Jetzt mal ehrlich Mama…Heute zu Gast: Nina von Gedankenpotpourri #malehrlichmama

Aus ganz aktuellen Anlass kommt das nächste „Mama mal ehrlich“-Interview schon heute statt am Samstag. Leider ist das nicht nur Grund zur Freude: die liebe Nina vom Blog „Gedankenpotpourri“ kannte ich vor dieser Aktion noch nicht, habe mich aber in ihren Blog direkt nachdem ich reingestöbert habe, verliebt. Und nun erreichte mich gestern die Nachricht, dass Nina das Bloggen aufgibt. Die Gründe kann ich zu 100% nachvollziehen, und sicher viele andere Mamas von Euch auch. Und dennoch ist es sooo schade…

Aber da Nina ja nicht nur Bloggerin sondern vor allem Mama ist, möchte ich sie trotzdem hier zu Wort kommen lassen und sie damit ganz herzlich aus der Blogger-Szene verabschieden.

Danke liebe Nina für das kurze – und dennoch sehr nette – Kennenlernen und den Abstecher hier zu mir, zu meinem #malehrlichmama – Interview:

 

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Bildrechte: Gedankenpotpourri

 

Über die Mama und den Blog 

Bitte stelle Dich kurz vor und erzähle, was uns auf Deinem Blog erwartet 

Ich bin Nina, 32 Jahre alt, verheiratet und Mama von zwei Mädels. Unsere jüngere Tochter wird (in wenigen Tagen) 5 Jahre alt und unsere ältere Tochter ist 6 Jahre alt. Wir leben mitten im Ruhrgebiet. Dat merkse manchma dann auch an meinem Geschreibsel.

Mein Blog ist über das Familienthema hinaus dadurch geprägt, dass ich mich beruflich umorientiert habe und gerade von einer Betriebswirtin, zur Heilpraktikerin, zur Ärztin mutiere. Na ja. Erstmal mutiere ich zur Studentin. Und ob das alles so klappt, wie ich mir erhoffe, dass werdet ihr dann auf meinem Blog lesen können.

Auf meinem Blog schreibe ich über unseren Familienalltag, der durch meine berufliche Umorientierung und mein bald beginnendes Studium gerade starken Veränderungen unterliegt.

Muttersein ist für mich…

…der Sinn des Lebens. (Hört sich das jetzt zu theatralisch an? Is‘ aber einfach so 😉 )

Wenn ich mal nervlich am Ende bin, dann tanke ich neue Kraft am besten beim…

…beim Spo**… Beim Spor*…  Beim Schokolade essen.

 

Jetzt mal ehrlich Nina…

Welche Eigenschaft als Mama kannst Du an Dir nicht ausstehen? Und welche magst Du ganz besonders?

Ich mag es nicht, dass ich manchmal für Kleinigkeiten wie ein HB Männchen in die Luft gehen kann. Die Mutter, die für Kleinigkeiten rumschreit. Das bin ich. Furchtbar.

Ich denke, ich bin eine ziemlich entspannte Mutter. Ein Widerspruch? Hä? Stimmt. Der Widerspruch, das bin ich auch 🙂 Unsere Kinder dürfen zuhause sehr viel mitentscheiden, sehr selbstständig den Alltag mit uns leben und haben viele Freiräume (auch zeitlich gesehen) um sich selbst zu beschäftigen. Das mag ich an mir/uns.

Bist Du spießiger geworden, seit Du Mama bist? Und wenn ja: in welchen Dingen?

Ich musste jetzt mal eben kurz nachschauen, wie die GENAUE Definition von „spießig“ lautet. „Als Spießer werden in abwertender Weise engstirnige Personen bezeichnet, die sich durch geistige Unbeweglichkeit, ausgeprägte Konformität mit gesellschaftlichen Normen und Abneigung gegen Veränderungen der gewohnten Lebensumgebung auszeichnen.“ (Wikipedia)

Hm. Dann würde ich mal sagen, dass wir halb Spießer, halb nicht Spießer sind. Geistige Unbeweglichkeit, und eine ausgeprägte Konformität kann man uns, glaube ich, nicht nachsagen. Die Abneigung gegen Veränderung der gewohnten Lebensumgebung – das hat sich bei uns schon verändert, seit wir Kinder haben. Wir leben in meiner Heimatstadt, die außer einer grünen Wiese, nichts zu bieten hat 😉 ABER: unsere Familie lebt hier. Und ohne die Unterstützung unserer Ommas, Oppas, Onkel, Tanten & Co. wären wir oft ganz schön aufgeschmissen. Deshalb – bleibe wa hier. Total unbeweglich.  Total spießig.

