Ein Monat mit wenig Schlaf: Die Zwillinge sind 5 Monate alt!

5 Monate! Jawohl, es ist tatsächlich schon 5 Monate her, dass ich die beiden Zwerge das erste Mal in den Arm schließen dürfte. Und so langsam werden die beiden immer agiler und kommunikativer, was ich sehr genieße, auch wenn der letzte Monat sehr, sehr anstrengend war.

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Um es gleich vorweg zu nehmen: beide haben sehr schlecht geschlafen. Hatten wir ja schon einmal den – für Babyeltern – paradiesischen Zustand erreicht, dass die Zwillis uns nur ein Mal pro Nacht weckten, mit ganz viel Glück sogar mal durchschliefen, war der letzte Monat eine einzige Schlaf-Folter. Insbesondere der kleine Floh war alle 2-3 Stunden wach, aber auch die Minimotte war häufiger als sonst wach. Während der Floh wenigstens nach dem Trinken schnell wieder einschlief, sah die Motte gar nicht ein, dass sie jetzt wieder schlafen sollte. Warum auch? Man kann ja noch ein bißchen erzählen und sich geräuschvoll hin und her wälzen. Auch auf dem Arm ließ sie sich nicht in den Schlaf schaukeln. Man musste sie ablegen und nach viel Hin und Her schlief sie dann irgendwann wieder ein. Bis das der Fall war, war der Floh schon fast wieder wach 🙁 Somit schleppten wir uns meist sehr, sehr müde durch den Tag und auch unsere Nerven waren dünn. Das ein oder andere Mal zickt man sich da ganz schön an, obwohl man es gar nicht will.

Tagsüber schlafen beide immer noch selten gemeinsam. Immerhin lässt der Floh sich mittlerweile tatsächlich hin und wieder in der Nonomo-Federwiege ablegen. Zwar muss man ihn immer noch auf dem Arm in den Schlaf begleiten, kann ihn dann aber in den meisten Fällen in die Wiege ablegen. Mamas oder Papas Arm bleibt zwar der Lieblingsplatz, dennoch erleichtert es mir den Alltag immens.

Die Minimotte wollte bisher ja auch immer auf dem Arm einschlafen. Das will sie nun partout gar nicht mehr. Sie überstreckt sich dann und schreit. Erst wenn man sie auf den Bauch ablegt ist sie zufrieden, strampelt noch ein bißchen und lutscht sich an ihrem Daumen in den Schlaf.

Generell hat die Minimotte jetzt auch deutlich längere Wachphasen und braucht nicht mehr so viel Schlaf wie der kleine Floh. Der ist meist nach spätestens 1,5 Stunden wieder müde und schnell reizüberflutet.

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Motorisch geht es bei der Minimotte derzeit rasant. Sie liegt immer noch am liebsten auf dem Bauch und stützt sich schon seit einer ganzen Weile mit beiden Händen und durchgestreckten Ellbogen ab. Dabei hebt sich der Oberkörper fast komplett vom Boden ab. Oft versucht sie auch schon die Beinchen anzuziehen und macht „Krabbelbewegungen“ kommt aber natürlich noch nicht vom Fleck.

Wenn sie auf dem Rücken liegt, sind ihre Oberschenkel, Knie und Füße derzeit hoch im Kurs. Die werden fleissig betastet, festgehalten, inspiziert und betrachtet. Auch Spielzeug ist nach wie vor sehr interessant, wobei es egal ist ob es sich um Alltagsgegenstände handelt oder richtiges Spielzeug. Alles wird ausgiebig betrachtet, hin und her gedreht und in den Mund gesteckt. So beschäftigt sich die Minimotte gut und gern auch mal eine halbe Stunde allein.

