Jetzt mal ehrlich Mama… – Heute zu Gast: Nadja von „KindundKoffer“ #malehrlichmama

Es ist wieder Zeit für ein ehrliches Mama-Interview. Und bevor es losgeht möchte ich kurz loswerden, wie sehr es mich freut, dass die „Mal ehrlich Mama“-Interviewreihe so gut ankommt bei Euch. Das zeigt doch, dass wir Mamis alle in einem Boot sitzen.

Heute hat sich Nadja vom Blog „KindundKoffer“ meinen Fragen gestellt und ganz ehrlich darauf geantwortet. Auch Nadja habe ich bereits das ein oder andere Mal getroffen und sie ist eine der nettesten Personen die ich kenne. Leider wohnen wir zu weit auseinander, sonst wären wir mit Sicherheit ruck zuck die engsten Freundinnen.

Ihren Blog mag ich sehr, denn Nadja bereist mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn die Welt und berichtet darüber auf „KindundKoffer„. Und sie prüft ihre Reisedestinationen wirklich auf Kinderfreundlichkeit und gibt tolle Tipps – aber am besten ihr schaut selbst mal bei ihr vorbei und stöbert – vielleicht packt Euch gleich das Fernweh…

Und jetzt kommt Nadja selbst zu Wort:

Über die Mama und den Blog

Bitte stelle Dich kurz vor und erzähle, was uns auf Deinem Blog erwartet…

Ich bin Nadja, die Mama von Herrn Lollipop, bin 37 Jahre alt, PR-Fachwirtin/Autorin und wohne mit Mann & Sohn in Göttingen. Auf www.kindundkoffer.com blogge ich über die Reisen mit unserem Sohn und beschäftige mich allgemein mit dem Thema „Reisen mit Kind“.

Muttersein ist für mich…

…der Sinn meines Lebens.

Wenn ich mal nervlich am Ende bin, dann tanke ich neue Kraft am besten beim…

…Essen, Cappuccino trinken, Reisen, Essen, Zeitschriften blättern auf dem Klo, Essen, TV schauen, Weinen, Essen…

Hauptbild_Kind und Koffer

Bildrechte: KindundKoffer

  Und jetzt mal ehrlich liebe Nadja…

Welche Eigenschaft als Mama kannst Du an Dir nicht ausstehen? Und welche magst Du ganz besonders?

Negativ: Ich bin sehr impulsiv und werde schnell laut (und sehe dabei aus wie ein Monster, glaub ich)

Positiv: Dass ich ihm beibringe, dass alle Menschen gleich sind und man auf andere Acht geben muss.

Negativ: Ich mache mir manchmal viel zu viele Gedanken

Positiv: Ich zeige meinem Sohn alles, was die Welt zu bieten hat und „halte dabei seine Hand“.

Bist Du spießiger geworden, seit Du Mama bist? Und wenn ja: in welchen Dingen?

Nein, ich denke nicht. Spießig werde ich hoffentlich niemals! Ich bin einfach nicht er Typ dafür. Ach, warte…doch…ich wollte mir letztens ein Einhorn-Sweatshirt kaufen. Ich dachte, als 37-jährige Mama passt das vielleicht doch nicht…

Wie bringt Dich Dein Kind am schnellsten zur Weißglut? Welche Eigenschaften Deines Kindes/Kinder bringen Dich auf die Palme?

Dieser  „Jammer-Ton“. Es bringt mich noch mehr auf die Palme als dass er nicht hört oder frech ist.

Welcher ist der beste Ratschlag, den Du als Mama bekommen hast? Und auf welchen hättest Du gern verzichtet?

Ich habe wenige Ratschläge bekommen, ehrlich gesagt. Beziehungsweise hab ich mich immer sehr auf mein Bauchgefühl verlassen. Den besten Ratschlag gibt mir immer noch mein Mann, wenn er mir sagt, dass ich mein Kopfkino ausschalten soll 😉 Eine Erzieherin hat mir mal, in einer sehr schweren Phase empfohlen eine Regelliste gemeinsam mit meinem Sohn aufzuschreiben und dann aufzuhängen. Da sollten auch Regeln von ihm für uns drauf stehen. Das war hilfreich und aufschlussreich.

Welche Sorte Eltern nervt Dich so richtig?