Wie bringen Dich Deine Kinder am schnellsten zur Weißglut? Welche Eigenschaften Deiner Kinder bringen Dich auf die Palme? 

Ki1nd bringt mich am schnellsten durch ihre Trödelei auf die Palme. Sie schafft es, sich eine Socke in 30 Minuten anzuziehen. Ki2nd durch ihren „starken Willen“. Meine Finger zuckten ja, weil sie Dickkopf schreiben wollten. Haben sie aber nicht, oder?

Was magst Du nicht an Deinen Kindern und was besonders?

Hm. Im Grunde gibt es nichts, was ich an meinen Kindern nicht mag. Echt jetzt. Natürlich sind einige Eigenschaften (siehe Punkt 3) manchmal anstrengend, aber das heißt nicht, dass ich diese Eigenschaften nicht schätze. Oft wünschte ich mir die Gelassenheit meiner älteren Tochter und etwas mehr von dem „starken Willen“ meiner jüngeren Tochter. Das mag ich nämlich, so anstrengend das auch manchmal ist, ganz besonders gern an ihnen.

Haben Deine Kinder Dich schon mal in eine peinliche Situation gebracht? In welche?

„Mama, Hast du gerade gefurzt?“ Kommt an der vollen Kassen ganz besonders gut. Und nein. Habe ich natürlich nicht. Nur der Vollständigkeit halber.

Welcher ist der beste Ratschlag, den Du jemals als Mama bekommen hast? Und auf welchen hättest Du gern verzichtet?

Oh herrje. Ich hätte auf so viele Tips gerne verzichtet. Leider bekommt man die ja ungefragt 🙂 Es gab nur einen einzig Guten, der da lautet „Höre auf deinen Bauch und dein Herz!“. Ein Tipp, der sehr einfach klingt, in der Umsetzung für mich (als frischgebackene Mama damals) sehr, sehr schwer war.

Der schlechteste Tip war: „Nutzen sie lieber die Stillhütchen.“

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Bildrechte: Katja Hoppe

 

Dein ultimativer Tipp gegen Trotzanfälle in der Öffentlichkeit?

Puh. Ich finde, das ist natürlich auch eine Frage des Alters. Meine Töchter sind ja mittlerweile schon „größer“, so dass sehr ausgeprägte Wutanfälle die absolute Seltenheit sind. Halleluja! Mit klaren Absprachen vorab: „Wir fahren jetzt kurz xy einkaufen und bitte fragt an der Kasse nicht wieder, ob es noch Ü-Eier, Smartiejoghurts oder Apfelschorle gibt“, klappt das ganz gut.

Gestern stand eine Mama mit ihrem ca. 2 jährigen Sohn neben uns an der Kassen und der Kurze wütete und wütete. Da bleibt nur „Atmen! Weiter atmen!“ als sinnvoller Tipp.

Wie überredest Du Deine Kinder wenn sie etwas nicht wollen?

Das kommt ganz darauf an, ob ich es überhaupt überreden muss. Klare Erklärungen, warum jetzt irgendwas erledigt werden muss, reichen meistens aus. Das ist aber ganz sicher auch wieder eine Frage des Alters.

Welche Sorte Eltern nervt Dich so richtig?

„Helikoptereltern“ die ihren Kinders nichts/ wenig zutrauen und sie damit total unselbstständig werden lassen.

Findest Du andere Kinder manchmal nervig und warum?

Absolut. Manchmal finde ich meine Eigenen ja auch nervig. Jeder ist mal nervig. Also, außer mir natürlich 😉

Warum? Das kommt ganz auf mein Nervenkostüm an. Und auf meinen Hormonstatus.

Glaubst Du manchmal, dass Du eine schlechte Mama bist? Warum/in welcher Situation?

