Jetzt mal ehrlich Mama…Heute zu Gast: JesSi von „feiersun“ #malehrlichmama

Ach ich freue mich wie verrückt: denn heute ist eine meiner liebsten Herz-Bloggerinnen bei mir zu Gast und hat alle meine Interview-Fragen ganz ehrlich und offen beantwortet. Kennt Ihr JesSi vom Blog feiersun schon?

Sie schreibt dort über ihr Familienleben mit ihrer kleinen zauberhaften Motte und dem großen Jungen, den sie als Pflegekind aufgenommen hat. Ich habe großen Respekt vor ihrer Entscheidung, ist es doch unheimlich schwierig ein „fremdes Kind“, dass in seinen Teenagerjahren ja schon vorgeprägt ist und bereits eine eigene kleine Geschichte mitbringt, in die eigene Familie zu integrieren.

Aber wenn es jemand kann, dann sicher JesSi, die ein soooo großes Herz hat – das weiß ich, weil ich sie nun bereits einige Zeit schon persönlich kenne und mich immer wieder freue, wenn wir uns sehen. Und dass sie auch mit ganz viel Herz schreibt, dass könnt ihr jedem Wort auf ihrem Blog entnehmen – also schaut´ doch mal bei ihr vorbei!

Über die Mama und den Blog

Bildrechte: feiersun.de

Bildrechte: feiersun.de

Bitte stelle Dich kurz vor und erzähle, was uns auf Deinem Blog erwartet

Ich bin JesSi Ca vom Blog feierSun.de – dem Familienblog der etwas anderen Art. Was uns so anders macht?

Das ist unsere Familienkonstellation. Wir sind nicht mal eine klassische Patchwork-Familie. Wir haben 2011 unsere Motte ganz klassisch bekommen und geboren und dann Ende 2013 unseren Pflegesohn im Alter von damals 15 Jahren aufgenommen. Von jetzt auf gleich Teenagermom – das ist meine Herausforderung – eine die viel Kraft kostet, viele Nerven, aber mich vollkommen mit Liebe erfüllt und von der ich unendlich viel lernen kann.

Man bekommt nur so viele Aufgaben vor die Füße, wie man bewältigen kann – irgendwo scheine ich also Kraftreserven versteckt zu haben.

Muttersein ist für mich…

Meine größte Leidenschaft und zugleich die unglaublichste Herausforderung aller Zeiten. Nichts hat mich in meinem Leben so erfüllt und zugleich in den Wahnsinn und an meine persönlichen Grenzen getrieben wie die Mutterschaft.

Wenn ich mal nervlich am Ende bin, dann tanke ich neue Kraft am besten beim…

Bloggen. Manchmal auch einfach nur beim Daliegen und nix tun – wobei das dann seltener funktioniert. Ich gönne mir Auszeiten – mit und ohne Kind. Ich lebe auf einem Dorf und mich zieht es in regelmäßigen Abständen raus hier. Hamburg, Berlin, NRW – manchmal muss ich einfach einen Tapetenwechsel haben um wieder zu mir zu finden. Gerade war ich in der Heimat und konnte mich in Freundschaft und Liebe begleitet von Empathie und Natürlichkeit suhlen – meine Reserven waren ziemlich am Ende – nun sind sie wieder aufgefüllt.

Jetzt mal ehrlich liebe JesSi…

Welche Eigenschaft als Mama kannst Du an Dir nicht ausstehen? Und welche magst Du ganz besonders?

Ich mag überhaupt nicht, dass ich total ungeduldig bin. Aber noch viel, viel schlimmer finde ich es, dass ich immer das Gefühl habe, nur gut zu sein, wenn ich es besonders gut mache. „Normal“ ist kaum eine Option für mich – bescheuert, ich weiß und ich arbeite auch daran.

Gut an mir finde ich, dass ich eine wunderbare Verbindung zu meiner Tochter habe. Ich weiß, auch wenn ich die Strengere in dieser Familie bin, dass sie weiß, dass sie sich immer auf mich verlassen kann. Ich nehme beide Kinder wahnsinnig ernst – obgleich ihres Alters. Sie sind Menschen wie Du und ich – nur eben in klein (zumindest die Motte, der große Junge ist schon ein Stückchen größer wie ich).

Bist Du spießiger geworden, seit Du Mama bist? Und wenn ja: in welchen Dingen?

Oh ja, ich bin spießig geworden – leider und zum Glück. Die Nacht ist entweder zum Arbeiten da oder zum Schlafen. Nicht weil ich faul geworden bin. Ich hab solche Sehnsucht danach auszugehen, aber ich hätte Angst auf der Tanzfläche mitten im Club einzuschlafen. Menschen – gerade aus meiner wilden Zeit – können es nicht glauben das ich nun Hausbesitzerin bin – „die Jessi, die ist so voller Leben, die wird sich nie irgendwo nieder lassen“ – tja, gar nicht so anders habe ich gedacht und dann kam er – mein Mann und gemeinsam entwickelten wir uns von Tanzflächenrockern zu Eltern und Hausbesitzerin mit eigener Firma und Pflegekind nebst dem Bloggen. Spannend wie das Leben sich manchmal verändert.

