Dieses Erziehungsding ist anstrengend – und warum ich Angst habe meinen Mann darüber aus den Augen zu verlieren…

Seit wir wissen, dass die Geburt unserer Zwillinge definitiv in Woche 37 eingeleitet wird, mache ich mir extrem viele Gedanken über Alles. Über meine Angst vor der Geburt hatte ich ja kürzlich schon gebloggt, aber es gibt noch so viele andere Themen, die mich beschäftigen. Also wird es in den verbleibenden 5 Wochen (oh mann, das ist echt nur noch wenig Zeit) sicher immer mal wieder einen sehr nachdenklichen Post von mir geben.

Im Moment beschäftgt mich dabei auch, ob sich die Beziehung zu meinem Mann erneut verändern wird. Ich lese ja auch viele andere Blogs, aber das Thema Partnerschaft wird oft ausgeklammert. Dabei kann ich mir nicht vorstellen, dass es überall immer nur ganz glatt läuft als Eltern. Dass sich Mama und Papa immer einig sind in Erziehungsfragen, dass man immer Lust hat seinen Partner die ganze Zeit um sich zu haben, dass es nie Streit gibt.

Bei Dani von „Glucke und so“ habe ich in einem Gastbeitrag schon darüber geschrieben, wie sich mein Nähebedürfnis nach der Geburt der Motte verändert hat, und dass ich Angst habe, dass es diesmal wieder genauso sein könnte.

Aber noch etwas anderes finde ich manchmal im Alltag schwierig: sich immer in allen Erziehungsdingen einig zu werden. Und damit meine ich nicht, dass man sich in jeder Kleinigkeit einig sein muss. Ich finde es durchaus angebracht und für ein Kind auch nachvollziehbar, dass Papa manche Dinge anders macht als Mama. Schließlich sind wir zwei verschiedene Individuen und das soll die Motte auch lernen. Dass man Dinge eben auf unterschiedliche Arten angehen kann. So gebe ich zu: der Papa ist z.B. in vielen Dingen viel konsequenter als ich. Ich lasse eher mal Fünfe grade sein und auch mal was durchgehen.

Aber ich meine vielmehr die grundsätzlichen Erziehungsfragen: welche Werte wollen wir vermitteln und weitergeben, wieviel Manieren sind wichtig, wie wollen wir das gemeinsam handhaben? Und vor allem: gerade in der Trotz- und „Grenzen austesten“ – Phase finde ich es unheimlich schwierig immer richtig zu entscheiden: wo lasse ich ihr den Willen und gebe nach und wo bleibe ich konsequent?

Klar, über manche Dinge lässt sich da nicht diskutieren: Zähne putzen zum Beispiel muss sein, regelmäßig Hände waschen, es wird nicht geschlagen, getreten, gekratzt oder sonstwie einander weh getan. Im Auto muss man angeschnallt sein und bevor man über die Straße läuft, muss man gucken ob ein Auto kommt. Die Liste ließe sich beliebig fortführen. Ich glaube, das versuchen fast alle Eltern zu vermitteln und da gibt es bei uns auch keine zwei Meinungen.

Und auch so allgemeine Werte wie Respekt vor anderen Menschen und deren Eigentum, gewisse Höflichkeitsregeln wie „Bitte“ und „Danke“ und „Guten Tag“ und „Tschüss“ sind bei uns selbstverständlich.

Aber zum Beispiel bereits bei den „Tischmanieren“ fängt es schon an: darf mit dem Essen gespielt werden oder nicht? Darf man zwischendurch vom Tisch aufstehen, obwohl man noch nicht fertig gegessen hat? Darf ein Spielzeug mit an den Tisch oder nicht?

Viele Dinge, die ich zum Beispiel nicht schlimm finde, findet mein Mann nicht gut – oder andersrum. Und gerade deshalb finde ich es so schwierig nicht direkt „dazwischenzufunken“ wenn mein Mann unserer Tochter sagt, dass er etwas nicht möchte, was ich gar nicht tragisch finde.

