Puh, wir haben es tatsächlich geschafft: die ersten sechs Monate als Zwillingseltern! Zeit den letzten Monat noch einmal Revue passieren zu lassen, denn es ist wahnsinnig viel passiert. Manchmal ist es wirklich erstaunlich, wie schnell sich so ein kleiner Mensch entwickelt. Schwupp, schon wieder kann er etwas Neues. Einfach so, von heute auf morgen.

Man merkt vor allem der Minimotte nun deutlich an, dass sie unbedingt so schnell wie möglich mobil werden möchte. An vielen, vielen Tagen ist meine sonst so ausgeglichene Maus nun ungeduldig und quengelig, weil sie ganz offensichtlich gern vorankommen möchte, es aber natürlich noch nicht schafft. Und auch der Floh hat enorme Fortschritte gemacht. Aber eins nach dem anderen.

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Der vergangene Monat brachte viele Veränderungen mit sich, daher warne ich an dieser Stelle gleich vor: dieser Post heute wird recht lang.

Im Dezember bin ich mit dem Floh wegen seines Daumens beim Orthopäden gewesen. Er klappt seinen rechten Daumen ja immer in die Handfläche ein. Das liegt daran, dass das Daumenbändchen an dieser Hand zu kurz ist und er den Daumen daher gar nicht ausstrecken kann. Der Orthopäde hat sich das kurz angeschaut und sofort gesagt, dass das angeboren ist und man den Daumen einmal ein kleines Stückchen aufschneiden muss, um das zu beheben. Also haben wir nun Ende Januar einen Termin im Kinderkrankenhaus. Ich finde das alles nicht so toll, weil der kleine Kerl ja sowieso schon mit so vielen Dingen kämpft, andererseits weiß ich ja, dass er den Daumen dringend braucht: zum Greifen, zum Aufstützen, zum Krabbeln und, und, und…und lieber wir machen den Eingriff jetzt, damit er sich gar nicht erst daran gewöhnt den Daumen nicht zu benutzen. Dennoch: es ist einfach ein blödes Gefühl zu wissen, dass sein minikleines Händchen unters Messer muss.

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In der Woche vor Weihnachten haben wir außerdem einen Termin bei einem Doktor für Manuelle Medizin bekommen. Er ist ein – weit über die Grenzen Hamburgs hinaus – bekannter Chiropraktiker, der zusätzlich noch osteopathisch behandelt. Er wurde mir von unserer Physiotherapeutin empfohlen. Und der Termin hat sich mehr als gelohnt. Er hat den kleinen Floh zuerst ausgiebig angeschaut und abgetastet, anschließend wurde ein Röntgenbild gemacht und dabei kam heraus, dass seine obersten zwei Halswirbel nicht am richtigen Fleck sitzen. Den obersten Wirbel hat er gleich durch einen bestimmten Griff korrigiert, Mitte Januar sollen wir zur Kontrolle wieder kommen. Eventuell wird er dann auch noch den zweiten Wirbel an die richtige Stelle rücken.

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Und was soll ich sagen…gleich am Tag nach dem Termin hat der kleine Zwerg sich zum ersten Mal vom Rücken auf den Bauch gedreht. Zwar war er drei Tage sehr, sehr, sehr quengelig, aber dann war er plötzlich wie ausgewechselt. Er ließ sich auch mal ablegen, fing an zu Greifen und war unheimlich fröhlich. Auch das Liegen auf dem Bauch scheint ihm nicht mehr so viel auszumachen. Und das Beste: auch das Spucken wurde plötzlich besser. Es ist noch nicht weg – er ist nach wie vor ein Spuckkind und spuckt immer noch viel wieder aus. Aber nicht mehr so häufig, nicht mehr in so großen Mengen und vor allem nicht mehr zwei Stunden nach der Mahlzeit. Vor dem Termin hatte er ja so gut wie nie trockene Sachen an, weil er ja permanent spuckte. Also wirklich immer. Nun kann man ihn auch mal umziehen, ohne dass gleich wieder alles nass ist. Habe ich vorher 10 Mal am Tag die Klamotten gewechselt, ist es jetzt nur noch 4 Mal.

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Was sich nicht verändert hat ist seine hohe Körperspannung. Er ist immer noch ein unruhiges Kind, findet schwer in den Schlaf wenn er müde ist und quengelt immer noch deutlich schneller als die Minimotte. Trotzdem habe ich nun zum ersten Mal das Gefühl, ihm ein bißchen geholfen zu haben. Und das erste Mal beobachte ich, dass er sich auch mal mit anderen Dingen beschäftigen kann, als mit sich und dem was ihn quält. Eine riesige Last ist von meinen Schultern gefallen. Und ich habe die Hoffnung, dass es vielleicht noch besser wird, wenn auch der zweite Halswirbel am richtigen Platz sitzt. Zum ersten Mal gibt es Momente, die er richtig genießen kann, in denen man mit ihm rumalbern kann und er dabei quietscht vor Vergnügen und über das ganze Gesicht strahlt. Und auch ich bin nicht mehr so angespannt. Sorge mich nicht mehr von morgens bis abends.

