Jetzt mal ehrlich Mama…Heute zu Gast: Miriam von „Frau Chamailion“ #malehrlichmama

Heute habe ich wieder einen ganz tollen Gast und vor allem eine ganz besondere Mami. Ich habe ja wahnsinnigen Respekt davor, wenn jemand neben dem anstrengenden Mama-Job auch noch arbeitet UND studiert. Ich frage mich dann oft, wann man in einem vollgepackten Familienalltag auch noch eine Lerneinheit unterbringt – vor allem wenn Prüfungen anstehen.

Miriam schafft aber genau das – und bloggt dazu auch noch auf ihrem Blog „Frau Chamailion„, was – wie wir alle wissen – auch extrem viel Zeit in Anspruch nimmt. Und davor ziehe ich meinen (imaginären) Hut.

Ich lese ihren Blog nicht regelmäßig, aber immer mal wieder schaue ich bei ihr vorbei, weil sie sehr abwechslungsreich über ihr Leben als Mama und Familie schreibt. Damit trifft sie ganz oft meinen Nerv. Und immer wenn ich bei ihr lese denke ich: hach, es gibt so viele tolle Mama-(und Papa)Blogger, die ich unheimlich gern mal persönlich kennen lernen würde…

Zumindest ist es da für mich schon mal ein Anfang, dass ich diese ganzen netten Mamis (und Papis) in regelmäßigen Abständen hier zu Besuch haben darf.

Über die Mama und den Blog 

Bildrechte: Frau Chamailion

Bildrechte: Frau Chamailion

Bitte stelle Dich kurz vor und erzähle, was uns auf Deinem Blog erwartet

Mein Name ist Miriam, stehe kurz vor der großen 30 und bin Mama einer (gar nicht mehr so) kleinen Babyraupe. Mit Mann, Kind und ein bisschen Viechzeug leben wir gemeinsam in NRW. Meinen Blog habe ich im April letzten Jahres wieder aufleben lassen, damit ich mir als Schreikind-Mama einfach mal ein bisschen Luft machen kann.

Zur Zeit fokussiere ich mich neben den privaten Themen wie Vereinbarkeit von Job, Studium und Familie vor allem auf das Thema ‚Eltern im Studium‘.

Muttersein ist für mich…

…sich einfach auf diesen kleinen Menschen einzulassen und die Welt auch mal aus 86 cm Höhe zu betrachten.

Wenn ich mal nervlich am Ende bin, dann tanke ich neue Kraft am besten beim…

…Entspannen in der Wanne, Auspowern im Fitnessstudio oder auch gerne beim Bloggen. Selten, aber besonders hilfreich ist dann auch mal das Bierchen mit Freunden, bei denen man so überhaupt gar nicht über Babythemen reden muss.

Jetzt mal ehrlich liebe Miriam…

Welche Eigenschaft als Mama kannst Du an Dir nicht ausstehen? Und welche magst Du ganz besonders?

Auf der einen Seite bin sehr geduldig. SEEEEHHHRRRR! Ich kann auch gut meine eigenen Bedürfnisse zurückstellen, für einen gewissen Zeitraum und mich versuchen in das Empfinden des Kindes einzufühlen. Das ist wohl meine gute Eigenschaft.

Die schlechte ist wohl, dass ich dann irgendwann (meist müde und vollkommen am Ende) einfach keinen Nerv mehr habe und dann auch mal für 1 Minute aus dem Zimmer muss oder das Kind auch mal ganz unpädagogisch mit Keksen ablenke.

Bist Du spießiger geworden, seit Du Mama bist? Und wenn ja: in welchen Dingen?

Das ist eine schwierige Frage. Ich glaube nicht, dass ich spießiger geworden bin. Aus mir ist trotz 10 Monate Elternzeit keine gute Hausfrau geworden, wir leben hier weiterhin das ‚jeder macht Alles‘-Modell und wir verfolgen auch noch unsere, meist unkonventionellen, Hobbys.

