Jetzt mal ehrlich Mama…Heute zu Gast: Julia vom Blog „Frieda Friedlich“ #malehrlichmama

Huhu Ihr Lieben, nach langer Zeit gibt´s´s heute mal wieder ein „Mal ehrlich Mama-Interview“ für Euch. Und da habe ich diesmal eine supersympathische Mami aus Köln zu Gast, nämlich die liebe Julia vom Blog Frieda Friedlich. Leider kenne ich Julia bisher nur virtuell, aber ihr Blog ist so wunderbar authentisch und wenn ich ihre Fotos so anschaue, dann bringt sie auch eine große Portion rheinischer Fröhlichkeit mit. Deshalb fällt es auch gar nicht schwer ihren Blog sofort zu mögen, denn schließlich bin ich  ebenfalls gebürtige Rheinländerin, die gleich nebenan in der Nachbarstadt Leverkusen aufgewachsen ist.

Nur bei einer Sache muss ich widersprechen: ich würde mich beim Karneval lieber mitten ins Getümmel stürzen als nach Holland zu fahren, obwohl ich Holland sehr mag 🙂

Also liebe Julia: ich glaube wir sollten uns bei nächster Gelegenheit mal auf einen Kaffee treffen – ich glaub wir hätten viel zu quatschen…

Nun geht´s aber los mit dem Interview – viel SPAß dabei!

Über die Mama und den Blog

Frieda Friedlich II
Bildrechte: Frieda Friedlich

Bitte stelle Dich kurz vor und erzähle, was uns auf Deinem Blog erwartet

Mama Julia (34), lebenslustige Lehrerin für Sonderpädagogik und Mini-Menschen- Mädchen Frieda Friedlich (freche 2 Jahre). Auf dem Familienfoto sind Papa Guido und unsere Hundedame Grete natürlich ebenfalls zu sehen. Auf Frieda Friedlich blogge ich über den ganz normalen Wahnsinn mit meinem Mini-Menschen-Mädchen und der Hunde-Dame Grete. Ich genieße jeden Moment des Mama Daseins und mache mit der kleinen Frieda Kölns Parks, Gassen & Umgebung unsicher. Auf dem Blog gibt tolle und vor allem ehrliche Berichte über alles was uns Mamas interessiert. Außerdem tolle Produktvorstellungen, Gewinnspiele, Bücherrezensionen und viele Einblicke in unseren Familienalltag. Ich schreibe auch von Liebe, Unternehmungen und Urlauben, aber eben auch von Problemen, Konflikten und Gedanken. Bei uns gibt es keine Lifestyle-Fotos – echt nicht!

Muttersein ist für mich…

…das Wunderbarste, Schönste, Erfüllendste, Aufregendste, Liebevollste, aber auch Anstrengendste, was ich jemals erlebt und gefühlt habe!

Wenn ich mal nervlich am Ende bin, dann tanke ich neue Kraft am besten beim…

Zum Glück war ich bisher nervlich noch nie so richtig am Ende. Toi, toi, toi (da klopfe ich mal auf Holz). An manchen Tagen, an denen unsere Frieda sehr weinerlich ist und bei jeder Kleinigkeit jammert, da brauche ich schon mal 5 Minuten Auszeit. Es reicht mir aber dann wirklich, wenn ich mal in Ruhe Pipi machen gehen kann (ist ja auch nicht immer selbstverständlich ;-). Auch, wenn es sich jetzt irgendwie paradox anhört. Am meistens Kraft tanke ich, wenn ich Zeit und schöne Augenblicke mit unserem Mini-Menschen-Mädchen verbringe. Gleich ist doch schon vergessen, was dich eben noch etwas genervt hat. Denn Zeit mit unseren Kindern zu verbringen ist einfach das wertvollste und wunderschönste, was wir im Leben haben.

Jetzt mal ehrlich liebe Julia…

Bist Du spießiger geworden, seit Du Mama bist? Und wenn ja: in welchen Dingen?

Total! Ich gehe (bis jetzt noch) abends nicht mehr raus. Ich gehe früh ins Bett, bin viel langweiliger geworden. Ich plane und buche schon lang im voraus spießigen Familienurlaub und spontane Abenteuer-Trips mit Zelt gibt’s nicht mehr. Sowieso bin ich total unflexibel und überhaupt nicht mehr spontan.

Wie bringt Dich Dein Kinder am schnellsten zur Weißglut? Welche Eigenschaften Deines Kindes bringen Dich auf die Palme?

Weißglut und Palme gab’s zum Glück noch nicht. Sehr anstrengend finde ich weinerliche Dauer-Anhänglichkeit und Papa reicht nicht – es muss Mama sein. Die ganze Zeit, ohne Unterlass. Da komme ich definitiv an meine Belastungsgrenze.

Was magst Du nicht an Deinen Kindern und was besonders?