Wie bringen Dich Deine Kinder am schnellsten zur Weißglut? Welche Eigenschaften Deiner Kinder bringen Dich auf die Palme?

Wenn sie von vorneherein mit Unmut an Dinge herangeht. „Kann ich nicht“ ist eine Aussage, die ich nicht mag, „kann ich noch nicht“ – kommt vielem schon eher nahe. Doch wenn sie etwas nicht perfekt kann, dann wird sie wahnsinnig schnell wütend – perfektionistische Veranlagung – vom wem sie die wohl hat…

Welcher ist der beste Ratschlag, den Du jemals als Mama bekommen hast? Und auf welchen hättest Du gern verzichtet? 

“ Höre auf Dein Herz, nimm den Bauch dazu und schalte den Verstand nur ein bei Dingen, bei denen es unbedingt sein muss.“ Irgendwie ist eine Spur Wahres dran, denn nicht der Verstand ist unser Weg… auf was ich verzichten hätte können; dass ist quasi super viel. Aber das schrecklichste ist wohl der Klassiker: „Lasse schreien, dass stärkt die Lungen und wenn Du Dir das Kind ins Bett holst, bekommst Du es niemals wieder da raus – die müssen lernen allein zu schlafen….“ möp möp

Bildrechte: feiersun.de

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Welche Sorte Eltern nervt Dich so richtig?

Die, die immer alles besser wissen und nur ihre eigene Meinung zulassen. Der Nabel der Welt ist keiner von uns – wir sollten alle in einem Boot sitzen und nicht so lange am anderen ruckeln bis es kentert. Und uns daran dann sogar noch erfreuen – so ein Mensch bin ich nicht und will und werde ich niemals sein.

Glaubst Du manchmal, dass Du eine schlechte Mama bist? Warum/in welcher Situation?

Ja, das tue ich – immer wieder. Das Leben mit den Kindern ist ein vollkommen anderes und keiner kann sich auch nur annähernd vorstellen wie es ist, bis man drinnen sitzt im Mama-Leben. Einzig und allein die Augen meines Kindes und die Umarmungen vernichten all diese Gedanken. Aber wenn meine Geduld mal wieder nicht reicht oder ich nicht alles für alle regeln kann – wenn mal wieder etwas schief geht, dann zweifele ich an mir – es gibt nichts Schlimmeres und nichts Unsinnigeres. Und doch habe ich auch eine schlechte Mutter in mir…

Was willst Du in der Erziehung Deiner Kinder auf keinen Fall so machen wie Deine Eltern? Und was auf jeden Fall genauso?

Das ist ein sehr sensibles Thema. Ich werde meine Kinder auf keinen Fall schon mit 13 Jahren in ihr Leben ziehen lassen. Gewaltfreiheit steht bei uns an oberster Stelle!!! Sie sollen und müssen immer wissen, dass hier ihr zu Hause ist und das wir sie lieben – beide, als Vater und die Mutter –lieben wir beide diese Kinder!! Dafür möchte ich wie meine Mutter versuchen meinen Kindern eine Freundin zu sein – nur eben kindgerechter und mit viel eigenen Erfahrungen auf der anderen Seite. Und bei meinen Schwiegereltern schaue ich mir den Familienzusammenhalt ab – das ist was wirklich Schönes!!

Mit wem kommt das Kind dreckiger vom Spielplatz? Wer ist ängstlicher? Wer konsequenter? Wer sorgt eher für gesunde Ernährung: Mama oder Papa?

Da sind wir vollkommen vermischt. Wobei die Motte ist so sehr wie ich und wir haben die meiste Zeit zusammen, da hab ich schon einen großen Anteil. Dreckig kommt sie mit beiden vom Spielplatz, allerdings gehören Pfützen uns Mädels, da tritt der Papa gerne einen Schritt zurück und macht Fotos von seinen verrückten Mädels. Ängstlicher sind wir beiden mal mehr mal weniger – situationsabhängig. Konsequenter bin definitiv ich – beim Papa funktionieren Augenaufschläge wunderbar. Für das Leckere ist dann eher der Papa zuständig, Inkonsequenz macht es einfacher an Süßkram zu kommen. Allerdings stellt Mama mit ihr zusammen tolles in der Küche her – also nicht das ich gegen Süßigkeiten wäre wir versuchen in allem ein Gleichgewicht zu finden – unser persönliches, eigenes Gleichgewicht.