Eigentlich sollten wir als Eltern so eine „Diskussion“ dann nicht vor der Motte austragen. Aber schafft Ihr das wirklich immer Ihr Eltern da draußen? Ich nicht. Ich sage dann oft direkt etwas, auch wenn mein Mann das – auf gut Deutsch – scheiße findet. Und ja: wir streiten dann auch mal darüber.

Wir kennen Streitereien zwischen uns nicht. Bevor wir Kinder hatten haben wir uns fast nie gestritten.Und auch dass wir mal genervt voneinander sind war – bis wir ein Kind hatten – ein nicht gekanntes Gefühl. Und genau darum tue ich mich oft so schwer damit umzugehen.

Ich finde das natürlich nicht gut, wenn die Motte sowas mal mitbekommt, aber es lässt sich eben nicht immer verhindern. Und ist es wirklich so schlimm, wenn sie mal sieht, dass Mama und Papa sich nicht einig sind? Gehört das nicht auch zum Leben dazu? Wichtig ist doch am Ende des Tages, dass sie auch mitbekommt, dass wir uns wieder vertragen und uns trotzdem noch lieb haben, oder? Und dass wir ihr erklären, dass unser Streit sich nicht gegen sie richtet.

Was ich nie tun würde – jedenfalls nicht mit voller Absicht – ist meinem Mann in den Rücken fallen wenn er etwas verboten hat. Genau das ist nämlich gerade ein beliebtes Spiel bei uns zu Hause. Papa hat gesagt es gibt keine Schokolade also wird nochmal bei Mama nachgefragt. Hier stehe ich auf dem Standpunkt, dass die Motte genau sehen sollte, dass sie uns nicht austricksen kann (auch wenn ich die Schokolade vielleicht in dem Moment erlaubt hätte wenn sie mich zuerst gefragt hätte).

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Ich finde das alles so schwierig – dieses Erziehungsding. Dass ich manchmal an meine persönlichen Grenzen stoße und mich dann so hilflos fühle. Klar, theoretisch weiß man wie es laufen soll, aber in der Realität ist es oft so ganz anders. Die Nerven sind – aus welchen Gründen auch immer – mal dünn und man schafft es einfach nicht konsequent zu bleiben, weil man nicht noch mehr Gequengel und Geheule ertragen kann an diesem Tag.

Und manchmal ist es auch einfach doof – obwohl man theoretisch weiß dass man sich damit auseinandersetzen muss – zu akzeptieren, dass mein Mann in einer Erziehungsfrage anders tickt als ich. Zu überdenken, ob mein Weg der richtige ist oder der meines Mannes, oder ob wir es schaffen eine „Kompromisslösung“ zu finden die für uns alle passt. Das ist anstrengend.

Und auch die Beziehung zum Partner hat sich so sehr verändert. War man vorher eine eingeschworene „Zweier-Gemeinschaft“ drängelt sich nun ein kleiner Mensch dazwischen, der alles auf den Kopf stellt. Und gerade jetzt – wo wir es uns in unserer Dreier-Kombi wieder so gemütlich eingerichtet haben, wo jeder seinen Platz gefunden hat – da fordern bald zwei weitere Kinder ihren Platz ein und die Karten werden wieder neu gemischt. Alles beginnt von vorn.

Jeder muss erneut seinen Platz suchen, die Liebe und die Rollen werden wieder neu verteilt, neue Kinder bringen neue – bisher unbekannte – Problemchen und Sorgen mit.

Und ich habe Angst, dass ich meinen Mann kurz wieder aus den Augen verliere. Dass diese zwei neuen Kinder plus der Motte so viel Zeit und Aufmerksamkeit fordern, dass die Zeit fehlt, sich weiter intensiv mit meinem Mann darüber auszutauschen, was wir beide uns für unser gemeinsames (Familien-)leben wünschen. Dass wir nicht nur Eltern sind sondern auch weiterhin Paar bleiben.