Uuuh, leider so einige „Sorten“. Genau das ist der Punkt. Ich mag keine Extreme. Cool finde ich Mütter, die einfach normal sind. Normalität ist einfach verdammt cool und unanstrengend. Mütter, die noch Frauen sind, sich trotzdem weiterhin die Beine rasieren, kein Problem mit Plastikspielzeug haben, dem Kind auch mal Gummibärchen geben (die nicht aus Biofruchtsaft sind) und deren Kinder auch mal KIKA schauen dürfen, weil es einfach schön ist, kuschelnd vorm Fernseher zu liegen. Mütter, die nicht qualmend vor ihrem Kind stehen oder „Freundchen, zu Hause kannste watt erleben“ hinterherrufen und trotzdem „der Bachelor“ schauen. Mütter, die auch mal ausgeflippt sind – modisch wie emotional. Hier nochmal aufgelistet wer mich so nervt:

  1. Die Durchunddurchgestylte (sehr angenehm anzusehen, würde ihrem Kind aber nie einen Bob-der Baumeister-Pulli anziehen…)
  2. Die intellektuelle, antiautoritäre Ökotante („ich lasse das Spielzeug nur bei einem Schreiner herstellen“, „Ich habe keinen Zuckerrübensirup mehr im Haus“. Während ihr Kind einem Gleichaltrigen die Haare herausreißt, bleibt sie ganz ruhig und sagt: „Das müssen die selber regeln können“)
  3. Die Extremverpeilte (Haare oft ungewaschen, weil nicht dazu gekommen, aber eigentlich ganz nett. Verwendet gern Sätze wie „Zwei Termine in der Woche krieg ich nicht auf die Reihe“, „Vor 11 sind wir beide aber nicht angezogen und fertig“)
  4. Die „Ich bin jetzt Mutter und keine Frau mehr“-Mutter (unangenehm anzusehen, lässt viele Fragen aufkommen…)
  5. Die Karrieremutti (Das Kind ist bin 17 Uhr in der Kita und wird dann von der Tagesmutter abgeholt)
  6. Die Strenge („Wir haben keinen Fernseher zu Hause“, „Ich muss mein Kind heute früher von der Kita anholen, da es noch Klavierunterricht hat“ )
  7. Die Ängstliche, die alles von ihrem Kind fernhält, weil es zu viel zu gefährlich oder sonst was sein könnte…

Ich würde mir wünschen, alle Mamas wären eine gesunde Mischung aus diesen Beispielen 😉

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Bildrechte: KindundKoffer

Glaubst Du manchmal, dass Du eine schlechte Mama bist? Warum/ in welcher Situation?

Ja, das glaube ich sogar sehr oft! Wie gesagt, mache ich mir sehr oft und viel zu viele Gedanken. Oft liege ich abends da und frage mich ob ich wieder zu aufbrausend war und zu ungeduldig. Manchmal bin ich verbal auch ganz schön unfair…Es macht mich dann im Nachhinein richtig fertig wenn ich über meine Wortwahl nachdenke (zum Beispiel „Oar, voll babymäßig, ey..“). Oft entschuldige ich mich dann im Nachhinein dafür bei ihm. Oder ich gehe an sein Bett und streichele ihm über seinen (Dick)kopf 😉

Was willst Du in der Erziehung Deiner Kinder auf keinen Fall so machen wie Deine Eltern? Und was auf jeden Fall genauso?

Oh Gott – ein sehr schwieriges Thema. Ich habe zu meinem Vater keinen Kontakt. Und zu meiner Mutter ein sehr schwieriges Verhältnis. Wir waren immer zu zweit, bis ich fürs Studium ausgezogen bin. Sie hat mich zu einem sehr ängstlichen Menschen erzogen und ich bin noch heute damit beschäftigt meine Ängste abzubauen…Das will ich bei meinem Sohn auf jeden Fall anders machen. Es gibt nichts im Leben, was das Leben mehr einschränkt als Angst. Und es gibt noch andere Sachen, die ich auf jeden Fall anders machen will. Im Grunde mache ich ALLES anders, als meine Eltern es gemacht haben 😉

Mit wem kommt das Kind dreckiger vom Spielplatz? Wer ist ängstlicher? Wer konsequenter? Wer sorgt eher für gesunde Ernährung: Mama oder Papa?

Oh, ich glaube, das kann man so pauschal nicht sagen. Wir sind uns da sehr ähnlich und auch in Erziehungsdingen sehr einig. Manchmal ist es auch phasenweise, dass der eine „weicher“ wird als der andere…

Rechnest Du insgeheim manchmal zwischen Dir und Deinem Partner auf: so nach dem Motto: warum muss ich das eigentlich immer alles allein machen?