Klar würden wir öfters auch mal wieder auf den Putz hauen, aber dafür fehlt Zeit, Energie und auch das Geld. So geht’s halt Sonntags mittags eher mal in den Wildpark. Deer statt Beer, sozusagen 🙂

Wie bringt Dich Dein Kind am schnellsten zur Weißglut? Welche Eigenschaften Deines Kindes/Kinder bringen Dich auf die Palme?

Wenn meine Tochter müde wird, dann kneift, schlägt und kratzt sie. Auch an den Haaren ziehen ist da beliebt. ICH HASSE DAS!

Bei anderen Kindern finde ich kreischen in einer bestimmten Tonlage furchtbar. Da gehe ich von 0 auf 100!

Was magst Du nicht an Deinem Kind und was besonders?

Fangen wir mal bei dem an, was ich besonders mag: sie ist so agil und eigentlich eher ein Sonnenschein. Sie strahlt und lacht permanent in der Gegend rum und ist Fremden und auch anderen Kindern total aufgeschlossen, selbstbewusst und mutig. Sie es zwar etwas grob, aber herzlich 🙂 Und eine richtige Kuschelraupe…so für 5 Sekunden!

Was ich nicht so sehr mag: schlafen fast immer noch fast ausschließlich mit Körperkontakt. Ja, ich weiß…Hirnentwicklung und so. Trotzdem würde ich meine Matratze gerne irgendwann mal wieder für mich alleine haben. Besonders mit dem Hintergrund, dass ich schnell zu Verspannungen neige und diese Migräne auslösen 🙁

Hat Dein Kind Dich schon mal in eine peinliche Situation gebracht? In welche?

Wir haben mit 3 Monaten mit PEKIP begonnen. Ich nur im Trägershirt. Meine Tochter als einzige nur am Brüllen wie am Spieß (also alles wie immer zu dieser Zeit). Stillen konnte sie beruhigen. Als ich mit ihr zum Wickeln rausgehen wollte, hat sie (gefühlt die gesamte) Milch wieder ausgekotzt. Auf sich, auf mich, auf den gesamten Boden und auf die Kursleiterin.

Bildrechte: Frau Chamailion

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Welcher ist der beste Ratschlag, den Du jemals als Mama bekommen hast? Und auf welchen hättest Du gern verzichtet?

Von meiner Hebamme und von ihr sogar mehrere Tipps:

  • eine Geburt ist mit Schmerzen verbunden, davor muss man sich nicht fürchten
  • Oberste Regel bei Schwangerschaft, Geburt und wenn das Baby da ist: keine Panik!
  • Sich von Zeitplänen verabschieden: Stillen nach Bedarf, Beikost wenn das Kind danach verlangt und das die meisten Kinder mit 6 Monaten durchschlafen ist nur ein Mythos, von dem man sich mal nicht beeindrucken lassen sollte

Tolle Tipps gegen das Schreien und zum besseren Schlaf habe ich unzählige bekommen… Mein Favorit: du musst die halt in den Kinderwagen legen und spazieren gehen, bis sie sich beruhigt (Oma, Uroma). Hat super geklappt. NICHT!

Dein ultimativer Tipp gegen Trotzanfälle in der Öffentlichkeit?

Glücklicherweise sind wir noch nicht in dieser Phase. Puh! Aber bei diesem Kind mit ihrem Dickschädel wird das definitiv noch eine Herausforderung für unsere Nerven!

Wie überredest Du Dein Kind wenn es etwas nicht will?

Mit 14 Monaten kommt man mit Argumenten halt nicht wirklich weit. Ich versuche es immer mit der Ablenkungsstrategie: 1-2 Minuten aus der Situation raus und dann noch mal versuchen.

Bei Mütze und Co.: immer wieder aufsetzen

Welche Sorte Eltern nervt Dich so richtig?

Ich versuche ja den Kontakt zu anderen Eltern zu meiden 😉 Besonders nervig finde ich die Sorte Eltern, die keine anderen Themen mehr haben, als das Kind. In der Säuglingszeit ist das verständlich, aber später?