Entsprechend schön war unser erstes Weihnachtsfest zu fünft, was auch die Zwillinge sehr aufregend fanden. Der kleine Floh hat sich sehr intensiv mit dem Geschenkpapier befasst. Nun wo er selbst greifen kann übt er wirklich fleissig, beguckt und befühlt alles intensiv und steckt es ausgiebig in den Mund.  Sein Däumchen behindert ihn etwas an der rechten Hand, aber er macht täglich Fortschritte.

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Witzigerweise steckt die Minimotte viel weniger in den Mund. Sie beschäftigt sich ja bereits von Beginn an sehr intensiv mit jedem noch so kleinen Detail an einer Sache und ich könnte stundenlang zuschauen, wie sie interessiert und neugierig jede Etikette, jeden Faden und jede Fluse in ihren Händchen dreht und wendet. Außerdem schüttelt sie Dinge nun intensiv, schlägt sie gegeneinander oder auf den Boden und schaut dann fasziniert was passiert.

Beide sind sehr drehfaul. Die Minimotte kann sich zu beiden Seiten drehen und auch der Floh hat das bereits mehrfach präsentiert. So richtig Lust haben aber beide nicht dazu. Die Minimotte kreiselt lieber auf dem Bauch liegend und kommt so auch bereits ein bißchen vom Fleck.

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Übrigens: ich bin ja eigentlich nicht so ein Fan davon Zwillinge gleich anzuziehen, aber sind diese Strampler nicht süß? Ich mag das schlichte und dennoch schöne Design mit den Federn sehr. Die Strampler sind von der niederländischen Marke nOeser, und ich wollte sie Euch unbedingt zeigen. Die Babymode aus Bio-Baumwolle ist einfach zu süß. Da solltet Ihr unbedingt mal im Shop vorbeischauen. Aber das nur am Rande…

Derzeit ist es enorm anstrengend mit beiden. Sie stecken mitten in einem Entwicklungsschub und haben offensichtlich begriffen, dass Mama aus dem Raum gehen kann und dann weg ist. Entsprechend wird sofort losgequengelt, sobald ich den Raum verlasse. Beide wollen außerdem nun permanent unterhalten werden. Rumliegen wird zunehmend langweiliger, Mama oder die Motte müssen bitte fleissig entertainen und Quatsch machen :-) Hochwerfen, Kitzeln, Grimassen schneiden, Geräusche machen – der Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt. Und beide machen dann auch begeistert mit, lachen und plappern vergnügt vor sich hin.

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An dieser Stelle sei kurz eingeworfen, dass ich abgemeldet bin, sobald die Motte den Raum betritt. Die beiden Schwestern sind ein Herz und eine Seele. Große Liebe. Aber auch der Floh beginnt sich zunehmend dafür zu interessieren, was die Motte macht. Und die Motte hat ein ganz großes Talent im Umgang mit den beiden. Sie ist einfach zaubersüß mit ihnen. Reicht Spielzeug an, unterhält sich ganz süß mit beiden, liest Bilderbücher vor (ich schmelze jedesmal dahin vor Mamaliebe :-) ), steckt den Schnuller wieder rein und macht ausgiebig Quatsch.

Die Minimotte hat außerdem herausgefunden, dass sie sofort die Aufmerksamkeit auf sich lenken kann, wenn sie laut lacht. Davon macht sie nun fleissig Gebrauch. Überhaupt ist sie ein sehr kommunikatives Baby. Sie strahlt und „erzählt“ und quietscht ohne Unterlass.

Bei beiden hoch im Kurs stehen derzeit unsere Gesichter. Wann immer man sich über sie beugt, werden Mund, Haare, Nase, Augen, Zähne und alles was sie sonst noch zu greifen kriegen betastet. Die Minimotte macht das ja schon länger, der Floh hat erst kürzlich damit losgelegt. Interessierte sich die Minimotte zu Beginn des 6. Monats auch noch intensiv für ihre Füße und steckte diese wann immer es ging in den Mund, hat das nun vollständig nachgelassen. Dafür sind plötzlich ihre Hände wieder sehr interessant. Sie liegt auf dem Rücken und betrachtet und bewegt jeden Finger einzeln. Dabei ist sie voll konzentriert. Ich finde das erstaunlich. Die Motte hat das damals nicht so intensiv gemacht.

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Die Bauchlage hat die Minimotte mittlerweile perfektioniert. Sie stützt sich auf die Hände, angelt sich ein Spielzeug das vor ihr liegt, stützt sich auf die Ellbogen und untersucht das Spielzeug lange, hält das Köpfchen hoch, dreht es in alle Richtungen und das alles ohne das geringste Anzeichen von Anstrengung. Auf dem Schoss sitzt sie bereits sicher aufrecht, man muss sie nur noch mit einem Arm locker umschlungen halten.