Das klingt jetzt vielleicht total nach Bilderbuch-Mama, aber…Ich liebe wirklich alles an ihr. Ihren Witz, ihren Charme, ihren Humor, ihre Pfiffigkeit, ihre Verspieltheit, ihre Durchsetzungskraft und den eigenen Willen. Ich mag ihre Kreativität, das Plappern und Fragen, ihre Ideen und Gedanken, ihre bedingungslose Liebe, mit der sie uns Tag für Tag begegnet. Ihre Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit finde ich genauso toll wie ihre Empfindsamkeit. Und dass sie zu ihren Gefühlen steht und diese gerne zeigt und benennt. Dass sie uns vertraut. Ich liebe ihr Lächeln, ihre Augen, ihren Geruch – einfach alles und noch viel mehr.

Frieda Friedlich
Bildrechte: Frieda Friedlich

Welcher ist der beste Ratschlag, den Du jemals als Mama bekommen hast? Und auf welchen hättest Du gern verzichtet?

Höre auf dich, dein Herz, dein Bauchgefühl und mache es so, wie du es willst und fühlst. Lass dir nicht reinquatschen. Du kennst dein Kind am besten, ihr wisst und spürt, was gut für euch ist. Ich hätte und würde gerne auf soooo viele Nachfragen, Ratschläge und (gut gemeinte) Kommentare verzichten. Sei es die Oma auf der Straße oder die andere Mutter, eigene Mama oder Schwiegermama, die es besser weiß. Warum sind s eigentlich immer Frauen, die sich einmischen?

Dein ultimativer Tipp gegen Trotzanfälle in der Öffentlichkeit?

Frieda ist jetzt etwas über 2 Jahre und bisher hatten wir allerhöchstens 4 Situationen, die man als „Trotzanfall“ bezeichnen könnte. Mein Tipp: Dickes Fell anlegen und die Leute gucken und reden lassen. Ich blende dann wirklich alles, und ich meine auch wirklich ALLES um uns herum aus. Es ist mir egal, wie wir aussehen und was die Menschen denken (könnten). Ich bin ausschließlich für Frieda da, setze mich auch mitten auf der Straße auf die Erde, nehme sie, wenn sie genommen werden will. Ich spreche mit ihr. Spiegele ihre Gefühle. Und stehe diesen Horror einfach gemeinsam mit ihr durch. Unsere kleinen Lieblingsmenschen sind ja nicht absichtlich „trotzig“, sondern im Grunde noch viel hilfloser als wir in solchen Momenten.

Welche Sorte Eltern nervt Dich so richtig?

Einfach alle, die meinen sie wüssten es besser. Ich kenne ein paar andere MamaBlogs, die nur ihre Meinung und Vorgehensweise als die Richtigste sehen und „verkaufen“. Das sind dann oft so zentrale Themen wie Stillen, Tragen versus Kinderwagen oder (Fremd-)Betreuung.

Findest Du andere Kinder manchmal nervig und warum?

Ehrlich gesagt, mag ich so laute Remmi-Demmi-Turbo-Kinder nicht so gerne, die ein rasendes Temperament und unendlich viel Energie haben. Ich mag sie nicht, würde ich vielleicht jetzt nicht gerade sagen, aber sie nerven mich schnell. Wenn sie laut brüllen, Spielzeug werfen und scheinbar absichtlich (?) andrer Kinder Sachen wegnehmen und/oder zerstören. Im nächsten Augenblick weiß ich aber ja auch, dass ihr Wesen ja auch irgendwo herrührt.

Glaubst Du manchmal, dass Du eine schlechte Mama bist? Warum/in welcher Situation?

Ehrlich gesagt nicht. Ich zweifle recht wenig an mir, obgleich ich weiß, dass ich bei Weitem nicht perfekt bin und alles bilderbuchmäßig richtig mache. Darum geht’s auch nicht. Fehler machen, selbst reflektieren, sich entwickeln und daran gemeinsam wachsen sind hier an der Tagesordnung. Ich lese auch recht viele Ratgeber und Fachbücher und habe dadurch immer wieder tolle Erkenntnisse und bekomme Ideen zur Veränderung.

Hast Du Dein Kind schon mal als Ausrede benutzt? Wann?

Ach, klar! Absolut kein Bock auf das Treffen mit xy heute? Kind ist krank oder schläft schlecht oder ist nicht abgestillt, trinkt nicht aus der Flasche oder oder…

Was willst Du in der Erziehung Deines Kindes auf keinen Fall so machen wie Deine Eltern? Und was auf jeden Fall genauso?

Witzig! So ähnlich war mal eine Frage in einem super-duper Elternkurs, den ich besucht habe. Mega spannend. Übernommen habe ich: Kuscheln, Zuneigung, Wärme, Liebe, Fürsorge, Aufmerksamkeit und Zuneigung, Sanftmut, Fürsorglichkeit, Verlässlichkeit. Diese Werte sind mir in schöner Erinnerung geblieben. Lieber nicht übernehmen möchte ich: falsche Rücksichtnahme (gemeint ist eher eine Art Aufopferung für’s Kind), übertriebene Hilfsbereitschaft, erzwungene Höflichkeit und dass man Konflikte nicht richtig austrägt und sich ausspricht, dabei Gefühle aller Art immer eher unter den Teppich kehrt und sie nicht annimmt.