Gerade gestern haben wir uns am Frühstückstisch darüber unterhalten, dass wir wahrscheinlich denken werden – wenn die Zwillinge erst mal da sind – wieviel Zeit wir doch als „Ein-Kind-Eltern“ hatten. Und dann mussten wir beide laut lachen. Denn wir empfinden es jetzt schon so, als ob wir kaum Zeit für uns finden. Zumindest tagsüber nicht.

Aber bei einem Kind kann man sich ja super abwechseln wenn beide zu Hause sind. Bei dreien wird das sicher nicht mehr gehen. Da sind wir – zumindest in den ersten Jahren – beide nonstop gefragt.

Und genau da fingen wir an darüber zu reden, was wir uns wünschen und was wir dafür in Zukunft anders machen müssen. Dass wir uns eben unsere „Paarzeit“ schaffen müssen, sobald sich dazu eine Gelegenheit ergibt. Dass wir ggf. auch mal eine „Fremdbetreuung“ durch einen anderen Babysitter in Anspruch nehmen sollten wenn Oma oder Opa nicht können oder wollen, wir aber dringend Zeit zu Zweit benötigen.

Natürlich sind wir nicht naiv: wir wissen, dass Spontanität als Eltern von kleinen Kindern nicht mehr so ohne weiteres möglich ist. Und wir wissen auch, dass Paarzeiten rar sind – schon mit einem Kind.

Aber wir haben uns bewusst für diese Kinder entschieden. Und haben gewusst, dass es Momente geben wird die schwierig sind. Dass Probleme auftauchen, die man ohne Kinder nicht hätte. Aber dann sind da auch die vielen, vielen unglaublich schönen Momente. Die die man eben auch nur erlebt wenn man Kinder hat.

Und genau aus diesem Grund: weil wir beide diese Momente weiterhin als Familie erleben möchten, wünsche und hoffe ich so sehr, dass ich es schaffe meinem Mann auch in Zukunft – selbst im allergrößten Stress – seine Freiräume zu geben und auch seinen Bedürfnissen Aufmerksamkeit zu schenken. Ihm zu zeigen, dass ich weiß, dass zum Beispiel sein Sport wichtig für ihn ist und er dabei neue Kraft tankt. Und ihm diese „Auszeiten“ dann auch zu gönnen.

Denn – egal ob es mal Streit gibt, ob wir mal voneinander genervt sind oder denken: „warum hast Du das jetzt so entschieden?“ – ich weiß es sehr zu schätzen, dass ich mit meinem Mann einen verlässlichen Partner an der Seite habe, der ein toller Vater ist, sich im Haushalt und Familienleben einbringt, einfühlsam ist und sich um uns kümmert. Für den die Familie an erster Stelle steht.

Ich hoffe, dass wir es schaffen – trotz aller „Fremdbestimmtheit“ durch unsere Kinder – uns nicht aus den Augen zu verlieren. Weiterhin über unsere Sorgen, Erwartungen, Wünsche und Ängste zu reden, aber auch gemeinsam zu lachen, nicht alles zu ernst zu nehmen und uns weiterhin nah zu sein.

Dass wir auch mal den Mut haben neue Wege zu gehen, Ungewohntes auszuprobieren und uns dadurch als Familie neue Perspektiven zu öffnen. Dass wir uns von diesem Familienweg nicht abbringen lassen wenn es uns guttut. Denn letztlich ist es UNSER Leben und nicht dass der anderen, oder?

 

Hat sich Eure Paarbeziehung verändert seit Ihr Eltern geworden seid? Wie schafft Ihr es Euch Auszeiten im Alltag zu nehmen, Euch als Paar nicht aus den Augen zu verlieren? Und seid Ihr Euch immer in allen Erziehungsfragen einig? Wie regelt Ihr das untereinander?