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Der Floh kann all´das noch nicht. Er liegt noch immer ungern auf dem Bauch, weil es ihn offensichtlich auch wegen der Spuckerei quält. Dennoch kann er seinen Kopf in Bauchlage mittlerweile gut halten. Liegt er auf dem Rücken betrachtet er alles sehr intensiv und ausgiebig und schaut bevorzugt seiner Schwester dabei zu, wie sie etwas untersucht. Man hat den Eindruck dass er im Kopf bereits sehr weit ist, lediglich die Motorik hinterherhinkt. Das Greifen klappt immer noch nicht richtig. Zwar versucht er sein Ärmchen auszustrecken, aber damit er das Spielzeug erreicht, muss man es ihm meist in die Hand geben. Dann greift er auch zu und befördert es in den Mund. Da er aber weiterhin – wenn er aufgeregt ist – sehr steif in den Armen ist und diese immer noch ab und zu vor der Brust zusammenhält, fällt es ihm schwer das Greifen zu üben. Ich setze da alle meine Hoffnungen in den Termin nächste Woche. Dort wird der Floh nochmal ausgiebig angeschaut.

Hat die Minimotte sich im letzten Monat ja schon einmal gedreht, ist sie derzeit nicht wirklich daran interessiert dies zu wiederholen. Zwar dreht sie sich immer wieder in die Seitenlage, aber um etwas zu sehen was hinter ihr passiert verrenkt sie sich lieber den Kopf 🙂

Der Floh ist da deutlich fleissiger unterwegs. Er dreht sich unermüdlich zu beiden Seiten, schafft den letzten Rest in die Bauchlage aber dann doch nicht.

Legt man beide auf einem Stillkissen mit dem Kopf erhöht ab, hebt die Minimotte sofort ihr Köpfchen so als wollte sie sich aufsetzen.

Die Minimotte ist außerdem ein extrem lustiges Baby. Sie lacht und gluckst und freut sich über alles. Besonders laut lacht sie, wenn ihre große Schwester mit ihr Quatsch macht. Da kann es auch nicht wild genug sein. Je mehr Action, desto besser. Da kriegt sie sich gar nicht mehr ein. Das ist so süß. Überhaupt wird die große Schwester bewundernd angeschaut und fröhlich gestrampelt, sobald sie den Raum betritt.

Auch der kleine Floh ist sehr fröhlich. Er lacht oft und strahlt dabei über das ganze Gesicht und ist sehr kitzelig. Kitzelt man ihn in der Seite, gluckst und juchzt er vergnügt und kann davon gar nicht genug bekommen.

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Beide erzählen fleissig, wobei die Minimotte nicht ganz so „verplappert“ ist wie der Floh. Bei ihr klingen die Töne etwas weicher.

Wenn ich nicht im Raum bin fangen beide relativ schnell zu quengeln an. Sie möchten nun viel öfter von mir beschäftigt werden und genießen es sehr, wenn ich mich mit ihnen unterhalte oder Quatsch mache. Dann liegen sie auf der Decke und interagieren fleissig. Das macht mich unheimlich stolz und glücklich.

Vor etwas mehr als einer Woche haben wir nun auch mit Karottenbrei losgelegt. Hier erlebten wir eine echte Überraschung. Hatten wir doch immer damit gerechnet, dass die Minimotte sicher sofort loslegt und Brei super findet, war genau das Gegenteil der Fall. Sie verzog das Gesicht und schob das orangene Zeug immer wieder aus dem Mund raus. Dabei sah sie uns fragend an, als ob sie von uns wissen wollte, was sie damit soll…

Keine große Breiesserin, aber die Karte findet sie trotzdem toll...

Keine große Breiesserin, aber die Karte findet sie trotzdem toll…

Aber der Floh war begeistert - entsprechend fest hielt er die Karte fest...

Aber der Floh war begeistert – entsprechend fest hielt er die Karte fest…

Der Floh hingegen entpuppte sich als absolutes Naturtalent. Auch er verzog kurz das Gesicht beim ersten Löffel. Schaute erschrocken und schmatzte dann gleich los. Ihm schien es gleich zu schmecken, er schluckte prima und fand das Essen sehr spannend. Am dritten Tag löffelte er bereits ein ganzes Schälchen weg.

Diese fröhliche Breischnute gehört dem kleinen Floh...