Dann habe ich noch ein paar besondere Exemplare in unserer Elterninitiative, die immer nur an sich denken. Da sind Regeln, die man selbst festgelegt hat auf einmal doof, weil sie ja mal das eigene Kind betreffen oder ein Termin, der so nun gar nicht zur eigenen Urlaubsplanung passt. Orrr…

Und zum Schluss gibt es dann noch so ein paar Schmunzelmomente: Wenn Ämelie, Dschäson und Co. zur Spielplatzbank rekrutiert werden, ihnen mit einem Paket Feuchttüchern jeglicher Schmutz vom Körper gewischt wird und diese dann Hirsekringel und Apfelschnitze (OHNE Schale natürlich) aus der Tupperdose serviert bekommen. Während die Mamis Milchkaffee schlürfen und ihren Eisbecher genießen.

Findest Du andere Kinder manchmal nervig und warum?

Ja! Laut kreischende Kinder finde ich furchtbar. Ebenso kleine Klugscheißer. Ich weiß, nicht besonders pädagogisch wertvoll, aber genauso wenig, wie ich jeden Erwachsenen spontan symphatisch finde, ist es halt auch mit fremden Kindern.

Glaubst Du manchmal, dass Du eine schlechte Mama bist? Warum/in welcher Situation?

Das Gefühl habe ich eigentlich nicht.

Hast Du Dein Kind schon mal als Ausrede benutzt? Wann?

Die Frage sollte eher heißen: wann das letzte Mal?

Hier wird ständig die Schuld aufs Kind geschoben: wir können nicht, weil Kind krank. Ich bin zu spät dran, weil da Kind noch eine Kuscheleinheit brauchte (okay, ich brauchte sie!), schon wieder erkältet? Ist bestimmt KiTa-Rotz.

Was willst Du in der Erziehung Deiner Kinder auf keinen Fall so machen wie Deine Eltern? Und was auf jeden Fall genauso?

Meine Eltern haben verdammt viel richtig gemacht: eigene Grenzen austesten lassen, Halt geben, feste Regeln auch mal aufweichen, das Kind als Teil der Familie betrachten und nicht nur drum herum schwirren.

Dagegen werde ich wohl versuchen in der Pubertät eher nach dem Motto: keine Panik zu gehen und auch in Schuldingen versuche ich entspannter zu sein.

Mit wem kommt das Kind dreckiger vom Spielplatz? Wer ist ängstlicher? Wer konsequenter?

Dreckig ist die bei uns Beiden. Wer ist ängstlicher? Hmm… das ist unterschiedlich. Bei Krankheiten bin ich eher ruhig und der Mann ängstlich. Bei so Sachen wie Autofahren, Treppen und möglichen Verletzungen bin ich eher ängstlich. Wir sind aber beide nie panisch. Ebenso ist es mit der Konsequenz: wir sind langfristig konsequent, aber für den Moment darf man auch mal Ausnahmen machen. Zum Beispiel beim Abstillen: wenn der Tag ganz doof war oder sie die Nase stark verstopft hatte, dann durfte sie halt doch noch mal. Wenn sie nicht in ihrem Bett schlafen mag, dann darf sie halt zu uns. Wenn sie heute das Essen nicht mag, versuchen wir es halt morgen wieder.

Wer sorgt eher für gesunde Ernährung: Mama oder Papa?

Zur Zeit hauptsächlich der Mann und die Kita. Aber eigentlich versuchen wir uns hier gemeinsam gut zu ernähren.

Was kannst Du von Deinem Kind lernen?

Die kleinen Momente wieder wahrzunehmen und zu genießen und das selbst ein kleines Kind so viel Liebe für ganz viele Menschen in sich trägt, dass man vor Glück platzen möchte.

Rechnest Du insgeheim manchmal zwischen Dir und Deinem Partner auf: so nach dem Motto: warum muss ich das eigentlich immer alles allein machen?

Es werfe der den ersten Putzlappen, der das nicht macht! Gerade wenn ich mal wieder übernächtigt bin und so gar keine Lust mehr habe, dann kommt dieser Gedanke: was habe ich heute/die Woche schon gemacht, was er? Im Endeffekt hält es sich aber die Waage und ich muss meinen Frust dann woanders abladen.