Rechnest Du insgeheim manchmal zwischen Dir und Deinem Partner auf: so nach dem Motto: warum muss ich das eigentlich immer alles allein machen?

Insgeheim ja. Aber im Grunde machen wir beide viel – so viel wir können und noch mehr… ich hab den tollsten Mann der Welt und ich kenne kaum einen Mann, der so viel im Haushalt mit anpackt wie meiner. Aber dafür mach ich ganz viele andere Dinge – so wie er… Wir sind einfach ein tolles Team!

Die größte Lüge seit ich Mama bin ist…

…“alles gut“ „Mir geht es gut“ – mir geht es oft gar nicht gut und doch ist es mein Päckchen welches ich trage. So wie alle Menschen ihres tragen.

Was hast Du in der allerersten freien Zeit ohne Kind gemacht?

Die Autofahrt von 10 Minuten auf 45 verlängert und mit voller Lautstärke Musik gehört – alle Fenster runter und laut mitgrölen. Klingt albern – es war toll!

Bildrechte: feiersun.de

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Was ist Familienglück für Dich (neben den allgemeingültigen Dingen wie Gesundheit o.ä.)?

Zeit!!!!!! Auch das ist wohl allgemeingültig, aber da wir alle so viel auf dem Zettel haben ist unser Glück Zeit!!

Wann hast Du Dir das letzte Mal die größten Sorgen um Deine Kinder gemacht?

Als wir bei kalter Luft vor der Haustür saßen weil das Kind so sehr husten musste das sie kaum noch Luft bekam. Weil ich so hilflos in diesem Moment war und ich die Angst in ihren Augen gesehen habe. Es hat mir Angst gemacht ihr nicht gleich helfen zu können. Und als der große Junge in der Silvesternacht lallend auf meinem Schoß lag – nicht weil er Alkohol trank, nicht weil es viel zu viel war, sondern weil er seine leibliche Mama so sehr vermisst und weil ich sie in solchen Momenten schütteln möchte – weil ich sie nicht ändern und ihm somit nicht helfen kann wenn es ihn so sehr zerreißt.

Nenne eine Sache (materiell), die aus Deinem Mama-Alltag nicht mehr wegzudenken ist, weil sie den Alltag erleichtert, schöner macht etc., und die Du jeder Mama ans Herz legen möchtest 

Darf ich nur eine?? Kann ich nicht. Concealer und mein Handy. Ohne Concealer sehe ich aus wie ein Zombie und mein Handy ist mein Nabel zur Außenwelt hinter den Mauern des Tellerrandes….Kommunikation, Fotos machen, Bilder teilen – der Austausch mit Gleichgesinnten – ohne das wäre mein Leben wohl um einiges schwieriger…

Wenn Ihr ein ganzes Wochenende so viel Zeit und Geld hättet, wie Ihr wollt, was würdet Ihr machen/unternehmen?

Irgendwohin fliegen – nicht weit weil wir die Zeit ja genießen wollen, aber dem Kind das Meer zeigen. Mit ihr Sandburgen bauen und gegen Wellen anschreien. Durch das Wasser waten und das Salz schmecken. Muscheln sammeln und Quallen anschauen.

Wenn Du Lust hast, hinterlasse hier noch den witzigsten “Kindermundspruch“  Deiner Kinder

„Mama, wenn ich den großen Jungen einfach in Deinen Bauch stecke, dann ist er doch mein echter Bruder oder? Dann war er ja Dein Baby…“

 

Ach liebe JesSi, was soll ich sagen: ich bin mal wieder ganz gerührt von vielen Deiner Antworten. Besonders bei der Antwort auf die Frage nach der Sorge musste ich ganz schön schlucken. Und in vielen Deiner Gedanken erkenne ich mich wieder…ich danke Dir sehr, dass Du Dir die Zeit genommen hast meine Fragen zu beantworten.

So, und nun könnt Ihr auf JesSi´s Blog weiterlesen, oder sie bei facebook, Twitter, Instagram, Google+ oder Pinterest besuchen.

Nächste Woche folgt an dieser Stelle das nächste Mama-Interview! Ihr habt auch Lust mitzumachen und Rede und Antwort zu stehen? Dann schickt mir eine kurze Mail an familiemotte@email.de – ich freu´ mich auf viele spannende Antworten…

Habt ein schönes Wochenende

Eure Anna

 

 

 

 

 

 

 

One Comment

  • JesSi Ca

    2. Mai 2015 at 21:14

    Ach Anna, Du machst mich verlegen und glücklich zugleich!! Danke das ich dabei seien durfte!!!!!!
    Ich drücke Dich und hoffe sehr das wir uns bald wieder sehen können – sofern die Minis es zulassen werden.
    JesSi Ca

    Antworten

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