Diese fröhliche Breischnute gehört dem kleinen Floh…

Die witzigen Lätzchen sind übrigens von Donkey Products. Das Karottenbingo passt ja derzeit genau (da fallen so ein paar Karottenflecken gar nicht auf) und auch die Tor-Variante finde ich lustig…

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Dennoch machen wir langsam mit Brei. Die Minimotte scheint eher ein Fingerfoodtyp zu sein, deshalb werden wir mit ihr wohl eher die Baby Led Weaning-Variante forcieren. So hatte sie bereits ein Stück Gurke und eine weiche Birne in der Hand, die sie auch fleissig und mit großer Begeisterung angelutscht hat. Schon witzig, wie unterschiedlich meine Mäuse da ticken.

Zum Schluss vielleicht noch ein paar Worte zur „Krankengeschichte“ des kleinen Flohs. Ich habe viele liebe Mails bekommen, über die ich mich unheimlich gefreut habe. Eure Anteilnahme ist wirklich toll und ich bin ganz gerührt. Aus Zeitgründen habe ich es immer noch nicht geschafft alle Mails zu beantworten, was mir auch unheimlich leid tut. Daher wollte ich Euch wenigstens auf diesem Wege wissen lassen, dass ich mich wirklich, wirklich sehr freue darüber.

Die Physio tut dem Floh weiterhin sehr gut. Er macht kleine aber feine Fortschritte. Seine Beinchen hält er nun so gut wie gar nicht mehr steif und auch er fängt an seine Knie zu entdecken, wenn er die Beinchen in die Höhe streckt. Auch die Arme lässt er nun immer öfter locker wenn er entspannt auf der Decke liegt oder auf dem Arm herumgetragen wird. Wenn er müde oder überreizt ist, überstreckt er sich aber immer noch und macht sich steif wie ein Brett.

Seine rasselnde Atmung ist etwas besser geworden. Vom Krankenhaus hatten wir ja ein Inhalationsmedikament mit Cortison verschrieben bekommen. Davon hat der Floh allerdings einen Ausschlag bekommen, also haben wir es wieder abgesetzt. Er spuckt immer noch wie verrückt und quält sich auch immer wieder dabei. Der Magensäureblocker hat bisher nicht geholfen. Im Gegenteil. In den letzten Tagen hat er sich kurz nach Einnahme immer fürchterlich erbrochen. Der arme kleine Kerl. Also haben wir auch dieses Medikament abgesetzt. Nächste Woche werden wir mit dem Arzt besprechen wie wir nun weiter vorgehen.

Morgen haben wir dann endlich den Termin beim Orthopäden wegen seiner verkürzten Sehne am Daumen. Mal schauen was das ergibt. Aufgrund seines fröhlichen Wesens bin ich aber guter Dinge, dass wir das alles in naher Zukunft hinkriegen mit meinem süßen Floh.

Nun freuen wir uns auf das erste Weihnachtsfest mit drei Kindern. Und auch wenn die Zwillinge den Sinn des Fests noch nicht begreifen, so werden sie doch sicher aufmerksam alle Eindrücke aufnehmen und hoffentlich ein bißchen von der schönen Stimmung spüren. Und ich freue mich auf das nächste Jahr, das sicher sehr aufregend werden wird. Die Motte wird im Januar 4, die Zwillinge werden nun nach und nach mobiler werden und auch unser Sommerurlaub in Dänemark ist schon gebucht. Und last but not least werden wir im Sommer nächsten Jahres auch schon den ersten Geburtstag der beiden feiern und sie werden in die Krippe kommen. Ja, es ist noch etwas hin, aber letztlich vergeht die Zeit so schnell. Und ich möchte versuchen das kommende Jahr zu genießen, denn schließlich ist jeder Tag ein kleines Abenteuer, oder?

