Große Sorgen, kleine Fortschritte und viel Geschwisterliebe – die Zwillinge sind 3 Monate alt!

– Dieser Beitrag wurde freundlicherweise unterstützt von Baby Walz – 

Ich habe ja einen kleinen Tick: ich lese unheimlich gern Listen über Entwicklungsschritte. Also was ein Kind in welchem Monat oder Jahr so lernt oder welche Fähigkeit sich ausbildet. Und obwohl ich das ja mit der Motte schon mal erlebt habe und weiß, dass jedes Kind sich anders entwickelt – man sich also bloß nicht stur nach diesen Listen richten sollte – mag ich es, gewisse Anhaltspunkte zu haben, und immer mal wieder nachlesen zu können, was die Meilensteine in der Entwicklung sind und was uns mit den Zwillingen eventuell im nächsten Monat erwartet.

Am 4. Oktober sind die Zwillinge drei Monate alt geworden. Und der vergangene Monat war wirklich turbulent. Es gab viele Höhen und Tiefen und der kleine Floh musste – aufgrund seines hohen Fiebers – sogar zwei Tage im Krankenhaus verbringen.

Und ehrlich gesagt macht er mir immer noch viele Sorgen. Er kämpft sich wirklich so richtig rein ins Leben. Das Spucken ist leider immer noch nicht besser geworden. Bei seinem Aufenthalt im Krankenhaus wurde festgestellt, dass sein Magenpförtner (der bei Babys ja sowieso noch nicht ganz geschlossen ist) weiter geöffnet ist als normal. Das verwächst sich zwar im ersten Jahr, aber so lange müssen wir wohl da durch. Wir tragen ihn nach dem Füttern schon immer 20 Minuten aufrecht durch die Gegend und trotzdem kommt immer noch viel wieder raus. Manchmal macht ihm das was aus, dann schreit er so lange, bis der Spucker endlich draußen ist. Manchmal scheint es ihn überhaupt nicht zu stören, dann kommt urplötzlich ein Spucker wieder raus. Ich bin aber langsam genervt, dass ich ihn mindestens drei Mal am Tag umziehen muss. Wir haben gar nicht so viele Klamotten wie bräuchte – entsprechend läuft unsere Waschmaschine nonstop.

Dazu kommt, dass er immer noch total unentspannt ist und sich ständig überstreckt. Er ist sehr unruhig und kann seinen kleinen Körper, Arme und Beinchen kaum entspannen. Ständig ballt er seine Hände noch zu Fäustchen, ich muss seine Arme immer mit viel Kraft in Body oder Oberteil zwängen, weil er einfach fast immer angespannt ist.

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Zwar hat er immer wieder auch ganz fröhliche und entspannte Phasen. Dann schenkt er uns sein strahlendstes Lächeln, brabbelt vor sich hin als wolle er uns ganz viel erzählen und verzaubert uns richtig. In solchen Phasen ist er auch sehr aufmerksam und guckt neugierig und ganz ruhig in der Gegend rum. Und – was mich und auch den Arzt aufgrund seiner Verspannung erstaunte – er versucht bereits sich zu drehen. Dabei rollt er sich auf die Seite und strampelt dann mit seinem Beinchen so, als ob er Schwung nehmen möchte. Natürlich schafft er es noch nicht, aber sobald man ihn auf den Rücken ablegt, legt er sofort damit los.

Leider dauern diese Phasen nur kurz an, dann quält ihn wieder irgendwas, er schreit viel und überstreckt sich ständig, wenn man ihn auf den Arm nimmt.

Ich war deswegen mit ihm bereits beim Osteopathen, der hat auch eine Verspannung im Nackenbereich gelöst, richtig geholfen und geändert hat sich aber nichts. Halt, eine klitzekleine Verbesserung gab es schon: seinen rechten Arm bewegt er jetzt besser und auch seine Lieblingsseite (links) hat er jetzt aufgegeben. Vor der Behandlung hat er sein Köpfchen fast immer nur nach links gedreht und seinen rechten Arm immer so komisch bewegt, so als könnte er ihn nicht richtig beugen.

Er ist jetzt mit 4,5 kg (die Minimotte wiegt 5,5 kg) immer noch ein Fliegengewicht, dafür aber mit 58cm nur 2cm kleiner als seine Schwester.