Mit wem kommt das Kind dreckiger vom Spielplatz? Wer ist ängstlicher? Wer konsequenter? Wer sorgt eher für gesunde Ernährung: Mama oder Papa?

Dreckig – Papa. Angst – Mama. Konsequenter – Mama. Ernährung (gesund und ungesund) – beide

Rechnest Du insgeheim manchmal zwischen Dir und Deinem Partner auf: so nach dem Motto: warum muss ich das eigentlich immer alles allein machen?

Klar, total. Unterm Strich geht meine Rechnung dann aber (leider) gar nicht auf. Ich mache zwar so ziemlich viel rund um unser Mini-Menschen-Mädchen, aber Guido ist auch ein echter Hausmann. Wäsche, Einkaufen, Fensterputzen, Kochen. Das alles macht er sogar viel öfter als ich. Meine ganzen Mama-Pflichten waren und sind mir irgendwie nie so richtig lästig (gewesen): stillen, wickeln, anziehen – ich brauche gar keine Ausreden, damit sie mein Partner übernimmt, denn ich mache das alles eigentlich sogar gerne.

Was hast Du in der allerersten freien Zeit ohne Kinder gemacht?

Ich war in der Badewanne

Frieda Friedlich I
Bildrechte: Frieda Friedlich

Wann hast Du Dir das letzte mal die größten Sorgen um Dein Kind gemacht?

Als Frieda im Herbst eine Mittelohrentzündung hatte, die irgendwie nicht besser wurde. Oh, man. Wenn die Kinder krank sind, dann leidet man als Mama echt richtig mit. Sonst frage ich mich schon recht oft, wie es ihr in dieser oder jener Situation wohl so geht (z.B. wüsste ich gerne noch viel genauer, was in der KiTa so alles passiert und wie es Frieda damit so geht. Ich möchte sie nicht bewahren und schützen, sondern noch intensiver begleiten und Situationen gerne besprechen und „aufareiten“.) Vielleicht bin ich aber auch einfach übertrieben plemplem?!

Welche Werte/Leitsätze o.ä. willst Du Deinen Kindern mit auf ihren Weg geben?

Du bist wunderbar, so wie du bist. Wir lieben dich. Glaube du auch immer an dich und stehe zu dir und deinen Gefühlen!

Nenne eine Sache (materiell), die aus Deinem Mama-Alltag nicht mehr wegzudenken ist, weil sie den Alltag erleichtert, schöner macht etc., und die Du jeder Mama ans Herz legen möchtest

Definitiv EasyRider-Tragegurt für Kleinkinder!

Wenn Ihr ein ganzes Wochenende so viel Zeit und Geld hättet, wie Ihr wollt, was würdet Ihr machen/unternehmen?

Nichts Besonderes. Wir machen uns manchmal ein sehr gemütliches Wochenende zu Hause. Ohne Termindruck, ohne Verabredungen und Verpflichtungen. Wir machen das, wozu wir gerade Lust haben. Oder wir nehmen uns eine Auszeit. Da darf es aber (um Gottes Willen) niemals die U.S.A. oder der Rundflug über die Sahara sein. Auf sowas stehen wir überhaupt nicht. Jetzt über die Karnevalstage treten wir die Flucht aus Köln an und haben uns einen umgebauten Bauwagen in den Niederlanden gemietet. Ziemlich idyllisch in der Pampa mit einigen Tieren, unweit vom Meer und trotzdem nur 30 Minuten bis Amsterdam. So sehen Auszeiten für uns aus.

Wenn Du Lust hast, hinterlasse hier noch den witzigsten “Kindermundspruch“ Deines Kindes

Unsere Frieda haut ja bisher noch keine richtigen „Klopper“ raus, aber das hier war echt witzig: Neulich, als wir zu Fuß auf unserem täglichen Nachhauseweg waren, blieb unser Mini-Menschen-Mädchen beim Überqueren einer kleinen, kaum befahrenen Straße mitten auf der Fahrbahn stehen und biss genüsslich in ihr Brötchen. In meiner Lehrermanier sagte ich zu ihr „Straßen bitte immer zügig überqueren.“ Wenn das nicht schon Grund genug gewesen wäre über mich zu schmunzeln, antwortete unsere Frieda mit: „Ja, ja, Mama.“ und watschelte langsam weiter. Ich musste richtig lachen.

***

Liebe Julia, vielen Dank dass Du Dir die Zeit genommen hast meine Fragen zu beantworten.

Frieda Friedlich findet Ihr übrigens auch bei facebook:

www.facebook.com/friedafriedlichkoeln

Instagram:

www.instagram.com/friedafriedlich

und Youtube:

https://www.youtube.com/channel/UCbv_-zIM9f6aT63LRV__j6g

Wie immer also viel neuer Lesetoff für Euch 🙂

Ihr habt auch Lust mitzumachen und Rede und Antwort zu stehen? Dann schickt mir eine kurze Mail an familiemotte@email.de – ich freu´ mich auf viele spannende Antworten

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende

Eure Anna

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