Oh ja. Leider glaube ich viel zu häufig, dass ich eine schlechte Mutter bin. Weil ich schnell rummeckere, manchmal denke, nicht beiden Kindern im gleichen Maße gerecht zu werden. Oder weil unserer Leben nun, bedingt durch meine berufliche Umorientierung, wenig Routine aufweist. Und gerade unsere Große mag Veränderungen ganz und gar nicht.

Hast Du Deine Kinder schon mal als Ausrede benutzt? Wann?

Ja. Urplötzlich kam da schon mal ein Schupfen oder eine Magen/Darm Erkrankung. Ausgerechnet an Tagen, an denen ich lieber zuhause bleiben wollte. *hust*

Was willst Du in der Erziehung Deiner Kinder auf keinen Fall so machen wie Deine Eltern? Und was auf jeden Fall genauso?

Ich möchte meinen Kindern nicht das Gefühl mitgeben, dass ihre schulischen Leistungen ihr weiteres Leben „bestimmen“ werden und dass sie einen „sicheren“ Beruf anstreben sollten.

Das freie Spiel in der Natur und die wenigen verpflichtenden Termine am Nachmittag. Das handhabe ich genauso wie meine Eltern damals.

Mit wem kommt das Kind dreckiger vom Spielplatz? Wer ist ängstlicher? Wer konsequenter? Wer sorgt eher für gesunde Ernährung: Mama oder Papa?

1. Das kommt eher aufs Wetter, als auf Mama-oder-Papa an.

2. Mama!

3. Hmmm. Da sind wir uns eigentlich sehr ähnlich.

4. Siehe Punkt 3.

Also, man könnte ja jetzt meinen, dass hier alles total harmonisch abläuft 🙂 Glaubt mir. Das tut es nicht 😉

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Bildrechte: Gedankenpotpourri

 Was kannst Du von Deinen Kindern lernen?

Unendlich viel! Gerade die Dinge die mich an meinen Kindern besonders genervt haben oder heutzutage nerven, oder die Situationen die wirkliche Gratwanderungen waren (insbesondere nach der Geburt unserer ersten Tochter, die über 4 Monate ein Schreikind war) haben mich sehr nachdenklich gemacht. Diese Situationen haben mich immer wieder an den Rand der Verzweiflung getrieben. Ein bisschen fühlte es sich damals so an, als hätte die „kinderlose Nina“ sehr lange daran festgehalten zu bleiben. Aber die „Mama-Nina“ übernahm nach und  nach dann, zum Glück, doch die Kontrolle. So‘n bissken wie ´ne Neugeburt. Nina 2.0 mit cooleren Features.

Auch heute noch schätze ich es sehr, wieviel ich jeden Tag von unseren Mädels lernen kann. Gestern habe ich übrigens gelernt, dass man Nudeln auch ganz hervorragend mit Löffeln essen kann.

Rechnest Du insgeheim manchmal zwischen Dir und Deinem Partner auf: so nach dem Motto: warum muss ich das eigentlich immer alles allein machen?

Absolut. Und noch nicht mal insgeheim, sondern ich posaune es laut raus! Auch wenn das natürlich total schwachsinnig ist. Aber gerade in müden, nervenschwachen Momenten tue ich es dann doch. Gerne auch nachts. Wenn der werte Herr neben mir, ominöser Weise nicht durch Kindergemecker wach wird.

Die Mama-Pflichten sind manchmal lästig: stillen, wickeln, anziehen etc. – für welche findest Du Ausreden, damit sie Dein Partner übernimmt, wenn es möglich ist?

Stillen, wickeln, anziehen haben wir durch. Jetzt sind es eher die Hausarbeiten, die aufgeteilt werden 🙂 Ich bin nämlich die denkbar schlechteste Hausfee, die man je zu sehen bekam. Wäsche machen und vor allem Wäsche einräumen ist bei uns Männersache. Das ist meine absolute Bäh-Arbeit. Fragt mich nicht warum. Ich weiß es selber nicht.

Die größte Lüge seit ich Mama bin ist…

Alles ganz entspannt.

Was hast Du in der allerersten freien Zeit ohne Kind gemacht?

In der allerersten freien Zeit? Einkaufen OHNE Baby. Und nein, keine netten Sachen nur für mich. Popelige Lebensmittel! Das glich einem neuen Leben.

Was ist Familienglück für Dich (neben den allgemeingültigen Dingen wie Gesundheit o.ä.)?

Das jedes Familienmitglied das Gefühl hat, gesehen, gehört und wertgeschätzt zu werden.