In der Zwischenzeit hatten wir auch die U4, bei der uns die Ärztin dann auch noch 1x wöchentlich eine Physio für den Zwerg verschrieben hat. Dort waren wir letzte Woche zum ersten Mal. Die Physiotherapeutin ist speziell auf Babys und Kinder spezialisiert und war unheimlich nett. Sie hat schnell gemerkt, dass sein kleiner Körper viel steifer und angespannter ist als der seiner Schwester. Und auch sein Köpfchen hebt er in Bauchlage nur sehr ungern (im Gegensatz zu seiner Schwester). Von Greifen ist bisher noch nichts zu sehen. Allerdings hat er nun seit einigen Tagen seine Händchen entdeckt und lutscht fleissig daran.

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Die Physiotherapeutin machte mir aber Mut: er musste sich – durch sein geringes Geburtsgewicht – eben erst mal aufpäppeln lassen und ist daher einfach in einigen Dingen noch unreifer als seine Zwillingsschwester. Mit ein bißchen „Nachhilfe“ bei der Physio sollten wir das aber hinkriegen.

Ich hoffe da wirklich sehr drauf. Denn das Schreien macht mich an manchen Tagen schier wahnsinnig. Meine Nerven sind dann dünn und ich fast am Ende, denn er lässt sich ausschließlich beruhigen, wenn ich ihn herumtrage und schläft auch nur auf mir, und da ich auch noch seine Schwester und die Motte versorgen muss, ist das halt nicht permanent möglich. Das macht mich unheimlich mürbe, weil ich mich so hilflos fühle, ihm nicht helfen kann.

Die Minimotte dagegen ist das ausgeglichenste Baby, dass man sich vorstellen kann. Sie schreit oder quengelt ausschließlich wenn sie müde ist oder Hunger hat. Sie schläft problemlos ein, wenn man sie tagsüber zum Schlafen hinlegt, ist sehr fröhlich und beschäftigt sich auch gut und gern mal eine halbe Stunde allein. Dann liegt sie auf ihrer Decke oder in der Wippe, guckt sich ihre Händchen an oder untersucht ein Spielzeug. Sie hat den ganzen Monat fleissig und mit einer wahnsinnigen Ausdauer geübt. Und ziemlich genau zum Ende des 3. Monats hat sie dann das erste Mal nach einem Spielzeug gegriffen. Das Greifen beherrscht sie natürlich noch nicht perfekt, aber sie macht jeden Tag Fortschritte.

Am liebsten liegt die Minimotte auf dem Bauch und hält dabei ihr Köpfchen erstaunlich lange oben. Das sorgte sogar beim Kinderarzt für Erstaunen. Von Drehversuchen ist bei ihr allerdings noch nichts zu sehen. Sie brabbelt deutlich weniger als ihr Bruder, guckt dafür aber mit solch einer Neugier in die Welt, dass man das Gefühl hat, sie saugt jedes Detail in sich auf. Ihr Lächeln verzaubert uns. Spricht man sie an, strahlt sie sofort über das ganze Gesicht, und auch Quatsch kann man bereits toll mit ihr machen. Die Motte hält mit Vorliebe ihre Beinchen fest und hebt diese bis zu ihrem Gesicht. Dabei macht sie witzige Geräusche. Die Minimotte lacht dann richtig aus der Kehle – das ist so süß…sie liebt ihre große Schwester und himmelt sie an.

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Und auch die Motte liebt ihre „Zwillinge“…sie küsst und umarmt und hüpft ständig um sie herum. Sie liebt es die beiden beim Wickeln auszuziehen. Manchmal meint sie es sogar etwas zu gut. Dann muss ich sie bremsen, damit sie die beiden nicht erdrückt 🙂

Hat jemand von Euch Erfahrungen mit Osteopathie oder Physiotherapie mit Babys oder Kindern gemacht? Mich würde sehr interessieren was Ihr erlebt habt und ob es Euch geholfen hat…

Ich wünsche Euch eine schöne Woche

Eure Anna


11 Comments

  • Nicole Hotopp

    13. Oktober 2015 at 22:02

    Ein sehr schöner Beitrag über deine kleinen Mäuse.

    Wir waren mit unserem Mäusekind auch bei der Physiotherapie und es hat ihm echt super geholfen. Nach jedem Besuch hat er etwas neues gekonnt. Ich war darüber wirklich erstaunt, wie deutlich ich das merke. Auch wir haben extra ein Babytherapeut gewählt und ich finde das macht extrem viel aus. Denn die wissen genau wie sie eine gute und richtige Behandlung durchführen. Ich drücke euch die Daumen das die Therapie gut und schnell anschlägt.