Das interessiert mich wirklich sehr…

Genießt Euer Wochenende,

Eure Anna

 

 

 

 

 

 

9 Comments

  • Kerstin

    15. Mai 2015 at 12:51

    Hallo, bei uns hat sich die Beziehung definitiv geändert, seit die zwei kleinen Buben da sind. Zeit zu zweit ist selten geworden, um nicht zu sagen ganz weg gefallen. Wir haben niemanden, der auf unsere beiden Kleinen aufpasst, damit wir mal wieder was zusammen unternehmen können. Es kann immer nur einer Ausgehen. Mein Mann kommt auch derzeit sehr spät nach hause (wird sich mit neuem Job ab Juni hoffentlich wieder ändern). Für Gespräche bleibt da abends auch keine Zeit, das meiste wird zeitnah tagsüber am Telefon besprochen.

    Was ich aber gelernt habe, ist, das ich mich zurücknehme, wenn mein Mann was sagt. Wir klären in den grundsätzlichen Dingen, wo wir an einem Strang ziehen, das vermitteln wir auch den Kindern. Mal läßt er aber irgendwo locker, mal ich…Meistens bin ich die „strengere“…

    Ich find das nicht schlimm, Kinder dürfen ruhig merken, das Menschen auch verschieden sind. Ganz oft ist es so, das wenn die Kids was wollen, wir z. B. sagen, hast Du Mama/Papa schon gefragt und was hat sie gesagt… Das einfach, damit sie auch wissen, das beide Meinungen oder Ansagen wichtig sind…

    Liebe Grüsse Kerstin

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    • Mama Motte

      16. Mai 2015 at 8:45

      Liebe Kerstin, vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar. Die Sache mit der fehlenden „Aufpassmöglichkeit“ kennen wir auch gut. Wir haben ja einen Opa der gern und regelmäßig aufpasst, aber immer wollen wir den ja auch nicht einspannen. Aber da muss sich defintiv etwas ändern. Denn Zeit zu Zweit braucht man – defintiv. Ich hoffe sehr, Ihr findet einen WEg doch ab und zu mal wieder Eure Zweisamkeit zu genießen. Sich wenigstens am Telefon auszutauschen ist gut, aber von Angesicht zu Angesicht doch viel besser.

      Auch das mit dem „Lockerlassen“, das kommt mir bekannt vor. Ich versuche auch immer öfter mich zurückzuhalten – aber immer klappt das leider nicht. Aber es ist ja auch ein stetiger Lernprozess, oder? Wir sind ja alle nur Menschen und nicht in allen Situationen perfekt. Wichtig ist doch, dass wir unsere „Fehler“ sehen und uns vornehmen und bemühen es besser zu machen…

