und reichhaltig und der Service in allen Bereichen unheimlich nett und herzlich.

Leider hatten wir in der ersten Nacht etwas Pech, weil die Straße vor dem Hotel saniert wurde. Die ganze Nacht mussten wir den Lärm der Baustellenfahrzeuge ertragen und haben wirklich schlecht geschlafen. Auch ein geschlossenes Fenster half da nicht. Zudem war es sehr warm im Zimmer, öffnen konnten wir es nachts aufgrund des Lärms auch nicht. Das war ein wenig unglücklich. In der zweiten Nacht ruhte die Arbeit an der Baustelle – endlich eine ruhige Nacht :-).

Für die schlechte erste Nacht trifft aber das Hotel keine Schuld. Denn trotzdem haben wir uns hier sehr wohl und willkommen gefühlt. Deshalb von uns durchaus eine Empfehlung für Familien, die eine gute und vor allem zentrale Unterkunft in Lübeck suchen.

Wie immer ging unser Wochenendtrip viel zu schnell vorbei. So viele Dinge hätten wir gern noch gemacht. Aber dann eben beim nächsten Mal und bitte mit besserem Wetter 🙂 Wir haben uns ja sowieso vorgenommen viel öfter herzukommen. Ist ja nicht weit.

Ward Ihr schon mal in Lübeck oder Travemünde? Habt Ihr noch Tipps was bei einem Besuch dort unbedingt dazugehört?

Ich freu mich auf Eure Anregungen und wünsche Euch eine schöne Woche. Meint Ihr der Sommer kommt nochmal zurück?

Eure Anna

 

Noch mehr Bilder aus dem wunderschönen Travemünde gibt es in unserem Bericht Ein Tag am Meer 

 

*Unsere Reise wurde freundlicherweise von Lübeck & Travemünde Marketing unterstützt. Dafür bedanken wir uns ganz herzlich. Von unseren Erlebnisse erzählen wir dennoch wie immer völlig authentisch und ehrlich. 

 

 

2 Comments

  • Katharina

    23. August 2017 at 11:09

    Hallo Anna,

    der Bericht gefällt mir richtig gut. Ich konnte nachvollziehen wo dich befindest, vor allem in Lübeck, wo ich selber zwar nur einmal war aber die Stadt faszinierend fand. Du hast mich dazu inspiriert noch einmal dahin zu fahren.
    LG Kathi

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