    LG RolliMami

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    • Mama Motte

      14. Oktober 2015 at 12:07

      Danke. Wir hatten heute den zweiten Termin und er hat ganz toll mitgemacht und hatte offenbar sogar großen Spaß. Ich wünsche ihm sehr, dass er sich bald ein bißchen besser entspannen kann…

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  • Frühlingskindermama

    13. Oktober 2015 at 22:48

    Dein schöner Bericht ist der beste Beweis dafür, dass „unentspannte“ Kinder nicht deshalb so sind, weil die Eltern unentspannt sind. Sonst wäre ja der andere Zwilling auch so. Sondern Kinder kommen so verschieden mit ihren Anlagen und Voraussetzungen auf die Welt und daran ist niemand „schuld“ oder verantwortlich, wie viele Leute immer wieder gern behaupten. Wären die Zwillinge 2 Einzelkinder gewesen, hättest Du vielleicht auch schon im Bauch den Unterschied gemerkt, ähnlich wie ich damals bei meinen beiden Kindern.
    Beim Osteopathen waren wir mit dem Großen 2x, beim 1. Besuch wurde eine Nackenblockade gelöst, wodurch er auch seine einseitige Kopfhaltung aufgab, beim 2. Besuch war nichts mehr zu therapieren. An dem Geschrei, Überstrecken, der Unruhe und Verspannung hat sich aber dadurch nichts geändert. Mein Großer war übrigens motorisch auch sehr ehrgeizig und früh dran. Sieht so aus, als würde das beim Floh auch zutreffen. Und er mochte es auch überhaupt nicht, sein Köpfchen aus der Bauchlage zu heben, trotz (oder wegen?) seiner enormen Körperspannung. Also viele Ähnlichkeiten…
    Ich wünsche euch viel Kraft und alles Gute und Dir vor allem gute Nerven für die besonders anstrengenden Tage!

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    • Mama Motte

      14. Oktober 2015 at 12:06

      Das macht mir Mut und tatsächlich weist sein Verhalten ja viele Änlichkeiten zu Deinem Sohn auf…es wird schon werden. Er braucht eben im Moment viel mehr Nähe und Aufmerksamkeit als seine Schwester – aber sicher wird er toller kleiner Kerl 🙂

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  • Alexandra

    14. Oktober 2015 at 19:58

    Hallo 🙂
    Ich habe deinen Blog erst vor kurzem entdeckt, nachdem wir die ich muss zugeben doch absolut schockierende Nachricht erhalten haben, dass unser zweites Kind Zwillinge werden. (Mittlerweile freuen wir uns natürlich drauf 😉 ) Gerade weil unsere erste Tochter (25 Monate jung) ein ähnlich anstrengendes kleines Wesen war, haben wir lange überlegt, ob wir Kind Nr. 2 angehen oder nicht. Beim Ostheopathen waren wir damals auch und haben auch etliche Sachen ausprobiert, was bei uns geholfen hat war in dem SInne kein besonderer Tipp, sondern Zeit. Mit vier Monaten wurde das ständige Weinen und unzufrieden sein dann endlich besser. Durchschlafen tut sie erst seit ein paar Monaten, aber das genießen wir jetzt umso mehr, vor allem bei dem Gedanken an wahrscheinlich bald doppelt schlaflosen Nächten 😉

    Was mich interessieren würde: Wie habt ihr es eurer großen Motte damals beigebracht, dass sie gleich zwei Geschwister bekommt? Wie verlief die Anfangszeit? Unsere Tochter wird bei der Geburt der beiden etwas jünger als eure sein, also zwischen 2 einhalb und 2 dreiviertel. Ich mache mir da jetzt schon viele Gedanken drüber, wie sie das am besten verkraftet.

    Liebe Grüße
    Alexandra

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    • Mama Motte

      20. Oktober 2015 at 22:30

      Liebe Alexandra, erstmal: herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft und dem doppelten Glück 🙂 Du brauchst gar kein schlechtes Gewissen zu haben: auch wir waren zuerst „geschockt“ als wir die freudige Nachricht erhielten. Aber dann kam der Punkt als die Freude überwog und nun – da wir wissen wie es ist – können wir mit voller Überzeugung sagen: ja, es ist anstrengend, aber auch wunderschön und wir wollen es nicht mehr anders haben 🙂

      Es der Großen beizubringen dass da gleich zwei Babys kommen war gar nicht so schwer. Ihre beste Kindergartenfreundin bekam auch ein Brüderchen und da wollte sie natürlich auch ein Geschwisterchen haben. Und sie hat von Beginn an immer gesagt, sie wünscht sich einen Bruder und eine Schwester – also zwei Babys. Dass es nun genau so gekommen ist, ist ein witziger Zufall. Und sie ist fest überzeugt, dass es so ist, weil sie es sich so gewünscht hat…