      Liebe Grüße, Anna

      Antworten
  • Frühlingskindermama

    15. Mai 2015 at 22:35

    Über Deinen Text habe ich mich sehr gefreut, finde ich doch auch, dass dieses Thema oft ausgeklammert wird. Verständlich, weil ja bei den meisten Bloggern der Partner, evtl. noch die Familie, Freunde und Kollegen mitlesen. Und vielleicht ist es ja auch so, dass bei vielen die von Dir angesprochenen Probleme eben nicht gelöst werden können, sondern vor sich hin schwelen? Bei uns ist es jedenfalls so, dass wir, obwohl wir uns vor den Kindern ziemlich einig in grundlegenden Erziehungsfragen waren, erst im Alltag mit den Kindern gemerkt haben, wie unterschiedlich wir Situationen empfinden und klären. Während ich mich zum Beispiel deutlich von der Erziehung meiner Eltern abgrenzen will und dies auch bewusst tue, fällt mein Mann immer wieder in alte, eigentlich früher von ihm gehasste Muster zurück. Das nervt mich enorm, denn ich will nicht, dass meine Kinder so erzogen werden. Auch in vielen anderen Bereichen ticken wir sehr unterschiedlich, was ich vor den Kindern ehrlich gesagt nie gedacht hätte. Das Problem ist, dass man mit 2 kleinen Kindern so gut wie keine Zeit mehr hat, langwierige Gespräche zu führen, geschweige denn die Kraft dafür. So bleibt leider vieles ungesagt, obwohl es sicher wichtig wäre, immer im Gespräch zu bleiben. Außerdem finde ich den Kompetenzunterschied schwierig: ich als Mama verbringe ja mehr Zeit mit den Kindern, denke viel mehr über sie nach und lese tausend Prozent mehr über „Erziehung“ als mein Mann. Deshalb fühle ich mich subjektiv kompetenter als er, was den Umgang mit den Kindern betrifft. Das empfindet er aber nicht so, was mich wiederum kränkt. Natürlich soll und muss ein Papa manche Dinge anders machen als die Mama, das ist überhaupt kein Problem. Aber wenn es um Aspekte wie Gesundheit, Höflichkeit, Manieren etc. geht, dann sollten schon gewisse Grundregeln eingehalten werden, wie Du auch schreibst. Was aber, wenn beide Partner schon in diesen Grundregeln unterschiedlicher Auffassung sind? Ich würde auch gern manche Konfliktpunkte direkt, also vor den Kindern ansprechen, mache es aber um des lieben Friedens willen meist nicht. Die eigene Geschichte in der Herkunftsfamilie ist auch sehr wichtig: mein Mann hat zum Beispiel als Kind unter ständigem Streit, Zoffereien und Angriffen in seiner Familie gelitten. Ich dagegen habe darunter gelitten, dass früher bei uns zuhause Auseinandersetzungen gescheut und unter den Teppich gekehrt wurden. Also völlig verschiedene Prägungen, die es schwer machen, einen gemeinsamen Nenner zu finden. Konfliktsituationen nachträglich zu klären, finde ich fast unmöglich, aber mit 2 Kindern kann meist nicht mal ein normales Gespräch stattfinden, geschweige denn eine Diskussion oder Aussprache. Also bleiben viele Sachen ungeklärt. Das wirkt sich deutlich aufs innerfamiliäre Gefüge aus. Oft vermisse ich auch bei meinem Mann das Bedürfnis, sich mit mir über die Kinder auszutauschen. Wie ist das bei euch? Ehrlich gesagt, denke ich manchmal, dass Alleinerziehende einen großen Vorteil haben: sie können sich diesen kraftraubenden Teil der Familienarbeit sparen, müssen sich nicht absprechen und rechtfertigen, sondern machen, was sie für richtig halten.
    Ein weiterer Aspekt, der auch von Dir angesprochen wurde: da ich, seit ich Mama bin, jede Minute, die ich allein sein kann und nicht angesprochen werde, total brauche und genieße, nervt es mich tatsächlich, wenn ich nicht allein zuhause bin, also wenn mein Mann da ist. Auch, wenn er mich in Ruhe lässt, bin ich nicht entspannt. (Ihm geht es sicherlich ähnlich) Nur im Alleinsein kann ich richtig entspannen. Das wusste ich vor den Kindern nicht oder ich war eben genügend allein. Das ist wirklich ein schwieriges Gefühl für mich und macht mir sehr zu schaffen.
    Ich schätze an ihm, dass er sich sehr in die Familienarbeit einbringt und vieles gleichberechtigt übernehmen will, zurücksteckt und mich entlastet. Aber manche Konfliktthemen schwelen ungeklärt oder sie wurden angesprochen, aber der Kompromiss nicht umgesetzt. Es wäre wirklich ein tägliches Im-Gespräch-Bleiben notwendig, was zeit- und kräftemäßig einfach nicht möglich ist. Ein gemeinsamer Humor und die Fähigkeit, über sich selbst zu lachen, wäre auch vorteilhaft und könnte viele aufgeladene Situationen entschärfen.
    Ich wünsche euch alles Gute! Es wird sicherlich erstmal eine harte Zeit mit 3 kleinen Kindern. Hoffentlich habt ihr etwas Hilfe, die euch entlasten kann und Freiräume schafft. Jetzt, mit 2 Kindern im Alter von 4 und 2 Jahren, denke ich auch oft, wie geruhsam es doch mit einem Kind war. Damals habe ich das aber auch nicht so empfunden;). Aber es ist tatsächlich so, deshalb genießt es noch die wenige verbleibende Zeit.
    Liebe Grüße!