Habt einen schönen Abend und genießt die Vorweihnachtszeit,

Eure Anna

 

 

 

 

 

8 Comments

  • Frühlingskindermama

    8. Dezember 2015 at 21:59

    Hach, ich lese Deine Berichte so gerne! Sie zeigen am Beispiel der Zwillinge ganz klar und anschaulich, dass Kinder mit ihrem eigenen Wesen, ihren Eigenschaften, Vorlieben und Fähigkeiten auf die Welt kommen und wir als Eltern da eigentlich sehr wenig Einfluss darauf haben. Zwei Kinder, die in identischer Umgebung aufwachsen und dennoch so unterschiedlich sind, in allem! Es ist toll und ich freue mich auf das weitere Mitverfolgen der Entwicklung. Schön, dass Du Dir ab und zu die Zeit zum Bloggen nimmst! Ich bewundere eure Stärke und Nerven, Hut ab!
    Liebe Grüße!

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    • Mama Motte

      10. Dezember 2015 at 20:38

      Du Liebe :-* Vielen Dank für diese Worte. Sie drücken so kurz und knapp alles aus was man sagen kann. Das hast Du so wunderbar geschrieben.
      Ja, es ist wirklich erstaunlich – und gerade deshalb so ein Wunder und genau richtig so.
      Liebe Grüße

      Antworten
  • Frauke

    8. Dezember 2015 at 22:31

    Oh je ihr armen, ich hoffe das eure nächte bald wieder entspannter sind und ihr ein bisschen mehr schlaf bekommt. Und so schön zu lesen das ihr scheinbar zwei ganz wunderbar föhliche und glückliche zwillis habt. Wie gehts denn der großen motte?

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    • Mama Motte

      10. Dezember 2015 at 20:37

      Ach der geht es super. Sie macht das alles hier ganz toll mit und liebt ihre Geschwister wirklich sehr. Manchmal bin ich erstaunt wie groß sie geworden ist, wie toll und gern sie sich mittlerweile auch allein beschäftigt und wie sie nun schrittweise immer selbstständiger in die Welt hinausgeht *schnief*…und die Stunde abends, wenn die Zwillis im Bett sind, genießen wir sehr und ganz intensiv miteinander 🙂

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  • Küstenmami

    8. Dezember 2015 at 22:45

    Hallo liebe Anna,

    vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht. Schön zu hören, dass es bergauf geht! Und das mit dem Schlafen wird auch wieder, glaub mir! Unser Küstenmädchen hatte zwischendurch auch mal so eine Phase, wo sie wieder alle zwei Stunden getrunken hat, obwohl sie da schon sieben Monate alt war. Aktuell wird es jedoch wieder besser, und neulich hatte ich unglaubliche vier Stunden Schlaf am Stück! Auch der Mittagsschlaf, der zwischenzeitlich so gar nicht zeitgleich mit beiden Küstenkindern geklappt hat, funktioniert jetzt gut, so dass ich da auch Schlaf nachholen kann. Wenn ich jetzt noch abends das Bloggen sein lassen und stattdessen schlafen könnte… 😉

    Einen Tipp habe ich noch, soll allerdings nicht doof daher kommen: Habt Ihr es mal mit einer Tragehilfe probiert? Auch wenn das kleine Küstenmädchen sonst partout nicht einschlafen wollte, in der Marsupi (und zu Anfang im Tragetuch) hat’s geklappt und dann konnte ich sie auch meist ablegen. Und bis dahin hatte ich wenigstens die Hände frei…Wollte ich nur der Vollständigkeit halber erwähnen, man soll ja nix unversucht lassen 😉

    Viele liebe Grüße und weiterhin alles Gute für Euch 5!

    Küstenmami

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    • Mama Motte

      10. Dezember 2015 at 20:35

      Hallo Du Liebe, ja Tragetuch / hilfe haben wir natürlich probiert. So richtig super findet er das nicht. Und ich finde es auch nicht immer praktisch, weil ich oft die Minimotte ja auch noch versorgen muss, hochnehmen, rumtragen usw. aber ab und zu hilft das schon :-).

      Aber wie Du schon sagst: es sind alles Phasen – irgendwann wird es besser werden, ganz sicher 🙂
      Liebe Grüße, Anna

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