Was mein Mann wohl besser kann: vom Arbeitsmodus in den Entspannungsmodus wechseln. Das macht mich (unberechtigterweise) wütend, denn während er in seinem 30 Minuten Freizeit schon etwas „geschafft“ hat, sitze ich noch paralysiert auf dem Sofa und denke über die Sachen nach, die noch erledigt werden müssen.

Die Mama-Pflichten sind manchmal lästig: stillen, wickeln, anziehen etc. – für welche findest Du Ausreden, damit sie Dein Partner übernimmt, wenn es möglich ist?

Gerade aktuell lasse ich gerne mal das Kind nach dem gemeinsamen Bad vom Mann versorgen. Hihi…dann muss ich mich nicht anmeckern lassen. Und auch das Kind in den Kinderwagen fummeln ist nicht so ganz mein Ding. Das darf er übernehmen!

Bildrechte: Frau Chamailion

Bildrechte: Frau Chamailion

Die größte Lüge seit ich Mama bin ist…

…’Das muss so!‘

Was hast Du in der allerersten freien Zeit ohne Kind gemacht?

Nach 4 Wochen war ich mit Freunden für genau 70 Minuten in unserer Lieblings-Shisha-Bar. Klar, ohne rauchen und ohne Alkohol. Ich war so geflasht von den sozialen Kontakten ausserhalb des meiner eigenen vier Wände, dass ich nur geredet habe! Zwar mit auslaufenden Brüsten, aber ganz ohne Baby-Kakka Gespräche. Und ich habe endlich wieder einen Türkisch-Mokka getrunken!

Woah! Da konnte ich einige Tage von zehren…

Was ist Familienglück für Dich (neben den allgemeingültigen Dingen wie Gesundheit o.ä.)?

Gemeinsam Zeit zu verbringen und zu sehen, wie der Mini-Mensch die Welt entdeckt!

Dein bisher schönstes Mama-Kind-Erlebnis war…

…eigentlich gibt es ja jeden Tag diese herzsprengenden Hachz-Momente. Auf Platz 2 steht der Moment, an dem sie aufhörte zu schreien und das erste Mal ganz ruhig in meinem Arm einschlief.

Und auf Platz 1: ganz klar, das erste mal kuscheln direkt nach der Geburt!

Wann hast Du Dir das letzte Mal die größten Sorgen um Dein Kind gemacht?

Als ich ihr vor einigen Wochen beim Nägel schneiden in den Finger schnitt, bin ich ein bisschen panisch geworden…

Welche Werte/Leitsätze o.ä. willst Du Deinem Kind mit auf seinen Weg geben?

Zielstrebigkeit ist gut, aber man sollte nicht vergessen auch das Leben zu genießen.

Nenne eine Sache (materiell), die aus Deinem Mama-Alltag nicht mehr wegzudenken ist, weil sie den Alltag erleichtert, schöner macht etc., und die Du jeder Mama ans Herz legen möchtest.

In der Stillzeit war das wohl die Milchpumpe! Unverzichtbar für mich. Und auf jeden Fall unser Bondolino. Das hat uns den Alltag wesentlich erleichtert, weil es (für uns) einfach die beste und komfortabelste Lösung war.

Wenn Ihr ein ganzes Wochenende so viel Zeit und Geld hättet, wie Ihr wollt, was würdet Ihr machen/unternehmen?

Ein großes Brunch/ Grillen für alle unsere Freunde geben und uns vielleicht endlich mal das ‚JA‘-Wort geben 😉

 

Liebe Miriam, vielen Dank für Deinen Besuch und Deine ehrlichen Antworten. Lust auf mehr Anekdoten aus dem Leben von Frau Chamailion? Dann schaut doch auf facebook, Twitter, Instagram oder auch ihrem Blog „Eltern im Studium“ vorbei.

Nächste Woche folgt an dieser Stelle das nächste Mama-Interview! Ihr habt auch Lust mitzumachen und Rede und Antwort zu stehen? Dann schickt mir eine kurze Mail an familiemotte@email.de – ich freu´ mich auf viele spannende Antworten

Habt ein schönes Wochenende

Eure Anna

 

 

 

 

 

 

 

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