    Antworten
    • Mama Motte

      19. Mai 2015 at 20:55

      Hallo Du Liebe, wow, was für ein toller Kommentar, den ich mehrfach lesen musste, weil er mich sehr bewegt hat. Eure Geschichte ist ja nochmal eine ganz andere – aber ich finde mich auch in einigen Deiner Gedanken wider.
      Ich glaube, generell haben Männer weniger das Bedürfnis sich stundenlang zu unterhalten und über Konflikte oder Probleme zu sprechen. Das ist auch bei uns so. Mein Mann macht viel mit sich selbst aus und oft muss ich „ihm die Pistole auf die Brust setzen“, um etwas wirklich gemeinsam zu klären. Manche Dinge lasse ich daher auch einfach mal stehen, weil sich eine Diskussion nicht lohnt. Aber bei Dingen die mir wichtig sind, bleibe ich hartnäckig. Und meist merke ich, dass ihm dann so ein klärendes Gespräch auch gut getan hat.

      Ich wünsche Euch auch weiterhin alles Gute, hoffe, dass Ihr für Euch weiterhin einen guten Weg findet, dass Ihr es schafft Euch gegenseitig Auszeiten zu geben und respektvoll miteinander umzugehen, auch wenn es mal knirscht im Getriebe (denn das tut es doch bei uns allen mal, oder?)
      Ganz liebe Grüße, Anna

      Antworten
  • Sarah

    16. Mai 2015 at 14:07

    Mein mann und ich sind uns einig. Aber nicht von der Dauer. Einer gibt bei verboten immer früher nach. Und slnst eben weniger zweisamkeit und ich kann nun nicht mehr alles so essen wie vor nick. Wegen dem blutdruck. Aber Kopf hoch. Das wird Stress aber schöner😈

    Antworten
  • Ivonne Heil

    19. Mai 2015 at 10:09

    Liebe Anna,
    die Ängste sind völlig normal und eigentlich „wächst“ man da irgendwie einfach nur rein. Man kann nicht von Anfang an perfekt sein, (auch wenn man das manchmal will). Ich finde es aber toll, dass Du Dir darüber Gedanken machst!

    Wie handhaben wir es? Mhhh, anfangs haben wir auch gesagt, wir machen mal was als LIEBESpaar zusammen. Dann kam bald das nächste kleine Würmchen. Es sind zwei sehr agile Kinder, die auch in der ersten Nachthälfte schlecht schlafen. Daher haben wir es bisher eigentlich nur – und das ohne Absprechen – hingenommen, dass wir jetzt einfach nur mal Eltern sind. Natürlich heißt das nicht, dass wir uns nicht mehr lieben, sondern ich meine in Bezug auf Ausgehen.

    Was allerdings geblieben ist, dass wir uns UNSERE Zeit nehmen. Sprich: jeder nimmt sich mal eine Auszeit. Mein Mann geht ab und zu mal zum Stammtisch und ich nehme mir auch die Auszeiten, die ich brauche, ob Konzert oder einfach nur ein Buch in der Badewanne oder einen Nähabend/-nachmittag. Das sollte für Euch ganz wichtig sein/werden, damit Ihr Euch selbst noch leiden mögt. Das LIEBESpaar gibt es bei uns trotzdem noch, nur nicht im Kino oder (allein) im Restaurant o.ä., sondern daheim. Unsere Mäuse gehen frühzeitig ins Bett, da bleibt der Abend für uns.

    Langsam, ganz langsam tut die Mittlere jetzt auch mal woanders schlafen, beim Opa, bei einer der vielen Tanten. Wenn die Jüngste dann auch mal soweit ist, werden wir unsere Zeiten auch wieder mehr haben 🙂

    Ich wünsche Euch viel Kraft und Nerven und seid einfach nur Ihr selbst!