Nein. Da ich freiberuflich tätig bin, bin ich nun mal meistens morgens zu Hause und habe definitiv mehr Zeit mich um Haushalt und Kind zu kümmern. Es gibt zwei Dinge, die mein Mann immer macht und für die ich ihm sehr dankbar bin: den Müll rausbringen und unseren Sohn „abholen“ gehen, wenn er nachts zu uns will (Ja, er ist fast 6 und Ja, er kommt nicht selber rüber wegen der Monster…) Mit unserer Aufgabenverteilung bin ich zu 100 Prozent einverstanden! Er hilft auch so hier und da im Haushalt mit und unternimmt auch sehr oft Papa & Sohn-Dinge…

Die größte Lüge seit ich Mama bin ist…

…dass ich jemals wieder zu meinem Gewicht von vor 10 Jahren zurückkehre…

Was hast Du in der allerersten freien Zeit ohne Kind gemacht?

Von einem Zimmer ins nächste gelaufen und nicht gewusst was ich machen soll 😉

Was ist Familienglück für Dich (neben den allgemeingültigen Dingen wie Gesundheit o.ä.)?

Wenn wir gemeinsam verreisen. Und wenn wir es mal ein Wochenende komplett ohne Streit schaffen 😉

Wann hast Du Dir das letzte Mal die größten Sorgen um Dein Kind gemacht?

Gestern, als er meinte, ich würde seinen Freund Flo mehr mögen als ihn. Das hat mich so sehr traurig gemacht. Also, dass er das vielleicht wirklich denkt. Dass er das nicht versteht, dass ich einfach nett zu seinem Kumpel bin, wenn er bei uns ist. Es ist einfach ein sehr netter Kumpel, der nie Stunk macht im Vergleich zu anderen Besuchern. Es sind mehr die emotionalem Dinge, die mir Sorgen machen. Also, ob er glücklich ist? Ob er geärgert wird im Kindergarten? Ob er fair behandelt wird? Ob er es mit seiner ungeduldigen Art in der Schule schafft?

Nenne eine Sache (materiell), die aus Deinem Mama-Alltag nicht mehr wegzudenken ist, weil sie den Alltag erleichtert, schöner macht etc., und die Du jeder Mama ans Herz legen möchtest

Ihr werdet jetzt lachen oder den Kopf schütteln: Mein Sagrotanfläschchen. Ich habe immer eins dabei und verwende es mehrmals am Tag. Die einen werden jetzt sagen: Kinder müssen aber auch mal krank sein, Dreck räumt den Magen auf usw. Mag sein. Dafür hatte mein Kind in seinen fast 6 Jahren erst einmal Magen-Darm und ist auch so gut wie nie krank. Find ich gut.

Was sonst noch für mich immer in meine Tasche gehört: Taschentücher, roter Lippenstift, Stift & Papier, Smartphone, Notfall-Medikamente, am besten seine und meine Kamera…

Kind und Koffer I

Bildrechte: KindundKoffer

Wenn Ihr ein ganzes Wochenende so viel Zeit und Geld hättet, wie Ihr wollt, was würdet Ihr machen/unternehmen?

Auf jeden Fall einen Kurztrip zu dritt! Gerne würde ich Venedig sehen, weil ich es immer noch nicht kenne. Und da ist man mit dem Flieger ganz schnell …oder Amsterdam. Da möchte Stefan gerne mal hin! Oder natürlich in unser geliebtes Hamburg und dann mit Euch Kaffee trinken und am Hafen spazieren! Und viiiiiel lecker essen 😉 (Anmerkung von mir: Ihr seid immer herzlich willkommen :-* )

Wenn Du Lust hast, hinterlasse hier noch den witzigsten “Kindermundspruch“  Deines Kindes

“ Ich weiß genau, dass ich fünf Kinder haben werde, die Namen und wie sie aussehen. Aber wer soll eigentlich die Mama von denen werden?“

 

Liebe Nadja, vielen Dank für Deinen Besuch hier bei mir und Deine Offenheit. Ich bin sicher, es geht vielen Mamis in vielen Situationen ähnlich wie Dir.

Übrigens ist Nadja auch bei facebook und Twitter aktiv und sie freut sich sicher wenn Ihr mal vorbeischaut 🙂

Nächste Woche folgt an dieser Stelle das nächste Mama-Interview! Ihr habt auch Lust mitzumachen und Rede und Antwort zu stehen? Dann schickt mir eine kurze Mail an familiemotte@email.de – ich freu´ mich auf viele spannende Antworten…

Habt ein schönes Wochenende

Eure Anna

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

One Comment

  • Nadja

    21. März 2015 at 16:22

    Danke meine liebe Anna, dass ich deine Fragen beantworten durfte und 100000000000 Dank für deine lieben Worte über mich!!! Ja, wir würden uns sicher sehr nahe sein, wenn wir in Hamburg wohnen würden!!! Ganz viele Bussis an dich!!!

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