Dein bisher schönstes Mama-Kind-Erlebnis war…

Oh, es gab so viele. Die Hausgeburt unserer zweiten Tochter war der absolute Wahnsinn. Wenn man das Mutter/ Kind Erlebnis nennen kann 😉 Aber, ich denke schon.

Ansonsten genieße ich die „Einzelzeiten“ mit meinen Töchtern. Oft sind es dann die kleinen Dinge, wie Eis essen gehen mit meiner großen Tochter, oder allein mit meiner kleinen Tochter auf den Spielplatz zu gehen, die ganz besonders schön sind.

Wann hast  Du Dir das letzte Mal die größten Sorgen um Deine Kinder gemacht?

Kürzlich hatte wir hier einen Magen/Darm Infekt im Haus, der sowas von unfeierlich war. Meine Tochter war ein einziger Würgekrampf, bekam dabei Atemnot durchs Würgen und lief blau an. Furchtbar. Nur furchtbar. Das erinnerte mich sehr an das Gefühl, bei unserem ersten Pseudo-Krupp Anfall.

Welche Werte / Leitsätze o.ä. willst Du Deinen Kindern mit auf ihren Weg geben?

Bleib bei dir. Glaub an dich. Hör auf dein Herz. So wie du bist, bist du gut. Verändere dich nicht, um Anderen zu gefallen. Gib Acht auf deine Familie und deine (engsten) Freunde, sie sind das wertvollste in deinem Leben.

Nenne eine Sache (materiell), die aus Deinem Mama-Alltag nicht mehr wegzudenken ist, weil sie den Alltag erleichtert, schöner macht etc., und die Du jeder Mama ans Herz legen möchtest

Mein Terminkalender 🙂

Wenn Ihr ein ganzes Wochenende so viel Zeit und Geld hättet, wie Ihr wollt, was würdet Ihr machen/unternehmen?

Vermutlich würden wir an irgendeinen wunderschönen, ruhigen Strand fahren und das ganze Wochenende nur dort genießen. Alltagstrubel haben wir genug.

Wenn Du Lust hast, hinterlasse hier noch den witzigsten “Kindermundspruch“  Deiner Kinder…

„Mama. Du hast auch wirklich viel gelacht in deinem Leben, oder. Deine Lachfalten bleiben nämlich auch da, wenn du nicht lachst.“ Wissta Bescheid, ne?!

 

An dieser Stelle lasse ich Euch immer wissen, wo ihr meinen Gast noch besuchen könnt. Da Nina aber beschlossen hat auch ihre sozialen Netzwerke aufzugeben, bleibt Euch im Moment nur ein letzter Blick auf ihren wunderschönen Blog.

Ich sage an dieser Stelle: vielen Dank liebe Nina, für die tollen und ehrlichen Antworten und für Dich, Dein Studium und Deine Familie von Herzen alles Gute…

Nächste Woche folgt das nächste Mama-Interview dann wieder am Samstag! Ihr habt auch Lust mitzumachen und Rede und Antwort zu stehen? Dann schickt mir eine kurze Mail an familiemotte@email.de – ich freu´ mich auf viele spannende Antworten…

Habt eine schöne Restwoche und ein  schönes Wochenende

Eure Anna

 

 

 

 

3 Comments

  • Nina

    26. März 2015 at 10:04

    Anna. Du ahnst nicht, wieviel es mir bedeutet, dass du meine Worte dennoch veröffentlicht hast…
    Ich wünsche dir und deinen Lieben alles, alles Gute und bin ganz sicher, dass wir uns auch in Zukunft lesen werden. Ich bleibe auf jeden Fall treue Leserin deines tollen Blogs!
    Nina

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    • Mama Motte

      26. März 2015 at 10:08

      Ich freue mich, dass ich Dich hier „verabschieden“ darf und hoffe sehr, dass sich unsere Wege in Zukunft mal wieder kreuzen.
      Bleib gesund und genieß´ die Familienzeit ohne das Bloggen – ich kann verstehen, dass die Entscheidung schwer fällt. Aber Veränderungen bringen auch immer neue positive Impulse. Alles, alles Liebe für Dich, Anna
      Und ich freu´ mich natürlich, wenn Du immer mal wieder hier vorbeischaust :-*

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