    LG Ivi

    PS. zum Thema Erziehung selbst….habe ich jetzt nichts geschrieben, sonst wäre es noch ein Roman dazu geworden 🙂 Nur soviel: Man ist nicht perfekt. Sicherlich sollte man Sachen nicht vor den Kindern austragen, schon gar nicht laut, aber manchmal lässt es sich nicht verhindern. Bei Streitereien sollte man sich dann vor den Kindern wieder vertragen, damit sie lernen, dass es dazu gehört. Ansonsten in einer ruhigen Phase noch einmal drüber sprechen 😉

    Antworten
    • Mama Motte

      19. Mai 2015 at 20:45

      Liebe Ivi, vielen Dank für Deinen ausführlichen und lieben Kommentar. Ich finde auch, dass es ok ist eine Zeit lang einfach nur Eltern zu sein. Man weiß ja auch vorher (zumindest beim zweiten Kind), dass eben eine zeitlang nun die Kinder im Vordergrund stehen. Irgendwann wird alles wieder besser und so lange genießen auch wir die Zeit wenn die Kinder abends im Bett sind auf unserem Sofa. Wichtig ist mir auch nicht unbedingt das Ausgehen, sondern vielmehr, dass wir miteinander im Gespräch bleiben…auch wenn es manchmal anstrengend ist nach all´den Kinderbedürfnissen auch noch auf die des Partners einzugehen.

      So wie ihr es macht ist es auch unser Weg – und es ist schön zu hören, dass dieses Thema auch andere Paare beschäftigt.
      Liebe Grüße, Anna

      Antworten
  • Wiebke (Verflixter Alltag)

    19. Mai 2015 at 13:48

    Liebe Anna,
    was Du beschreibst, könnte auch eins zu eins aus meiner Feder sein 😉 Auch mein Mann ist viel konsequenter und verbietet viel mehr, als ich es tue. Ich bin da viel nachgiebiger. Und auch ich spreche ihn oftmals darauf vor dem Kind an. Ich weiß, dass ihm das nicht gefällt, aber wenn ich es später anspreche, dann weiß er ja nicht mehr, was ich meine. Wir sind uns in Erziehungsfragen also auch nicht immer einig, aber ich merke, dass wir uns allmählich annähern. Und ich habe beispielsweise von ihm gelernt, dass unser Kind auch weiterlacht und glücklich ist, wenn sie mal nicht den heißbegehrten Luftballon oder das Brötchen beim Bäcker bekommt. Das hätte ich nie herausgefunden, weil ich sofort „Ja“ gesagt hätte 😉
    Wir als Paar haben uns vor dem Kind auch nie gestritten, tun dies aber jetzt eben doch ab und an – vorwiegend wegen Erziehungsfragen. Letztens waren wir beim Ikea und haben unser Kind im Bällebad „geparkt“. Einfach mal Zeit zu Zweit zu verbringen (jenseits der abendlichen Couch) war ein tolles Gefühl, auch wenn es nur eine Schlenderei durch die Möbelabteilung war. Man konnte sich plötzlich wieder ganz dem Partner widmen, ohne mit halbem Auge immer auf das Kind zu achten. Zukünftig sollten wir solche Paarzeit deutlich öfter planen (auch wenn es jetzt erstmal wieder weniger wird), um uns als Paar nicht aus den Augen zu verlieren!
    LG Wiebke

    Antworten
    • Mama Motte

      19. Mai 2015 at 20:39

      Liebe Wiebke, ja, Du hast Recht – auch ich habe durch meinen Mann gemerkt, dass ich manchmal konsequenter sein darf. Auch wenn der Motte das dann kurz nicht gefällt. Aber sie muss das wohl auch mal aushalten können. Und ich finde es schön, dass auch wir Mütter uns gegenüber dann so ehrlich sind und hinterfragen, ob das was der Papa macht, so verkehrt ist. Das ist es nämlich eigentlich nie. Denn ich sehe, wie sehr er unsere Tochter ja ebenso liebt und sie glücklich sehen will…
      Danke für Deinen tollen Kommentar und liebe Grüße, Anna

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