      Die Anfangszeit war schon hart, und ich kann Euch nur raten, dass Dein Mann unbedingt die ersten Wochen zu Hause sein sollte. Die Große muss schon häufig zurückstecken. Und am Anfang hat sie auch öfter mal rebelliert. Darüber schreibe ich noch mal einen ausführlichen Post. Mittlerweile hat aber jeder seinen Platz gefunden. Es ist noch lange nicht alles so wie es sein soll, aber ich glaube, im ersten Jahr ist das auch schwierig. Es wird täglich besser. Und die Große liebt ihre Geschwister wirklich sehr, auch wenn sie manchmal warten muss und Mama oft teilen muss.

      Ich nehme mir deswegen jeden Tag eine Stunde exklusiv Zeit für sie. Wenn mein Mann abends nach Hause kommt hat die Motte mich für sich und mein Mann übernimmt die Zwillinge. In dieser Stunde lesen wir oder basteln etwas und ich bringe sie auch ins Bett. Sie (und ich) genießt diese Zeit sehr und ich habe das Gefühl, sie versteht, dass die Babys eben tagsüber – wenn ich mit allen Kindern allein bin – noch nicht warten können. Wir haben oft darüber gesprochen und ich habe sie von Beginn an in alles einbezogen: Wickeln, Füttern, Baden…so hatte sie nie das Gefühl, dass sie außen vor ist.

      Ich wünsche Euch alles, alles Gute und bin sicher Ihr schafft das schon. Es gibt da einen Spruch: Zwillinge suchen sich immer Eltern aus, die das schaffen können 🙂

      Wenn Du magst können wir auch gern regelmäßig mailen. Schreib´mir doch einfach eine email an familiemotte@email.de – ich würde mich freuen.
      Wann ist es denn bei Euch soweit?
      Liebe Grüße, Anna

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      • Alexandra

        21. Oktober 2015 at 19:14

        Danke dir für das Angebot. Ich tippe dann mal die Mail 😉
        Bei uns ist es zum Glück noch ein Weilchen hin, denn es muss schließlich einiges (um-)geplant und (um-) organisiert werden 🙂
        Der Et ist momentan der 30.04.2016

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  • anonym

    14. Oktober 2015 at 22:31

    Hallo, wir haben auch 3 Kinder (3,5 und 18Monatige Zwillinge). Die Zwillinge sind mit 3,2kg/50cm und 1,5kg/40cm gekommen. Der kleine hat auch viel gespuckt und war stets verkrampft. Auf der Neo hiess es immer, er würde spucken, weil er Luft schluckt. Ich hatte die Vermutung, dass sie ihm zu grosse Portionen über die Magensonde verabreichen (er sollte genauso viel zu sich nehmen wie sein Zwilling). Nach 2 Wochen Neo haben wir darauf bestanden, ihn nach Hause zu nehmen, da wir es nicht mehr mit anschauen konnten. Leider wurde das Spucken auch zu Hause mit Trinken nach Bedarf nicht besser und meist konnte er nur in der Hängematte verweilen. Im 3. Monat hat uns dann die Ärztin Aptamil AR Andickungsmittel empfohlen und mit der ersten Portion war er wie verwandelt: relaxt, kaum noch gespuckt und ab da ging es auch motorisch bergauf. Die Ärztin sagte, dass er grosse Schmerzen in der Speiseröhre aufgrund des Spuckens hatte. Zur Physio sind wir auch – aber ich denke nicht, dass es sooo viel gebracht hat. Was geholfen hat, war das Aptamil AR. Heute hat er sehr gut aufgeholt, ist zwar immer noch kleiner und 2kg leichter als sein Zwilling, aber sonst alles i.o.
    grüsse

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    • Mama Motte

      20. Oktober 2015 at 22:12

      Hallo Du Liebe, schade, dass Du Deinen Namen nicht hinterlassen hast oder Deine email – ich hätte Dich gern noch mit ein paar Fragen gelöchert 🙂
      Danke für den super Tipp mit dem Aptamil AR. Ich hatte da auch schon mal drüber nachgedacht. Schmerzen in der Speiseröhre klingt für mich plausibel, auch bei uns ist es so, dass der kleine Kerl oft noch Stunden später Magensäure ausspuckt…ich kann mir gut vorstellen, dass ihn das quält. Ich werde mal mit unserem Kinderarzt sprechen und das die AR-Milch auf jeden Fall mal probieren…
      Liebe Grüße und nochmal Danke, Anna

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