Zu guter Letzt noch ein Wort zum Schlaf- und Essverhalten. Beim Essen bin ich ehrlich gesagt der Verzweiflung nahe. Aß die Motte mit 6 Monaten schon fast ausschließlich Brei und Fingerfood mit großer Begeisterung, wird beides von den Zwillingen verschmäht. Die Minimotte schaut uns an, als wollte sie uns sagen: „was soll das in meinem Mund? Nimm das weg“, sobald wir uns mit Fingerfood oder Breilöffel näheren. Alles wird konsequent wieder aus dem Mund herausgeschoben. Und auch der Floh ist nicht wirklich begeistert. Nur widerwillig schluckt er mal einen Löffel Brei runter. Fingerfood interessiert ihn zwar, man muss aber höllisch aufpassen, weil er oft Stücke abbeißt und sich dann daran verschluckt. Es ist also noch ein weiter Weg bis zur festen Nahrung :-(

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Schliefen beide im letzten Monat nicht so gut, haben sich die Nächte wieder etwas gebessert. Meist werden beide zwischen 23.00 und 24.00 Uhr wach, werden dann gewickelt und gefüttert und schlafen den Rest der Nacht bis ca. 6.00 Uhr morgens. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel :-). Der Floh schläft nach wie vor ausschließlich eingepuckt gut. Übrigens besteht er darauf mittlerweile auch tagsüber. Gepuckt lässt er sich dann tagsüber auch mal ablegen – was ja in den ersten 5 Monaten gar nicht ging – das aber nur am Rande. In der letzten Woche haben wir die beiden nun ins Kinderzimmer umgezogen. Das Beistellbettchen wurde nun leider zu klein und für das Gitterbett haben wir in unserem Schlafzimmer keinen Platz. Also schlafen nun alle drei Kinder in einem Zimmer. Das klappt erstaunlich gut. Der Floh wollte in der ersten Nacht zwar nur die erste Etappe im neuen Bett schlafen, war nach dem ersten Füttern zwei Stunden wach und ließ sich auch in unserem Bett nicht beruhigen, in der nächsten Nacht hat er aber sagenhafte 8 Stunden am Stück im neuen Bett geschlafen. Tagsüber schlafen beide übrigens – genau wie die Motte damals – sehr schlecht. Mehr als 20 Minuten am Stück sind bei beiden nicht drin. Entsprechend ist es auch schwer da einen Rythmus auszumachen. Mir wäre es ja lieber, sie würden zumindest Mittags einen richtigen Schlaf von einer Stunde hinlegen, dann wären sie vielleicht auch nachmittags ab 16.00 Uhr nicht so unruhig und quengelig. Bei der Motte hat das mit ca. 1,5 Jahren endlich geklappt – wir werden uns überraschen lassen, wie es da mit den Zwillingen in Zukunft weitergeht.

So, nun habe ich aber wirklich sehr viel geschrieben dieses Mal. Aber ich konnte mich einfach nicht kürzer fassen. Ich habe das Gefühl, dass es nun bald losgeht und vor allem die Minimotte zunehmend mobil wird. Darauf bin ich unheimlich gespannt. Und auch den Floh nun bei seinen täglichen Fortschritten zu beobachten erfüllt mich mit großem Stolz.

Und so anstrengend es immer noch an vielen, vielen Tagen ist – so wunderschön ist es auch den beiden beim Großwerden zuzuschauen. Sie beim Welt entdecken zu begleiten. Meine beiden Zwillingsmäuse. Ich hab´Euch unendlich lieb und kann mir gar nicht mehr vorstellen wie es ohne Euch war. 

 

 

 

 

 

 

5 Thoughts on “Kampf dem Spucken und deutliche Fortschritte – die Zwillinge sind 6 Monate alt!

  1. Es ist so schön zu hören das es dem kleinen floh endlich ein bisschen besser geht. Es ist immer wieder faszinierend was chiropraktiker, osteopaten und co. immer alles finden, machen und dadurch bessern können. Gut das es sie gibt.

    Und ja, diese strampler mit den federn sind so toll!

  2. Oh das klingt doch alles in allem ganz gut. Ich hoffe, dass die OP (das ist doch dann eine OP, oder?) auch gut verlaufen wird.
    Unsere Große hat auch erst spät angefangen richtig Mittagsschlaf zu machen, davor immer exakt 30 Minuten. Wölkchen hat zumindest die letzten zwei Tage richtig Mittagsschlaf (1 1/2h) gemacht. Ich hoffe das ist ein Trend. Aber beim Nachtschlaf bin ich ja schon etwas neidisch. 😉
    Also lieben Gruß,
    Wiebke

    • Mama Motte on 20. Januar 2016 at 21:59 said:

      Nach dem Termin heute wissen wir, dass wir es erstmal auf anderem Wege versuchen. Also erstmal keine OP :-) Und was den Nachtschlaf angeht: die letzten Nächte waren der Horror – die Zähne kündigen sich nun endgültig an :-( also bloß kein Neid…wir müssen da gleich doppelt durch! Müde Grüße

  3. Schön dass es ihm besser geht.
    Ich hab echt großen Respekt davor wie du das mit den Zwillingen managest :)

    Kleines.Woelfchen

  4. Bin gerade erschrocken… die Strampler lösen den Wunsch nach weiteren Kindern aus… dass das jetzt schon Mode schafft… meine Güte… 😀

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